Rittal LCP CX: Kühlsystem für kleinere Rechenzentren


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    Rittal hat mit dem LCP CX eine Kühlung vorgestellt, die speziell für kleine und mittegroße Rechenzentren konzipiert ist. "Rechenzentrum" bedeutet in diesem Fall nicht ein Data Center à la Google. Auch ein Raum mit nur einem Server-Schrank sollte richtig temperiert sein. Sonst besteht die Gefahr, dass Hitzestaus entstehen, die Server oder Storage-Systeme lahmlegen. Zudem bedeutet eine erhöhe Temperatur für elektronische Bauteile wie CPUs und Speicher-Chips "Stress", auf den sie einer höheren Ausfallquote und niedrigerer Lebensdauer reagieren.

    Laut Rittal ist die richtige Klimatisierung vor allem in kleineren Unternehmen ein Problem, die nur wenige Server, Switches und Speichersysteme in ihrem Data Center einsetzen. Sind die Geräte in einem 19-Zoll-Schrank untergebracht, wälzen sie die Luft meist nur über einen Lüfter im Deckenblech oder über einen 19-Zoll-Einschublüfter um. Stehen die Systeme dagegen offen im Raum, ist entweder gar keine oder nur eine wenig effiziente Raumklimatisierung vorhanden.

    Etwas höhere Temperaturen akzeptabel

    Rittal LCP CX - Kühlung für kleine RechenzentrenDerzeit halten die meisten Rechenzentren die Temperatur bei einem Wert von 20 °C. Allerdings raten Fachleute dazu, den Wert um 1 bis 2 °C zu erhöhen. Manche Experten halten sogar 26 °C für akzeptabel. Jede Erhöhung der Temperatur um 1 °C minimiert den Energieverrauch der Klimatisierungssysteme um etwa 3 bis 4 Prozent.

    Allerdings werden im Sommer in nicht klimatisierten Serverräumen leicht Werte 30 Grad und teilweise sogar noch mehr erreicht – ein ungesunder Wert für Server, Switches und Storage-Systeme. Daher ist der Einsatz einer Klimatisierungsanlage wie der Rittal LCP DX durchaus eine Überlegung wert. Das System führt bis zu 12 kW Verlustleistung über ein integriertes Kühlaggregat ab und eignet sich für die Rack- und Reihenklimatisierung.

    Für kleine und mittlere Installationen

    Das LCP DX ist für Serverräume vorgesehen, in denen eine Klimatisierung mit Luft/Wasser-Wärmetauscher oder Kaltwasser zu aufwändig wäre. Es besteht aus einem integrierten, drehzahlgeregelten Kompressor, einem elektronischen Expansionsventil und Kältekomponenten, etwa einem externen Verflüssiger. Dieser wird außerhalb des Rechenzentrums angebracht. Für den Betrieb des externen Verflüssigers sind keine aktiven Regelungskomponenten erforderlich, weil die Drehzahl der Lüfter über den Druck des Kältemittels bestimmt wird.

    Das LCP DX ist in zwei Versionen erhältlich. Das LCP Rack DX wird seitlich am Server-Schrank angebracht (linkes System im Bild oben) und führt die kühle Luft entweder nach rechts oder links in den Schrank ein. Anders bei der Variante für die Reihenkühlung (im Bild rechts). In diesem Fall ist das LCP Inline DX zwischen den einzelnen Racks angebracht und bläst die kühle Luft nach vorne in den Kaltgang. Diese Lösung ist vor allem dann von Vorteil, wenn die IT-Infrastruktur wächst und passive Klimatisierung nicht mehr ausreicht.

    Anschluss an vorhandene Leitungen

    Die zwei Ausführungen sind nach Angaben von Rittal auf einfache Weise zu installieren. Vorhandene Rohrleitungen lassen sich für den Verflüssiger des LCP DX weiter verwenden. Außerdem hat Rittal Zudem alle Steuerungselemente in das Chassis integriert. Der Verflüssiger selbst benötigt lediglich eine 230-Volt-Stromversorgung für die beiden integrierten Ventilatoren. Die Regelung erfolgt allein über den Druck des Kältemittels. So werden zusätzliche Kosten für die Verkabelung vermieden.

    Durch die vormontierte Ausführung kann jedes zertifizierte Kälte­fach­unter­nehmen ein LCP DX Zeit aufbauen und in Betrieb nehmen. Optional lässt sich das LCP DX auch in das Managementsystem Rittal RiZone einbinden, um Betriebswerte zu überwachen und das System zu steuern.

    Noch ein Tipp: Der Server-Spezialist Thomas Krenn erläutert in einem Wiki auf seiner Web-Seite, wie sich die Wärmeabgabe von Servern anhand des Stromverbrauchs ermitteln lässt. Damit kann ein IT-Fachmann berechnen, wie eine Klimaanlage dimensioniert sein sollte.

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