EMC und VMware mit Appliance VCE VxRail für Mittelständler


    Tags: , ,

    Vor einigen Tagen stellte Nutanix eine neue Version seiner Hyper-Convergence-Software Acropolis vor (siehe Bericht). Jetzt haben EMC beziehungs­weise deren Tochter VCE und VMware eine hyper­konvergente Appliance vorgestellt. Sie kann ab sofort bestellt werden. Die Version mit All-Flash-Speicherausstattung soll im zweiten Quartal 2016 auf den Markt kommen.

    VxRail von VCE-EMC und VMware - Skalierbare Hyper-converged Appliance für mittelgroße Datacenter und Außenstellen.VxRail, so der Name des Systems, ist eine Gemeinschaftsentwicklung von VCE und VMware. Sie bietet Rechenleistung, Storage, Virtualisierungsfunktionen, Netzwerk- und Management-Features sowie die Möglichkeit, Cluster aufzubauen. Damit steht Anwendern quasi ein voll funktionsfähiges, virtualisiertes Rechenzentrum im Miniaturformat zur Verfügung.

    Bis zu mehr als 3.000 Virtual Machines

    Ausgehend von einer Appliance für 40 Virtual Machines können Nutzer weitere Systeme hinzufügen. So lässt sich eine Infrastruktur mit bis zu 16 Appliances und 3.200 VM aufbauen. Als typische Einsatzgebiete geben VMware und VCE die "üblichen Verdächtigen" an, also das Konsolidieren von Workloads, die Desktop-Virtualisierung und das Bereitstellen einer Plattform für geschäfts­kritische Applikationen.

    Zielgruppe: Kleine und mittelgroße Rechenzentren

    Den Preis für die kleinste Ausgabe von VxRail gaben EMC und VMware mit 60.000 Dollar an. Das klingt nach viel. Allerdings dürfte ein vergleichbares System, das ein Unternehmen aus Komponenten diverser Anbieter zusammenbaut, nicht preisgünstiger kommen – eher im Gegenteil.

    Denn in diesem Fall kommt der Aufwand für das Testen und Konfigurieren dieser Systembestandteile hinzu. Mit einer Hyper-converged Appliance erhält der User dagegen eine schlüsselfertige Lösung.

    VxRail - Zur Wahl stehen vier Versionen der Appliance.Mit VxRail sprechen die Hersteller kleinere und mittelgroße Datacenter an. Die Appliances lassen sich außerdem in Nieder­lassungen und Außenstellen von Unternehmen und Organi­sationen implementieren. Dort ersetzen sie den üblichen "Zoo" von Server, Speichersystem und Netzwerksystemen. Die Verwaltung kann in diesem Fall "remote" erfolgen.

    Technische Details

    Ein Datenblatt mit Details zu den einzelnen Versionen der VxRail-Appliances ist auf dieser Web-Seite zu finden. Daher nur ein kurzer Blick auf die wichtigsten Systemmerkmale. Mit an Bord sind VMware vSphere, vCenter Server und die Software-Defined-Storage-Lösung (SDS)  VMware Virtual SAN.

    Ebenfalls inklusive sind EMC RecoverPoint for Virtual Machines und VMware vSphere Data Protection. Damit können Administratoren Sicherungen von VM und kritischen Workloads erstellen und Disaster-Recovery-Umgebungen aufbauen. Jede Appliance schließt Lizenzen für das Replizieren von bis zu 15 VM mit ein. Nötigenfalls müssen User weitere Lizenzen erwerben.

    Anbindung an die Cloud

    Über EMC CloudArray lassen sich die VxRail-Systeme an Public oder Private Clouds anbinden. Pro Appliance stehen dadurch bis zu 1o TByte an zusätzlichem Speicherplatz zur Verfügung. Apropos Speicherplatz: Herkömmliche Festplatten und Flash-Speicher können nach Belieben kombiniert werden. Eine All-Flash-Version ist, wie bereits angesprochen, für das zweite Quartal geplant.

    Jede Appliance enthält vier Knoten (Nodes). Je nach Modell (es stehen vier Versionen bereit) ergibt das bis zu 80 Rechenkerne und 24 TByte Rohdatenspeicher pro Appliance. Ein Cluster mit 64 Nodes (16 Appliances) kommt im Vollausbau auf 1.280 Cores und 384 TByte. Für Einsteiger kommt dagegen die VxRail Appliance 60 in Betracht, mit jeweils einem Xeon-Prozessor ES2603 v3 (1,6 GHz) pro Knoten und insgesamt 64 GByte RAM.

    Was wird mit EVO:Rail?

    Skalierung von VxRail - Bis zu 16 Appliance lassen sich zu einem Cluster zusammenfassen.Der Start der VxRail-Appliance wirf allerdings die Frage auf, was nun aus EVO:Rail wird, VMwares hyperkonvergenter Appliance. Auch sie kombiniert Server, Storage, Netzwerk, Virtualisierung und Management in einer Box.

    Entsprechende EVO:Rail-Appliances auf Basis eigener Hardware bieten unter anderem Dell, Fujitsu, NetApp, Hitachi Data Systems, Supermicro und auch EMC an.

    Laut einem Bericht des britischen IT-Portals The Register hat VMware das mit großen Hoffnungen gestartete Projekt "in den Hintergrund geschoben". Gegenüber The Register räumte Gaetan Castelei, VMwares Senior Director of Product Marketing and Management für das Software-Defined Data Centre, ein, das Unternehmen werde sich stärker auf die Virtualisierungslösung vSAN sowie eine nicht näher bezeichnete Appliance konzentrieren. Das könnte VxRail sein. Bislang erfolgte allerdings keine offizielle Abkündigung von EVO:Rail.

    Keine Kommentare