Nur als Abo: Microsoft kündigt Exchange 2022 an

    Logo für ExchangeAuf der Ignite gab Microsoft bekannt, dass es in der zweiten Hälfte 2021 neue Versionen der Office-Server bringen werde. Neben Skype for Business, SharePoint und Project Server kommt auch ein Update für Exchange. Es ist nur über ein Abo zu haben und erlaubt ein In-Place-Update auf die Version 2019.

    Zu den erst­genannten Produkten gibt es derzeit noch keine detaillierten Informationen. Das Gleiche gilt für das nächste LTSC-Release von Office, das für Windows und Mac ebenfalls im nächsten Jahr erscheinen wird.

    Kürzere Update-Intervalle

    Mit der nächsten Version unterliegt Exchange nun auch dem Modell "as a Service", so wie dies derzeit schon für Windows, Office oder SCCM der Fall ist. Zwar hält sich Microsoft noch bedeckt in Bezug auf die genauen Update-Intervalle, aber diese zeichnen sich anhand der aktuellen Ankündigung ab.

    So lässt sich das nächste Exchange als In-Place-Upgrade über die Version 2019 installieren, aber nur während der ersten zwei Jahre nach seinem Erscheinen. Das Update funktioniert in dieser Zeit nach dem gleichen Muster wie die Installation eines kumulativen Updates. Danach wird jedoch ein normales Upgrade fällig, bei dem man einen neuen Server aufsetzen muss.

    Die Ankündigung von Exchange, das voraus­sichtlich die Versionsnummer 2022 tragen wird, bezeichnet die Umstellung auf Exchange 2019 als das letzte herkömmliche Upgrade, auf das sich Kunden einlassen müssen. Daraus folgt, dass innerhalb von zwei Jahren, in denen das In-Place-Upgrade von Exchange 2019 auf 2022 noch möglich ist, bereits die nächste Version erscheinen muss.

    Neben dem Komfort eines In-Place-Upgrades könnte auch ein kürzerer Support die Kunden künftig zum regel­mäßigen Update bewegen. Wie lange Microsoft für die Abo-Versionen Unterstützung gewährt, steht derzeit aber noch nicht fest.

    Baldiger Wechsel auf das Abo-Modell

    Wie schon bisher, so erlaubt auch das neue Release eine Koexistenz mit älteren Versionen des Messaging-Systems. Zulässig im Parallel­betrieb sind nicht nur die neuesten Ausführungen, sondern alle Versionen hinunter bis 2013.

    Während der Support für Exchange 2013 in zweieinhalb Jahren abläuft, bleiben Anwendern bei der Version 2016 noch fünf Jahre. Der gleiche Zeitraum steht auch für Exchange 2019 zur Verfügung, weil es im Unterschied zu seinen Vorgängern statt der üblichen fünf nur zwei Jahre erweiterten Support erhält.

    Verbleibende Support-Zeiträume für die aktuell noch unterstützten Exchange-Versionen

    Warum das so ist, geht aus der aktuellen Ankündigung hervor. Microsoft möchte, dass Unternehmen, die Exchange weiterhin On-Premesis betreiben wollen, möglichst bald auf das Abo-Modell und die kurzen Update-Zyklen wechseln. Der Hersteller drängt sie bereits jetzt dazu, möglichst bald auf Exchange 2019 umzustellen, um die kontinuierlichen Updates beziehen zu können.

    Neuerungen primär für Exchange Online

    Die angekündigten Neuerungen beziehen sich fast ausschließlich auf Exchange Online bzw. hybride Installationen. Dazu gehört die Möglichkeit, auf das neue Admin Center umzuschalten, das seit Juli als öffentliche Preview verfügbar ist.

    Systemverwalter können für eine Übergangszeit zwischen dem alten und neuen Admin Center umschalten.

    Hinzu kommt die Zertifikat-basierte Authentifizierung für PowerShell-Scripts, die das v2-Modul für Exchange Online nutzen. Damit lassen sich Aufgaben besser automatisieren, weil eine interaktive Anmeldung oder das Hinterlegen von Credentials entfallen.

    Ebenfalls als Vorschau gibt es zurzeit den Service zur Migration von Postfächern zwischen Mandanten. Bereits erschienen ist die neue Version des Hybrid Configuration Wizard, der nun eine Kombination mit bis zu fünf Mandanten zulässt. Jeder davon erfordert lokal jedoch eine eigene Infrastruktur in Form eines separaten AAD Connect und getrennte SMTP-Domänen.

    Schließlich wird es künftig den Mailbox Role Calculator wieder als eigenen Download geben, nachdem das Tool zuletzt mit den Installations­medien von Exchange ausgeliefert wurde.

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