Cisco erweitert Meraki auf Switch-Management

    Cisco hat die Cloud-gestützte Netzwerkmanagement-Lösung Meraki aktualisiert. Bislang lag der Schwerpunkt auf der Verwaltung von Wireless LAN. Jetzt lassen sich damit auch Switches und IT-Security-Systeme managen. Damit, so der Hersteller, können Unternehmen eine komplette IT-Infrastruktur mit Meraki verwalten.

    Eine weitere Änderung betrifft die Zielgruppe. Bislang sprach Cisco mit Meraki vor allem kleine und mittelständische Firmen an. Jetzt adressiert Cisco mit der Lösung auch Großunternehmen mit einer entsprechend komplexen IT-Infrastruktur.

    Zentrales Dashboard

    Cisco - Cloud-gestütztes Netzwerkmanagement Meeraki - hier das Device- und User-ManagementAls "Kommandozentrale" dient ein Dashboard, über das der Netzwerkadministrator auf die Meraki-Cloud zugreift. Darüber steuert er die LAN-Switches, Security-Appliances und die bereits angesprochenen WLAN-Komponenten. Allerdings funktioniert dies nur mit Netzwerkkomponenten, die für dieses "Management by Cloud" ausgelegt sind.

    Bei den "Cloud Managed Switches" stehen drei Linien zur Wahl, alle von Meraki respektive Cisco: eine Layer-2-Switch-Serie mit Gigabit-Ethernet-Interfaces (MS220) sowie zwei Layer-3-Systemfamilien mit 10-Gigabit-Ethernet-Schnittstellen (MS320 und 420). Die Systeme dienen als Access- und Aggregation-Switches und sind mit 8, 24 oder 48 Ports ausgestattet.

    WLAN-Komponenten mit Bluetooth-Beacon

    Die Reihe der WLAN-Access-Points (APs), die sich über die Cloud verwalten lassen, besteht derzeit aus sechs Modellen (Reihe MR). Drei Systeme, davon eines für den Outdoor-Einsatz, sind für den WLAN-Standard IEEE 802.11n mit bis zu 900 MBit/s ausgelegt. Drei weitere unterstützen den aktuellen Highspeed-Standard IEEE 802.11ac mit Datenraten von bis zu 1,75 GBit/s. Auch von diesen Modellen ist ein Access Point für den Outdoor-Einsatz ausgelegt.

    Cisco Meraki - Übersicht über die NetzwerktopologieZwei 802.11ac-Modelle (MR32 und der Outdoor-AP MR72) sind mit Bluetooth-Beacons ausgestattet. Damit lassen sich die ortsbezogene Dienste zur Verfügung stellen. Solche Services werden derzeit beispielsweise im Einzelhandel erprobt, etwa um Kunden mittels Push-Nachrichten auf deren Bluetooth-fähiges Mobilgerät über spezielle Angebote zu informieren. Auch als gebäudeinternes "Navigationssystem" können Beacons eingesetzt werden.

    Über die Managementkonsole können Systemverwalter die APs konfigurieren. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, die Optimierung der Funknetzabdeckung (Kanäle) automatisch vornehmen zu lassen. Zudem kann der Administrator zeitkritischen Anwendungen, etwa Sprach- und Videokommunikation, Vorrang vor weniger kritischen Applikationen wie E-Mail einräumen,.

    Sicherheits-Appliances

    Die dritte Säule von Meraki sind die Appliances der MX-Reihe. Sie bieten vereinfacht gesagt zwei Funktionen:

    • IT-Sicherheits-Features wie eine Firewall, Site-to-Site-VPNs (Virtual Private Network), nutzer- und gerätebezogene Regelwerke (Policies) sowie die Anbindung an Microsoft Active Directory;
    • WAN-Optimierungsfunktionen, etwa Web-Caching, Traffic-Shaping und ein Priorisieren von Anwendungen, die über Weitverkehrsnetze bereitgestellt werden.

    Insgesamt stehen sechs Hardware-Appliances bereit, jeweils zwei für kleine, mittlere und große Standorte.

    Mischung aus firmeninterner und Cloud-basierter Verwaltung

    Wer nicht das gesamte IT-Infrastrukturmanagement der Meraki-Cloud anvertrauen kann oder will, kann wie gehabt auf die Managementlösungen von Cisco zurückgreifen. Diese werden im firmeneigenen Netzwerk implementiert.

    Machbar ist zudem ein Mischbetrieb: Ein Teil der IT-Infrastruktur wird "on premise" mit Cisco verwaltet, ein Teil in der Cloud mittels Meraki. Die Verfügbarkeit der Cloud-Lösung gibt Cisco mit 99,99 Prozent an. Der Zugang erfolgt über verschlüsselte Verbindungen und ist mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung abgesichert.

    Die Rechenzentren von Meraki in Europa befinden sich übrigens in Frankfurt am Main, München und Dublin.

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