Mobile Device Management: Comodo fotografiert Smartphone-Diebe

    Version 3.0 ihrer Cloud-gestützten Software für die Verwaltung mobiler Endgeräte (Mobile Device Management) hat Comodo vorgestellt. Mit Comodo MDM können Administratoren Systeme von Apple (iOS) und solche mit dem Betriebssystem Android verwalten. Das gilt laut Hersteller insbesondere für private Mobilsysteme, die Mitarbeiter auch geschäftlich nutzen.

    Comodo Mobile Device ManagementIT-Administratoren können mithilfe von Nutzerprofilen Sicherheits- und Konfigurationseinstellungen für User-Gruppen vorgeben und "over the air" überwachen sowie das Software-Inventar mobiler Endgeräte überprüfen, etwa auf verkappte Schadsoftware hin.

    Speziell bei Android hat sich die Unsitte breit gemacht, als Apps getarnte Malware zu verbreiten, um Zugriff auf fremde Mobilsysteme zu erhalten. Solche Apps werden häufig nicht über Googles Play Store angeboten, sondern über andere Stores, die keine Qualitätssicherung betreiben oder Sicherheitschecks durchführen.

    Technische Details

    Im Detail kann ein Systemverwalter unter anderem remote prüfen, wie es um den Virenschutz. die VPN-Konfiguration, die E-Mail-Einstellungen und ActiveSync-Konfiguration eines Systems bestellt ist oder ob der Nutzer unsichere WLANs verwendet. Letzteres kann der Admin unterbinden. Zudem unterstützt Comodo MDM LDAP-Verzeichnisdienste und Microsofts Active Directory.

    Mit an Bord ist zudem eine eigene Antivirus-Software von Comodo, die Endgeräte von Schädlingen schützt. Dieser Ansatz ist insofern interessant, als es genügend Sicherheitssoftware für mobile Endgeräte gibt, etwa von Kaspersky, Symantec, Bitdefender, G Data, Lookout et cetera. Dennoch hat Comodo eine Eigenentwicklung einer OEM-Partnerschaft mit einem solchen Anbieter vorgezogen. In einem Test von Android-Schutzsoftware des deutschen Sicherheitstestlabors AV Test vom November 2014 hat Comodos Lösung in puncto Schutzwirkung allerdings eher durchschnittlich abgeschnitten.

    Foto und Standortdaten werden übermittelt

    Mit Sneak-Peak hat die US-Firma mit Sitz an der Ostküste (New Jersey) in Comodo Mobile Device Management eine Funktion integriert, die das Auffinden gestohlener Mobilsysteme erleichtern soll. Sobald der unrechtmäßige Besitzer das Gerät aktivieren möchte und dabei eine falsche PIN eingibt, schießt das System ein Foto des Betreffenden und übermittelt es automatisch zusammen mit Standort-Daten an Comodo. Der Eigentümer kann somit ermitteln, wo sich das gute Stück derzeit befindet.

    Gesteuert wird die MDM-Software, wie so gut wie alle Produkte dieser Kategorie, über eine zentrale Konsole. Ab Version 3.0. wird der Datenverkehr zu Android-Systemen, welche die Sicherheitstechnik Knox von Samsung nutzen, direkt über das Unternehmens-VPN geführt. Knox ist eine Container-Technik, die private und berufliche Bereiche auf einem Smartphone oder Tablet trennt.

    Neu ist zudem das Microsoft Exchange Service Control Panel. Es stellt Logging- und Verbindungsinformationen bereit. Optimiert haben die Comodo-Entwickler außerdem nach Angaben das Exchange Active Sync (EAS) für Apple-Systeme unter iOS 8.

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