Gartner: Die meisten Firmen werden Windows 8 überspringen

    Gartner-Analyst Michael Silver referierte in einem Webinar die Erkenntnisse aus seinen Studien zur Migration auf Windows 7 und künftige Updates. Redmondmag.com fasste die wichtigsten Aussagen des Vortrags zusammen. Zu bekannten Positionen, die Gartner bereits vor 2 Jahren vertrat, beispielsweise dass Anwender nicht den verbliebenen Support-Zeitraum für XP ausreizen sollten, kommen nun Prognosen zu Windows 8.

    Wie schon in früheren Studien geht Gartner davon aus, dass XP-Anwender schon in diesem Jahr erste Probleme bekommen könnten, weil für neue Hardware keine XP-Treiber mehr geliefert werden oder weil Anbieter von Software mit ihren neuesten Versionen das alte Betriebssystem nicht mehr unterstützen. Nachdem eine Migration auf Windows 7 im Schnitt 6 bis 12 Monate dauere, werde die Zeit für einen Umstieg insgesamt knapp, weil der Support für XP im April 2014 ausläuft und damit weniger als 2 Jahre beträgt.

    Die meisten Firmen migrieren auf Windows 7 x64

    Während bei früheren Empfehlungen noch unklar war, wann mit Windows 8 zu rechnen ist, steht dessen Erscheinungsdatum nun weitgehend fest, so dass Firmen erwägen könnten, Windows 7 zu überspringen. Immerhin bliebe ihnen dann für eine Migration immer noch mehr als ein Jahr Zeit. Dennoch erwartet Silver, dass die meisten Firmen auf Windows 7 umsteigen werden, da es erprobt sei und es Support bis zum Jahr 2020 gäbe.

    Laut Gartner könnten Unternehmen schon vor dem Ende des XP-Supports Probleme mit dem alten Betriebssystem bekommen, wenn es von Hard- und Software-Herstellern nicht mehr unterstützt wird.

    Mittlerweile bevorzugten die meisten Unternehmen den Einsatz der 64-Bit-Version, wobei der Gartner-Analyst nicht davon ausgeht, dass ein späterer Wechsel auf Windows 7 x64 ansteht, wenn man sich jetzt für die 32-Bit-Version entscheide.

    Windows 8: Zu wenige Verbesserungen für den Desktop

    Aufgrund der langfristigen Perspektive für das inzwischen bewährte Windows 7 prognostiziert Silver, dass die Mehrheit der Firmen Windows 8 ignorieren werden. Erst würden sie den erneuten Aufwand für eine Windows-Migration nach relativ kurzer Zeit scheuen, und ab 2015 nähme dann schon Windows 9 Gestalt an.

    Als Gründe für das Desinteresse an Windows 8 nennt der Gartner-Analyst bekannte Einwände gegen das Betriebssystem: für Desktop-Benutzer bringe es wenige Verbesserungen (siehe unsere Übersicht: Neue Funktionen von Windows 8 für Firmen-Desktops) und gleichzeitig erfordere es mit der neuen Metro-Oberfläche einigen Lernaufwand von den Anwendern.

    Reduzierter Nutzen einer Software Assurance

    Angesichts dieser Perspektive entfällt für die viele Firmen der Hauptgrund für den Abschluss einer Software Assurance, wenn sie von ihrem Update-Recht auf Windows 8 ohnehin keinen Gebrauch machen wollen. Allerdings bindet Microsoft immer mehr Nutzungsrechte und Privilegien an einen solchen Wartungsvertrag, beispielsweise den Erwerb der Windows Enterprise Edition oder des MDOP sowie das Zugriffsrecht auf zentrale virtuelle Desktops.

    1 Kommentar

    Bild von M.Weber
    M.Weber sagt:
    30. November 2012 - 9:58

    Unsere Firma wird auch Windows 8 überspringen; gerade weil wir noch nicht mit der kompletten Migration auf Windows 7 fertig sind und auch der direkte Mehrwert gegenüber Windows 8 allein schon durch den Schulungsaufwand wegfällt.