PowerShell Core 6.0 für Windows, Mac und Linux offiziell verfügbar

    PowerShell Core SetupMicrosoft gab den plattform­über­greifenden Nach­folger von Windows Power­Shell nun offi­ziell frei. PowerShell Core 6.0 wird somit vom Her­steller unter­stützt, und zwar nicht nur unter Windows, sondern auch auf macOS und Linux. Für reine Windows-Umgebungen besteht aktuell jedoch wenig Grund zum Umstieg.

    Nach einer rund zweijährigen Entwicklungszeit und mehreren Beta­versionen ist es nun soweit: PowerShell Core 6.0 ist als Kommando­zeile und Script-Umgebung für mehrere Betriebs­systeme und Prozessor­architekturen verfügbar. Dazu zählen Windows, macOS und Linux auf x86, aber auch Windows auf ARM-Geräten.

    Parallele Installation zu Windows PowerShell

    Wie Microsoft schon vor einiger Zeit angekündigt hat, gehört PowerShell Core die Zukunft. Windows PowerShell, das aktuell mit Windows 10 und Server 2016 (sowie 1709) in der Version 5.1 ausgeliefert wird, bleibt auf absehbare Zeit an Bord, erhält aber keine neuen Features mehr.

    PowerShell Core und Windows PowerShell können auf einem Rechner koexistieren.

    Anwender können die neue plattform­übergreifende Ausführung einsetzen, ohne sich dabei endgültig gegen Windows PowerShell entscheiden zu müssen. PowerShell Core 6.0 lässt sich nämlich parallel zur alten Umgebung installieren und betreiben.

    Wechsel der IDE erforderlich

    Das ist nur recht und billig, denn der Umstieg auf Core bedeutet den Verzicht auf einige Features und den Wechsel der IDE. PowerShell ISE lässt sich nicht für Core verwenden, stattdessen gilt Visual Studio Code dort als ihr Nachfolger. Dieses Tool beruht auf dem quelloffenen Web-Framework Electron und ist wie PowerShell Core eine Cross-Plattform-Anwendung.

    Die Cmdlets für Workflows und WMI fehlen in PowerShell Core, jene für CIM sind vorhanden.

    Auf der Strecke bleibt zumindest vorerst PowerShell Web Access, das mit Windows Server 2012 eingeführt wurde und von den IIS abhängt. Das Gleiche gilt für Workflows, Snap-ins und WMI-Cmdlets. Für Letztere sind die neueren CIM-Cmdlets jedoch als Alternative vorhanden.

    Noch wenige Module oder macOS und Linux

    Während PowerShell Core unter Windows die vorhandenen Module aufgrund der Binär­kompatibilität weiter­verwenden kann, ist die Ausstattung mit Cmdlets unter den anderen Betriebs­systemen noch ziemlich mager. Erweiterungen gibt es aus anderen Quellen, wobei man auf der PowerShell Gallery darauf achten sollte, dass Module explizit für Core ausgezeichnet sind.

    Der Funktionsumfang von PowerShell Core unter Linux (hier Ubuntu) ist noch überschaubar.

    Der wesentliche Trumpf der Core-Variante bleibt somit die Multi-Plattform­unterstützung, zu der auch das Remoting zwischen den unterschiedlichen System gehört. Als Mechanismus kommt dafür nicht wie gewohnt WinRM, sondern SSH zum Einsatz.

    Microsoft hat aus diesem Grund OpenSSH auf Windows portiert, im Release 1709 (Fall Creators Update) ist es bereits enthalten (siehe dazu: OpenSSH unter Windows 10 aktivieren, PowerShell-Remoting nutzen).

    Verfügbarkeit und Installation

    PowerShell Core 6.0 ist aktuell für folgende Plattformen verfügbar:

    • Windows 7, 8.1 und 10
    • Windows Server 2008 R2, 2012 R2, 2016
    • Windows Server Semi-Annual Channel (aktuell 1709)
    • Ubuntu 14.04, 16.04 und 17.04
    • Debian 8.7+ und 9
    • CentOS 7
    • Red Hat Enterprise Linux 7
    • OpenSUSE 42.2
    • Fedora 25, 26
    • macOS 10.12+

    Der Support folgt der Modern Lifecycle Policy, so dass man nach Möglichkeit immer die neuesten Versionen der Software einsetzen sollte. Diese findet man in Github auf dieser Seite. Für Windows liegt PowerShell Core als ZIP- oder MSI-Download vor, wobei Letzterer die Installations­voraus­setzungen prüft und somit vorzuziehen ist. Eine Anleitung für das Setup unter Linux und macOS gibt es auf Microsoft Docs.

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