Remote-Desktop: AnyDesk auch für iOS und Android

    AnyDesk für iOS und Android - Bildschirmtastatur für die einfache Bedienung der Remote-SystemeUm eine Version für iOS (iPhone, iPad) und Android hat das Stutt­garter Software­haus AnyDesk GmbH seine Remote-Desktop- und Fern­wartungs-Lösung AnyDesk ergänzt. Nutzer können damit von einem Smart­phone oder Tablet aus auf Rechner zugreifen, auf diesen Appli­kationen starten und die Systeme fern­steuern.

    Voraussetzung dafür ist jedoch, dass auf dem Remote-System ebenfalls die Software des Anbieters installiert ist. Bevor eine Verbindung aufgebaut werden kann, muss der Nutzer des Zielrechners also AnyDesk starten.

    Clients für Windows, Linux, FreeBSD und macOS

    Clients stehen für eine große Zahl von Betriebssystemen zur Verfügung, etwa Windows (XP, 7, 8 und 10) und alle gängigen Linux-Distributionen. Dazu zählen Debian, Fedora, Red Hat Enterprise Server, Suse Linux Enterprise Server, openSuse, Mageia und Ubuntu.

    Außerdem werden FreeBSD sowie macOS (ab 10.10 Yosemite) unterstützt. Spätere Versionen sollen nach Angaben des Unternehmens auch den Zugriff auf andere Android-Geräte sowie den Transfer von Dateien ermöglichen.

    Wer von einem Mobilgerät aus auf PCs oder andere Rechner zugreifen möchte, sollte allerdings ein Endgerät mit einem größeren Display bevorzugen. Bei einem Kurztest mit einem iPhone 6 erwies sich das Display als arg eng, trotz der Zoom-Funktion von AnyDesk. Deutlich komfortabler arbeiten ließ es sich mit einem iPad und einem Android-Tablet. Hilfreich ist, dass neben den Bildern auch Audiodaten übermittelt werden.

    Einsatzgebiet

    AnyDesk eignet sich vor allem für IT-Administratoren und Mitarbeiter im Support, die per Fernzugriff technische Probleme auf Clients lösen möchten. Dank der Apps für iOS und Android ist das nun auch von mobilen Endgeräten aus möglich. Die entsprechenden Apps stehen auf Google Play und in Apples App Store zur Verfügung.

    Vor allem für kleinere Unternehmen, die auf externe Systemspezialisten zurückgreifen, dürfte AnyDesk daher eine interessante Option sein. IT- und EDV-Fachleute können dank der Lösung auch von unterwegs aus erste Hilfe leisten, wenn ein PC, Notebook oder Mobilgerät nicht wie gewünscht funktioniert.

    AnyDesk - Verbindungsaufbau von einem iPhone aus zu einem Macbook ProTechnische Details zu AnyDesk hat WindowsPro bereits in einem früheren Beitrag beschrieben. Die Lösung basiert auf dem Video-Codec DeskRT. Er bietet dank Caching und Datenkompression auch bei Verbindungen mit geringer Bandbreite eine akzeptable Performance.

    Preisgestaltung: Kostenlos für private Nutzer

    Für den privaten Gebrauch ist AnyDesk kostenlos verfügbar, wobei Nutzer "nur" die Software herunterladen und installieren müssen. Das Anlegen eines Accounts bei AnyDesk ist nicht erforderlich.

    Kommerzielle Anwender können die Software testweise 30 Tage lang verwenden. Danach müssen sie eine Lizenz erwerben. Zur Wahl stehen AnyDesk Lite (ab 60 Euro pro Jahr) und AnyDesk Professional (180 Euro jährlich, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer). Alternativ dazu können User gegen eine Einmalzahlung eine Sechs-Jahres-Lizenz erwerben.

    Administrator-Funktionen ab AnyDesk Professional

    Zusätzlich steht AnyDesk Enterprise zur Verfügung. Diese Ausgabe nutzt eine eigene Netzwerk-Appliance. Den Preis teilt der Anbieter auf Anfrage mit. Eine Übersicht mit den Funktionen der Ausgaben von AnyDesk ist auf dieser Web-Seite zu finden.

    Wer auf eine REST-Schnittstelle, eine Sitzungsprotokollierung sowie Administrator-Funktionen benötigt, sollte zur Professional- und Enterprise-Version greifen. Gleiches gilt für Nutzer, die mehr als eine parallele Sitzung benötigen. Für einige Features, wie einen eigenen Namensraum und Unterstützung weiterer Sessions, fallen Preisaufschläge an.

    5 Kommentare

    Bild von vmoench
    vmoench sagt:
    12. Februar 2017 - 10:01

    Als ehemalige TeamViewer Mitarbeiter wollen sie bestimmt eine bessere Alternative bieten. Daher würde mich an der Stelle interessieren, wo das Bessere zu finden ist. Lohnt sich der Versuch? Oder muss das Argument reichen, dass es ein rein deutsches Unternehmen ist.

    Bild von Matthias
    Matthias sagt:
    15. Februar 2017 - 6:48

    Mein Argument war der Preis. Gefolgt "von der deutschen Infrastruktur". Wie auch immer. Nachdem letztes Jahre *endlich* ein funktionierender Mac Client herauskam, war ich schon froh. Und die neue Funktion, Kontakte zu speichern und innerhalb eines Kontos zu teilen ist auch eine Revolution, bei Anydesk. Anydesk ist oft langsam, keine Verbindung, Copy&Paste funktioniert nicht, keine gute Dateiübertragung... Leider muss ich oft zum Teamviewer wechseln. Der geht *immer*! Ich habe es mit Anydesk versucht. Werde aber nach einem Jahr Anydesk zu Teamviewer wechseln. Und deren Lizenzmodell zähneknirschend in Kauf nehmen.

    Bild von vmoench
    vmoench sagt:
    15. Februar 2017 - 7:32

    Entspricht meiner "Karriere". Ich bin auch wieder bei TeamViewer. Aber deren Lizenzmodell akzeptiere ich nicht, also die häufigen zu zahlenden Updates. Ich nutze meine 7er-Lizenz. Funktioniert immer noch prima und schnell. Ich vermisse da nichts.

    Bild von Matthias
    Matthias sagt:
    15. Februar 2017 - 8:18

    Die zu zahlenden Updates. Genau. Ich bin durchaus bereit für Innovationen und Mehrwert zu zahlen. Wird die 7er noch weiterentwicklt in Sachen Sicherheitsupdates? Auf der Seite finden sich nur die alten Version 10&11.

    Bild von vmoench
    vmoench sagt:
    15. Februar 2017 - 9:05

    Nicht falsch verstehen, ich zahle auch gerne Updates, irgendwie muss das Unternehmen ja nun auch Geld verdienen. Aber bei der Häufigkeit der Major-Updates ist Höhe der Kosten sind nicht akzeptabel. Vor allem nicht, wenn man mehr als eine Leitung/Benutzer hat. Updates gibt es für die 7er scheinbar nicht mehr. Ich habe den Support angeschrieben und sie haben mir einen Link zu den alten Versionen geschickt.