Microsoft Application Virtualization (App-V) 5.0 verfügbar

    Microsoft gab kürzlich das Desktop Optimization Pack (MDOP) 2012 frei, dessen wohl wichtigste Komponente App-V ist. Die Software liegt nun in der Version 5.0 vor. Es handelt sich dabei um das umfangreichste Update seit der Übernahme des ursprünglichen Herstellers Softricity. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen eine bessere Integration zwischen den Anwendungen und mit dem Betriebssystem, eine neue Browser-basierte Konsole sowie der PowerShell-Support.

    Um die Applikations-Virtualisierung gab es vor 3 bis 4 Jahren einen regelrechten Hype, der mittlerweile weitgehend abgeflaut ist. Sie hat die hohen Erwartungen einiger Marktbeobachter nicht erfüllt, wonach die Technik die herkömmliche Installation von Windows-Programmen weitgehend verdrängen werde. Die Gründe dafür sind vielfältig, unter anderem verantwortlich sind die relativ langsame Verbreitung von virtuellen Desktops, der Lernaufwand für ein völlig neues Distributionsmodell für Software sowie einige Defizite der Technik selbst.

    Zusammenarbeit zwischen virtualisierten Anwendungen

    Einige wesentliche Schwächen von App-V in puncto Usability behebt Microsoft nun in der Version 5.0. Dazu gehört, dass sich virtualisierte Anwendungen weitgehend gleich verhalten wie ihre konventionell installierten Pendants. So lassen sie sich nun für bestimmte Aufgaben und Dateien registrieren, und zwar nicht bloß wie bisher auf Basis von Namenserweiterungen der Dateien. Vielmehr kann man ihnen Handler zuordnen, so dass beispielsweise ein virtualisierter Mail-Client beim Klick auf einen mailto:-Link startet.

    Außerdem lassen sich nun Objekte, die mit einem anderen Programm erstellt wurden, in eine Datei einbetten. Es geht dabei um eine Grundfunktion von OLE, also etwa die Integration einer Excel-Tabelle in ein Word-Dokument. Sie setzt voraus, dass zwei oder mehrere virtualisierte Anwendungen zur Bearbeitung eines solches eingebetteten Objekts kooperieren können.

    Reines App-Streaming in virtuelle Desktops

    Zu den weiteren Änderungen zählt der Shared Content Store. Seine Aufgabe besteht vor allem darin, die Speicheranforderungen an virtuelle Desktops zu reduzieren. Dies geschieht dadurch, dass App-V 5.0 die Anwendungen aus dem Store per Streaming in die VMs überträgt und auf das Anlegen einer lokalen Kopie von virtualisierten Anwendungen verzichtet. Diese Zwischenspeicherung dient dazu, Programme auch offline verfügbar zu machen, was im Fall von VDI nicht erforderlich ist und zu unnötigem Verbrauch von Speicherplatz führt.

    Weitere Neuerungen von App-V 5.0 bestehen in einer Silverlight-basierten Konsole, die das bisherige MMC-Snapin ersetzt, einem neuen Package-Format für virtualisierte Anwendungen, sowie einer weitreichenden Unterstützung für PowerShell, über die sich viele Abläufe automatisieren lassen.

    App-V ist weiterhin nur als Bestandteil von MDOP zu beziehen und bleibt damit Kunden mit einer Software Assurance für den Client vorbehalten.

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