Ruckus Wireless mit WLAN-Access-Point für 802.11ac Wave 2

    Mit rund 1.300 Dollar ist der Ruckus Access Point ZoneFlex R710 der amerikanischen Firma Ruckus Wireless sicherlich kein Schnäppchen. Allerdings ist das WLAN-System für Firmenkunden mit hohen Ansprüchen konzipiert. Das belegt ein Blick auf die technischen Daten.

    Ruckus Wireless - WLAN-Access-Point ZoneFlex R710 mit 802.11ac 2nd WaveSo ist der Access Point (AP) für den Standard IEEE 802.11ac Wave 2 ausgelegt. Diese Erweiterung von 11ac bietet bis zu vier statt drei "räumliche" Datenströme (Spatial Streams) und ist für eine Kanalbreite von 160 MHz (statt 80 MHz) ausgelegt. Das resultiert je nach Kanalbandbreite und Zahl der Spatial Streams in Brutto-Datenraten von 1,7 GBit/s beziehungsweise 3,5 GBit/s.

    Der AP von Ruckus ist für vier Datenströme ausgelegt. Er schafft im 5-GHz-Band besagte 1,733 GBit/s Durchsatz, im 2,4-GHz-Band weitere 800 MBit/s. Das ergibt zusammengenommen 2,5 GBit/s. Außerdem unterstützt das System die gleichzeitige Übermittlung von Daten an unterschiedliche Geräte über die gleiche Frequenz. Mit diesem Multiple User MIMO (MU-MIMO) lassen sich deutlich mehr Endgeräte, sprich etwa doppelt so viele, mit Daten versorgen wie über einen Wave-1-WLAN-Access-Point.

    Für bis zu 500 Clients

    Ein ZoneFlex R710 unterstützt bis zu 500 Clients. Ruckus Wireless setzt bei dem System seine BeamFlex-Antennentechnologie ein. In Verbindung mit einer Software analysiert BeamFlex nach Angaben des Herstellers ständig das Funkspektrum sowie die Sende- und Empfangsbedingungen. Abhängig von der Art und Zahl der Clients, von Störeinflüssen wie Interferenzen und den Anwendungen passt der Access Point die Sende-/Empfangsmuster der Antennen an.

    Ruckus Wireless - WLAN-Access-Point ZoneFlex R710 - innenAngeblich lassen sich 4.000 individuelle Muster erzeugen. Dadurch erhöhen sich Reichweite und Datendurchsatz im Vergleich zu konventionellen AP bis um das Dreifache.

    Zudem deckt ein ZoneFlex-System eine deutlich größere Fläche ab. Ruckus spricht von einem bis zu acht Mal größeren Areal. Das zahlt sich auch in finanzieller Hinsicht aus, weil weniger AP benötigt werden.

    Ausstattung

    Der ZoneFlexR710 verfügt über zwei Gigabit-Ethernet-Ports. Das System kann über die Datenleitung mit Strom versorgt werden (Power over Ethernet, PoE). Das ist dann hilfreich, wenn ein AP an Stellen installiert wird, an denen keine Steckdose in Reichweite ist.

    Interessant für den Einsatz im Handel und anderen Bereichen sind zwei Funktionen. So unterstützt der integrierte USB-Port Bluetooth-Low-Energy-Beacons (BLE). Solche kleinen "Funkbaken" lassen sich an Warenregalen anbringen, aber auch an Exponaten in Ausstellungen oder in einer Messehalle. Mobilgeräte mit Bluetooth-Chip und entsprechenden Apps können mit den Beacons Informationen austauschen, etwa Preise oder Zusatzinformationen abfragen.

    Für Ortsbezogene Dienste

    Ruckus Wireless - WLAN-Access-Point ZoneFlex R710 - EinsatzgebieteEbenfalls integriert ist die SPoT-Technik von Ruckus. Damit können mehrere Ruckus-AP mithilfe eines Triangulationsverfahrens den Standort von WLAN-Endgeräten bestimmen. Auf diese Weise können Unternehmen und öffentliche Einrichtungen ortsbezogene Services (Locacation-based) anbieten.

    Einige Beispiele: Auf Flughäfen oder Bahnhöfen haben Reisende die Möglichkeit, sich zum richtigen Gate oder Bahnsteig lotsen zu lassen. Auch die Suche nach Geschäften und Duty-Free-Shops mit speziellen Waren lässt sich mithilfe einer solchen Technik vereinfachen. Zudem sind sind solche WLAN-gestützte Ortungsverfahren in etlichen Kliniken im Einsatz. Ein typisches Anwendungsgebiet ist das Orten des Standorts von medizinischen Systemen.

    Auch im Pflegebereich und der Pflege von Senioren im häuslichen Bereich (Ambient Assisted Living, AAL) laufen Feldversuche mit der WLAN-Ortung, etwa um den Aufenthaltsort von demenzkranken Senioren oder Alzheimer-Patienten festzustellen.

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