Hortonworks und Red Hat erweitern Support für Power

    Hortonworks HDPDie Hortonworks Data Platform (HDP) und Cloud-Lösungen von Red Hat werden künftig auf der Power-Server-Systemen von IBM verfügbar sein. Das gaben die Unternehmen am Rand der "Edge-2016"-Konferenz von IBM bekannt.

    Demnach soll Hortonworks HDP auf Server-Systeme mit Power8-Prozessoren portiert werden. HDP ist eine Hadoop-Distribution auf Basis von Apache. Sie ermöglicht es Nutzern, große bis sehr große Datenbestände bis in den Petabyte-Bereich hinein zu speichern, zu verarbeiten und zu analysieren. Das erfolgt mithilfe von Server-Clustern im hauseigenen Datacenter oder in einem Cloud-Rechenzentrum.

    Für Big Data konzipiert

    Ein klassisches Einsatzgebiet von HDP ist die Analyse von großen heterogenen Datenbeständen. Wegen der hohen Skalierbarkeit von Hadoop ist das auch mit Mini-Clustern mit wenigen Knoten möglich. Zudem stellen Cloud-Service-Provider wie Amazon Web Services, Microsoft (Azure) und auch IBM (IBM BigInsights on Cloud) Hadoop-Lösungen via Cloud zur Verfügung.

    Mit dieser Partnerschaft will IBM seine Power-Architektur verstärkt als "die" Server-Plattform für Big Data, Analytics und Cloud-Computing positionieren. Das belegt auch der Ausbau der Partnerschaft mit Red Hat. Das Ziel dieser Kooperation ist, Power-Systeme den Nutzern von Red Hats Hybrid-Cloud-Lösungen schmackhaft zu machen.

    Ein Schwerpunkt der Kooperation mit Red Hat: HPC

    Die technische Grundlage bilden unter anderem Red Hat Enterprise Linux (RHEL), Red Hat Virtualization und die RHEL-Hochverfügbarkeitslösungen. Vereinfacht gesagt sollen im Rahmen der Kooperation

    • Red-Hat-Softwarepakete auf Power-Systeme portiert werden,
    • neue Funktionen im Bereich High-Performance Computing (HPC) entwickelt und auf Power implementiert werden und
    • Hochver­fügbarkeits-Features für Power-Systeme entwickelt werden.

    Anschubhilfe für Power erwünscht

    IBM ist, bezogen auf den Umsatz, laut IDC der drittgrößte Hersteller von Servern.Eine gewisse "Anschubhilfe" für die Power-Systeme durch Red Hat und Hortonworks dürfte IBM durchaus willkommen sein. Denn nach Zahlen von IDC und Gartner hatte das Unternehmen im zweiten Quartal 2016 im Bereich Server-Systeme einen weltweiten Umsatzanteil von rund 10 Prozent.

    Im Jahr zuvor waren es allerdings noch 15 Prozent. IDC zufolge ging auch der Verkauf von Power-Systemen seit dem zweiten Quartal 2015 deutlich zurück.

    Im August 2016 stellte IBM die neue Power9-Architektur vor. Die CPUs haben bis zu 24 Rechenkerne und werden in einem 14-nm-Prozess gefertigt. Der Power9 verfügt zudem über Schnittstellen zur vierten PCI-Express-Generation (PCIe 4.0) und über NVLink 2.0 zu Nvidia-Grafikprozessoren.

    Der Prozessor soll bei Integer-Berechnungen rund 80 Prozent schneller sein als ein Power8, bei Floating-Point-Rechenoperationen um rund 50 Prozent. Als schärfste Konkurrenten gelten die Xeon-CPUs von Intel der Reihe E5 v4 (Broadwell-EP) mit 22 Rechenkernen.

    Neue Systeme für die Cloud

    Für Standard-Server ist die Power9-Plattform weniger geeignet, jedoch für Systeme, die in den Bereichen HPC, maschinelles Lernen und eben Big Data & Analytics zum Einsatz kommen. Systeme mit Power9 werden für 2017 erwartet, laut der Roadmap von IBM in der zweiten Jahreshälfte.

    Die Power9-Prozessorarchitektur von IBM soll 2017 in Serversystemen Einzug halten.Bis dahin sind neue Power8-Server wie das Power System E870C und E880C die erste Wahl für Anwender. Die Eckdaten der Rechner sind in diesem Datenblatt zu finden. Sie sind mit einer OpenStack-Cloud-Management-Software (Cloud PowerVC Manager) ausgestattet. Sie ermöglicht es Usern, im Selbstbedienungsverfahren Cloud-Dienste zu ordern und Virtual Machines einzurichten.

    Zusammen mit weiteren Cloud-Management-Tools lassen sich damit sowohl Private Clouds als auch Ressourcen in Hybrid Clouds verwalten, etwa Virtual Machines. Ebenfalls via Cloud stellt IBM für die Power8-Systeme HMC Apps (Hardware Management Console) bereit. Sie erfassen Inventar- und Performance-Daten in der IT-Umgebung. Im laufenden Jahr soll eine Vorabversion der Tools herauskommen; 2017 folgen dann sukzessive die finalen Ausgaben.

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