Netgears ReadyNAS-Betriebssystem erhält erweiterte Sicherheit


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    Version 6.2 von ReadyNAS OS, dem Betriebssystem für seine Network-Attached-Storage-Systeme, hat Netgear herausgebracht. Es kommt bei den Desktop-Systemen der ReadyNAS-Reihe zum Zuge, zudem bei den Rackmount-Versionen in IT-Schränken und Racks. Das Betriebssystem kann kostenlos auf jedes NAS-System der ReadyNAS-Reihe heruntergeladen werden.

    Netgear ReadyNAS - Einsatzbeispiel Disaster Recovery durch Spiegeln von DatenNeu bei Version 6.2 der Systemsoftware ist ein Schutz vor dem Bit-Rot-Phänomen. also dem schleichenden Verlust von einzelnen Bits auf Datenträgern. Diese neue Funktion ergänzt die vorhandenen Datensicherungsmechanismen der ReadyNAS-Systeme, etwa den automatischen RAID-Schutz gegen den Ausfall von Datenträgern und die Wiederherstellung von Daten mithilfe der Snapshot-Technik der Netgear-NAS-Systeme.

    Außerdem hat der Hersteller eine Anti-Malware-Software integriert. Sie untersucht Daten auf Schadsoftware hin und blockiert Viren und andere Schädlinge. Als weiteren Schutzmechnanismus bietet ReadyNAS OS das Replizieren (Spiegeln) von Datenbeständen von einem NAS-System auf ein zweites oder in eine Cloud an.

    Kampf gegen die "Bitfäule"

    Doch zurück zu Bit Rot oder der "Bitfäule", wie die Fachzeitschrift c't das Phänomen in einem Beitrag bezeichnet. Dahinter verbirgt das Phänomen, dass etwa eines von 10 hoch 16 gespeicherten Bit fehlerhaft ist. Das ist eine extrem geringe Quote. Doch weil mittlerweile in vielen Rechnern und NAS-Systemen Platten oder SSD mit einem oder mehreren TByte Kapazität stecken, ist Bit Rot sehr wohl ein Problem.

    Warum es zu Silent Data Corruption kommt, wie Bit Rot auch heißt, ist unklar. Es gibt mehrere Faktoren, die in Betracht kommen: Störungen auf dem Übertragungsweg, Stromschwankungen, Fehler im Cache von Festplatten, Schäden durch ionisierende Strahlung bei Flash-Speichern, Inkompatibilitäten zwischen einem RAID-Host-Adapter und der Firmware von Festplatten et cetera.

    Noch keine Patentlösung

    Maßnahmen gegen "Bit Rot" sind laut dem Beitrag in der c't offenbar rar gesät. Eine Option besteht darin, mithilfe von Hash-Werten (Vergleich von Prüfsummen von Daten vor und nach dem Speichern) die Integrität von Daten beziehungsweise Dateien zu checken. Ein anderer Weg ist der Einsatz von Dateisystemen wie ZFM, ReFS und Btrfs. Das Problem dabei: Speziell bei ReFS von Microsoft und Btrfs fehlen noch mittel- bis langfristige Erfahrungen, ob sich damit Bit Rot wirklich nachhaltig in den Griff bekommen lässt.

    Welches Verfahren Netgear im Detail gegen die Bitfäule einsetzt, ist unklar. Im Datenblatt des ReadyNAS 2120 v2 ist ein von einer "proprietären Technologie" die Rede. Das ist alles, war auf der US-Web-Site von Netgear an Informationen zu dem Thema zu finden ist.

    Datensicherung unter Windows und MacOS

    ReadyCloud-Service von Netgear: Daten vom NAS können in einer Cloud gesichert werden.Noch kurz ein Blick auf weitere Details von ReadyNAS OS und den unterstützten Endgeräten. Sowohl Nutzer von Windows- als auch Mac-OS-X-Systemen können auf entsprechenden NAS-Filern von Netgear Daten sichern. Die Synchronisation ist zwischen beliebigen Ordnern auf einem ReadyNAS-System und einem PC-Ordner möglich. Zudem unterstützt Netgear Apples Backup-Lösung Time Machine, inklusive der Möglichkeit, private, virtuelle Ziele für jeden Nutzer einzurichten.

    Derzeit kommt kaum ein Nutzer von NAS-Systemen am Thema "Cloud" vorbei. Viele Hersteller, auch Netgear, unterstützen das Sichern von Daten in Cloud-Umgebungen. Firmen sollten in diesem Fall prüfen, ob sich dies mit datenschutz­rechtlichen Vorgaben vereinen lässt. Das gilt beispielsweise in Deutschland für das Speichern von personenbezogenen Daten auf Servern und Storage-Systemen, die nicht in Rechenzentren in Deutschland oder der EU stehen.

    Daten in die Cloud auslagern

    Netgear ReadyCloud, der Cloud-Storage-Service von Netgear, wird über ein Web Interface bedient. Dies ist auch bei Lösungen von Mitbewerbern Stand der Technik. Interessanter sind Funktionen, die denen von Drop-Box und Google Drive gleichen. Damit schafft ReadyNAS OS einen, privaten Cloud-Zugriff.

    Nach Angaben des Anbieters gibt es derzeit keinen anderen Anbieter von NAS-Systemen, der einen vergleichbaren Service vorweisen kann. Für weniger kritsche Daten ist das Anlegen von Backups oder gar das Spiegeln von Daten in einer Cloud ein durchaus interessanter Weg. Damit hat der Nutzer die Gewähr, dass eine Kopie der Daten in einem separaten Rechenzentrum lagert. Sollten Datenbestände vor Ort im eigenen Haus verlorengehen, kann er somit eine Kopie davon aus dem Cloud-Data-Center herunterladen.

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