Mobile Computing: Drahtloses Laden von Akkus wird interoperabel


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    Zwei Konsortien, die gegenwärtig technischen Spezifikationen für das drahtlose Aufladen der Akkus von Mobilgeräten erarbeiten, wollen eng zusammenarbeiten. Das teilten die Rezence - Alliance for Wireless Power (A4WP) und die Power Matters Alliance (PMA) mit. Das Ziel beider Gruppierungen: Die beiden Standards sollen interoperabel sein.

    Wireless Charging: Ansatz der Rezence-A4WP-GruppeMit der Fusion wollen beide Vereinigung der Gefahr entgegenwirken, dass sich zwei nicht interoperable Ansätze entwickeln. Das würde die Einführung der Technik behindern und vor allen Dingen die Hersteller von Mobilgeräten Geld kosten. Denn diese müssten zumindest anfangs beide Techniken unterstützen.

    Zwei Organisationen mit unterschiedlicher Mitgliederstruktur

    Der A4WP gehören mehr als 140 IST- und Elektronikfirmen an. Darunter befinden sich Schwergewichte wie Intel, Samsung Electronics, HP, Fujitsu, Sony, Dell und LG. Die PMA hat nur 70 Mitglieder. Dazu zählen AT&T, XP, Broadcom, Texas Instruments und Freescale.

    Wie bei solchen Gremien üblich, sind etliche Firmen in beiden Organisationen vertreten, etwa Samsung und LG. Es fällt auf, dass die A4WP stärker von IT-Unternehmen und Herstellern von entsprechenden Komponenten geprägt ist, die PMA dagegen eher von Halbleiter- und Leistungs­elektronik­spezialisten.

    Hand in Hand

    Beide Gremien wollen nun Mitte 2015 eine gemeinsame Organisation aus der Taufe heben. Zudem sollen beiden Technologien interoperabel werden. Das bedeutet in der Praxis, dass es statt zwei nur einen Wireless-Charging-Standard im Bereich Mobile Computing geben wird.

    Die PMA setzt auf eine induktive Technik, die A4WP dagegen auf ein Magnetresonanzverfahren. Beim Ansatz der PMA lässt sich nur jeweils ein Endgerät über eine Ladestation aufladen. Allerdings hat die PMA bereits mit McDonald's und der Kaffeehaus-Kette Starbucks eine Vereinbarung getroffen, der zufolge deren Restaurants beziehungsweise Coffee-Shops mit solchen Ladegeräten ausgestattet werden. Kunden können dann einen Kaffee schlürfen oder einen Big Mac verspeisen und gleichzeitig ihr Smartphone oder Tablet aufladen.

    Wireless Charging - Qi des Wireless Power ConsortiumDie Technik der A4WP soll dagegen das parallele Laden mehrerer Systeme ermöglichen. Das funktioniert mit bis zu 50 Watt. Die Systeme können dabei beispielsweise auf einem Tisch platziert werden. Eine spezielle Ladestation ist nicht erforderlich. Nun werden die beiden Gremien die Technologie des ehemaligen "Gegners" in ihre Spezifikationen aufnehmen. Die Nutzer der Endgeräte sollen dann durch den Kauf entsprechender Ladesysteme entscheiden, welche Technik ihnen am ehesten zusagt.

    Die dritte Größe: das Wireless Power Consortium

    Allerdings wird die Fusion von A4WP und PMA das Problem mit unterschiedlichen "Wireless-Charging-"Standards nicht endgültig lösen. Denn mit dem Wireless Power Consortium gibt es eine weitere Gruppierung, die das drahtlose Laden von Mobilsystemen forciert. Sie hat mit Qi eine entsprechende Spezifikation vorgestellt. Die maßgeblichen Unternehmen hinter dem Konsortium sind Philips, Qualcomm und Nokia.

    Auf der Web-Seite der Organisation sind mehr als 680 für Qi zertifizierte Produkte aufgeführt. Das Verfahren nutzt sowohl ein Induktions- als auch Magnetresonanz­verfahren. Technische Details sind auf dieser Web-Seite zu finden. Mit Qi lassen sich 5 Watt (für kleinere Mobilgeräte) sowie bis zu 120 Watt übertragen. Ein Ziel des Konsortiums besteht darin, auch Küchengeräte und größere Systeme im Bereich Unterhaltungselektronik drahtlos mit Strom zu versorgen.

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    Bild von Bernd Reder
    Bernd Reder ist seit über 20 Jahren als Journalist zu den Themen IT, Netzwerke und Telekommunika­tion tätig. Zu seinen beruflichen Sta­tionen zählen unter anderem die Fachtitel "Elektronik" und "Gateway".
    Bei der Zeitschrift "Network World" war Reder als stellver­tretender Chefredakteur tätig. Von 2006 bis 2010 baute er die Online-Ausgabe "Network Computing" auf.
    Derzeit ist Bernd Reder als freier Autor für diverse Print- und Online-Medien sowie für Firmen und PR-Agenturen aktiv.
    // Kontakt: E-Mail, XING //

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