Red Hat Virtualization 3.0: Java-Manager, Update für KVM, SPICE

    Red Hat bringt ein Major Release seiner Virtualisierungsplattform Enterprise Virtualization (RHEV). Die Version 3.0 erhöht nicht nur, wie bei Updates einer solchen Software üblich, die Leistungsfähigkeit des Hypervisors, sondern beendet schon länger andauernde Umbauarbeiten bei den Management-Tools. Neu dabei sind ein Self-Service-Portal sowie eine Reporting-Engine zur Analyse von Nutzungsdaten.

    Red Hat positioniert sich als einer der großen Infrastruktur-Anbieter mit einem umfassenden Portfolio für die Virtualisierung von Servern und Desktops. Auch wenn die Firma in den Marketing-Folien die meisten Anforderungen abhaken kann, ist sie in der Praxis noch weit von einer führenden Position entfernt. In Gartners diesjährigem magischen Quadranten zu Virtualisierung nimmt Red Hat den letzten Platz sowohl bei der Ability to Execute als auch bei der Completeness of Vision ein. Auch die zusammen mit IBM und HP gegründete Open Virtualization Alliance wurde vor allem als Anti-VMware-Koalition der Verlierer wahrgenommen.

    Administrations-Server von .NET auf Java portiert

    Mit Red Hat Enterprise Virtualization (RHEV) macht der Hersteller zumindest technisch einige wichtige Fortschritte. Zu den wesentlichen Neuerungen zählt die schon länger andauernde Portierung des Administrations-Tools Virtualization Manager von .NET auf Java. Red Hat entledigt sich damit einer Erbschaft aus der Übernahme von Qumranet, das auch KVM entwickelt hatte. Anwender benötigen daher keinen Windows-Server mehr, um das quelloffene Virtualisierungssystem zu verwalten. Das erspart ihnen einige Lizenzkosten und beseitigt für Red Hat ein ideologisches Problem.

    Leistungsfähigeres KVM von RHEL 6

    Als Basis von RHEV 3.0 dient RH Enterprise Linux 6 und damit die neueste Version von KVM. Der Hypervisor unterstützt nun pro Host bis zu 128 logische Prozessoren und 2TB RAM, für VMs liegt das Limit bei 64 vCPUs und ebenfalls 2TB Arbeitsspeicher. Der Anbieter spricht auch von neuen Funktionen für lokalen Speicher, gemeint ist hier die Möglichkeit, Images von VMs auf Plattenlaufwerken von Servern zu speichern, so dass dafür kein Shared Storage mehr erforderlich ist. Eine Live Migration von VMs funktioniert in einer solchen Konstellation jedoch nicht.

    Zu den weiteren Neuerungen zählen:

    • Ein Self-Service-Portal, mit dem Anwender selbst VMs bereitstellen und verwalten können. Ähnliche Features bietet Microsoft im Virtual Machine Manager 2012 und Citrix in XenServer 6.0.
    • Eine integrierte Reporting-Engine, die Informationen über die Auslastung der Systeme und Nutzungsstatistiken liefert.
    • Ein neues REST-API, über das Scripts oder Management-Tools von Drittanbietern die Virtualisierungssoftware steuern können.
    • Eine aktualisierte Version von SPICE, dem Remote-Display-Protokoll für virtuelle Desktops. Es wurde nun für den Einsatz in WANs angepasst.

    Red Hat Enterprise Virtualization (RHEV) 3.0 liegt seit heute als Beta vor. Ein Release-Datum für die endgültige Version gab die Firma noch nicht bekannt.

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