MobileIron macht Android fit fürs Business

    Die amerikanische IT-Firma MobileIron hat Ende des vergangenen Jahres eine neue Version von MobileIron for Android vorgestellt. Die Software für die zentrale Verwaltung mobiler Endgeräte (Mobile Device Management, MDM) und entsprechender Anwendungen konzipiert, die unter Googles Betriebssystem laufen, also für das "Mobile Enterprise Management".

    Mit der Version Q.4/(2013 hat der Hersteller nach eigenen Angaben die "Unternehmenstauglichkeit und Sicherheit" von Android-Plattformen verbessert. Dies gilt in erster Linie für folgende Bereiche: E-Mail und PIM (Personal Information Management), das Content-Management und Web-Browsing.

    E-Mail und Verwaltung persönlicher Informationen

    MobileIron for AndroidZunächst zum ersten Punkt, sprich E-Mail und PIM. Die neue Version von MobileIron MobileIron führt eine komplette E-Mail- und PIM-Lösung (Personal Information Management) ein. Diese Funktionen stammen von der Firma Divide, mit der MobileIron eine Partnerschaft eingegangen ist. Mithilfe von Android-Apps können Nutzer von Android-Smartphones und -Tablets aus E-Mails, Kontaktdaten, Kalenderinformationen und Aufgabenlisten verwalten. Das erfolgt getrennt von den privaten Daten auf dem Endgerät.

    MobileIron respektive Divide setzt zur Trennung der beiden Sphären "privat" und "geschäftlich" auf separate "Workspaces". Die Geschäftsdaten und Anwendungen werden in einem eigenen, verschlüsselten Container auf dem Endgerät gespeichert. Für die Verwaltung der Richtlinien für die Konfigurierung und den Schutz vor Datenverlusten ist die Lösung von MobileIron zuständig.

    Weitere Funktionen sind der Schutz von E-Mail-Attachments, eine Sicherheitsprüfung von eingebetteten URLs, ein Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAM) für Client- und Serverzugang sowie das Tunneling von ActiveSync-Daten. Interessant für Anwender von IBM Notes: Für sie steht IBM Notes Traveler mit AppConnect Integration zur Verfügung. Dadurch lässt sich auch der Zugriff auf IBM Notes von Android-Endgeräten aus mithilfe der Container-Technik absichern. Zudem unterstützt MobileIron Samsung Knox.

    Apps für Collaboration und Verwaltung von Content

    Die neue Version von MobileIron für Android unterstützt zudem eine Reihe neuer Apps für die Verwaltung von Content und die Zusammenarbeit von Mitarbeitern. Dazu gehören unter anderem Accellion, Acronis mobilEcho und Novell.

    Sicherer Web-Zugriff

    Als Alternative zu virtuellen privaten Netzen (VPN) stellt MobileIron mit Web@Work eine eigene Technik zur Verfügung. Auch sie wickelt die Kommunikation zwischen dem Unternehmensnetz und den Endgeräten über gesicherte Tunnel ab. Der Vorteil besteht laut MobileIron darin, dass auf den Endgeräten keine VPN-Clients installiert werden müssen. Der Nachteil: Es handelt sich um eine herstellerspezifische Technologie.

    MobileIron - Produktpalette und AnwendungsfelderWeb@Work verfügt über weitere Features. So werden die Daten beim Transport und beim "Lagern" auf dem Endgerät verschlüsselt. Das gilt beispielsweise auch für Informationen im Cache-Speicher des Browsers, für Cookies und Informationen über besuchte Web-Seiten. Zudem kann ein Administrator vorgeben, auf welche Ressourcen (Daten, Anwendungen) Mitglieder von User-Gruppen über einen Tunnel zugreifen können. Um das Hinausschmuggeln vertraulicher Daten zu verhindern, lassen sich zudem Befehle wie Copy, Cut oder Paste deaktivieren.

    Weitere Funktion: Single Sign-on

    Eine weitere Neuerung bei MobileIron for Android ist der Support für s Single Sign-on (SSO) für Web-Anwendungen und Android-Applikationen. Die App oder der Browser übermitteln dabei ein Identitätszertifikat an das MobileIron Sentry Gateway.

    Sentry verwendet Kerberos Constrained Delegation (KCD), um ein Ticket von Kerberos zu erhalten, mit dem eine sichere Verbindung mit dem Unternehmen hergestellt werden kann. Der Anwender muss sich somit nicht jedes Mal von neuem anmelden, wenn er über eine App oder den Browser auf das Firmennetz zugreifen möchte.

    Eine Zielgruppe: Blackberry-Anwender

    Mit der neuen Version seiner Mobile-Enterprise-Management-Software spricht MobileIron unter anderem Nutzer von Blackberry-Mobilgeräten und den dazugehörigen Servern an. Angesichts der schlechten finanziellen Lage des Herstellers der Blackberry-Produktlinie Research In Motion stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung, einen "Plan B" entwickeln zu müssen, falls das Unternehmen bankrott geht.

    Neben Anbietern von Android-Systemen versuchen auch Apple (iOS) und Microsoft mit dem neuen Windows Phone 8 aus der Schwäche von RIM Kapital zu schlagen. Alle drei Lager bieten ihre Produkte als Alternativen für Geschäftskunden an.

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