Microsoft Office ohne Abo: höhere Preise, kürzerer Support, kaum Neuerungen

    Angepasstes Setup für Office 2016 mit dem Deployment ToolMicrosoft kündigte die nächste Version von Word, Excel, Power­Point & Co. an, die sich über eine dauer­hafte Lizenz erwer­ben lässt. Die neuen Bedin­gungen zielen darauf ab, Unter­nehmen zum Abschluss von M365-Abos zu bewegen. Letztere öffnet der Her­steller durch eine geän­derte Lizen­zierung für weitere Benutzer­gruppen.

    Der Nachfolger von Office 2019 erscheint in zwei Geschmacks­richtungen. Der einen weist Microsoft wieder das Erscheinungsjahr als Versionsnummer zu. Nachdem das Update im zweiten Halbjahr auf dem Markt kommen soll, heißt es entsprechend Office 2021. Es richtet sich aber nur an private Nutzer und kleine Firmen.

    Office LTSC nur mehr für Nischenmärkte

    Die andere Ausführung hört künftig auf Office LTSC (Long Term Service Channel), so dass die Bezeichnung mit dem Pendant bei Windows 10 übereinstimmt. Diese Angleichung beschränkt sich allerdings nicht auf den Produktnamen, sondern sie sollen auch zusammen eingesetzt werden, nachdem die M365-Versionen auf diesem OS nicht unterstützt werden.

    Sowohl das Betriebs­system als auch die Office-Anwendungen, die keine halbjährlichen Feature-Updates erhalten, positioniert Microsoft explizit für eine kleine Gruppe von Geräten, die aufgrund ihrer kritischen Funktion oder spezifischen Umgebung möglichst nicht verändert werden sollen.

    Als Beispiele dienen hier PCs, die der Produktions­steuerung dienen, oder solche, die heikle Aufgaben in besonders regulierten Branchen übernehmen.

    Fünf statt zehn Jahre Support

    In der Praxis setzen aber Firmen diese Produkte unter einer solchen perma­nenten Lizenz flächen­deckend ein, wenn sie etwa die regelmäßigen Upgrades von Windows as a Service vermeiden wollen oder weil sie die in den Abos immer enthaltenen Cloud-Dienste von Microsoft 365 nicht möchten. In diesem Fall ist die herkömmliche Office-Suite bei einer Nutzungs­dauer von 10 Jahren günstiger.

    Eine solche, aus der Sicht des Herstellers nicht vorgesehene Verwendung von Windows 10 LTSC und Office LTSC, soll durch die neuen Bedingungen weniger attraktiv werden. Für beide Produkte beschränkt Microsoft daher den Support künftig auf fünf Jahre und reduziert so deren unterstützte Nutzungs­dauer auf die Hälfte des bisherigen Zeitraums.

    Höherer Preis für kürzere Nutzungsdauer

    Das betrifft jedoch nicht die bereits verfügbaren Versionen von Windows 10 2015 / 2016 / 2019 LTSC und Office 2016 / 2019. Für Windows 10 gilt die neue Regelung ab 2021 LTSC, die ebenfalls im zweiten Halbjahr erscheinen soll. Während es für das OS noch keine Angaben zum Preis gibt, soll Office LTSC in allen Editionen um 10 Prozent teurer werden. Das trifft auch auf die einzelnen Applikationen zu.

    Anwender, die Windows 10 LTSC für die vom Hersteller vorgesehenen Zwecke auf ganz spezifischen Geräten benötigen und auf eine langfristig stabile Konfiguration angewiesen sind, verweist Microsoft auf Windows 10 IoT Enterprise LTSC. Dabei handelt es sich technisch um das gleiche Produkt, welches aber anderen Lizenz­bedingungen unterliegt und weiterhin 10 Jahre lang Support erhält.

    Keine nennenswerten Neuerungen

    Die Neuerungen des nächsten Office LTSC sind überschaubar, und Microsoft betont, dass es nicht alle Features der Microsoft 365 Apps bekommen wird. Es erhält Verbesserungen in puncto Barriere­freiheit, Dynamic Arrays und XLOOKUP in Excel, Unterstützung für den Dark Mode sowie insgesamt eine höhere Performance der Applikationen.

    Um Kunden in Richtung Cloud und Microsoft-365-Abos zu bewegen, verringert der Hersteller nicht nur die Attraktivität der LTSC-Versionen, sondern beseitigt auch einige Hürden, die den Abonnements entgegen­standen.

    Lizenzierung von M365 Apps pro PC

    Bis dato waren die Office-Anwendungen im Rahmen eines Abonnements nur in einer Per-User-Lizenz zu haben, wogegen jene mit einer permanenten Lizenz pro Gerät zu erwerben sind. Für Umgebungen, bei denen sich mehrere Mitarbeiter einen PC teilen, ist pro Benutzer kein wirtschaftlich sinnvolles Modell. In der Regel arbeiten diese User ja nie gleichzeitig mit den Office-Anwendungen.

    Zusammen mit der Ankündigung von Office LTSC und den dessen neuen Nutzungs­bedingungen gab Microsoft bekannt, dass die M365 Apps nun auch unter einer Per-Device-Lizenz erhältlich sind. Sie soll M365-Abos für Anwender jenseits der so genannten Information Worker erschließen, etwa in der Produktion oder im Gesundheitswesen.

    Längere Offline-Nutzung

    Um Office mit dauerhafter Lizenz in Umgebungen abzulösen, die nicht ständig Zugang zum Internet haben, verlängert Microsoft bei den M365 Apps den maximal zulässigen Zeitraum für die Offline-Nutzung. Bis dato müssen sich diese spätestens nach 30 Tagen bei Microsofts Aktivierungsdienst melden, um weiterhin zu funktionieren.

    Diese Frist können Admins künftig auf bis zu 180 Tage erweitern. Zu diesem Zweck sieht Microsoft eine neue Gruppen­richtlinie mit der Bezeichnung "Use a device-based license for Microsoft 365 Apps for enterprise" vor.

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