Thin Clients: Dell stellt Systeme mit Windows 10 IoT Enterprise vor


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    Dell Thin Client der Reihe Wyse 5000Windows 10 wirft allerorten seine Schatten voraus. Ab dem 29. Juli stellt Microsoft das neue Betriebssystem bereit. Es wird in mehreren Wellen "ausgerollt". Vermutlich deshalb, um die Rechenzentren von Microsoft nicht durch zu viele Download-Anfragen zu überlasten.

    Auch Thin Clients mit Windows 10 drängen auf den Markt. So hat Dell zwei solcher Systeme mit Windows 10 IoT Enterprise angekündigt: den 7490-Z90Q10 und 5490-D90Q10.

    Exkurs: Windows 10 für das "Internet der Dinge"

    Das Kürzel IoT steht für Internet of Things (Internet der Dinge), also eines der Schlagwörter, das derzeit die Diskussion im IT- und Netzwerkbereich beherrscht. Die IoT-Version von Windows 10 ist unter anderem für Kleinstrechner wie etwa den Raspberry Pi, Verkaufsterminals und Kassenautomaten sowie "Embedded"-Systeme in der Industrie vorgesehen. Microsoft hat zu diesem Zweck drei Ausgaben von Windows 10 IoT entwickelt – für mobile Systeme, für kleine ("small") Geräte und für Industriesysteme.

    Noch nicht hundertprozentig klar ist, ob es von Windows 10 IoT auch eine Long-Term-Servicing-Branch-Version (LTSB) geben wird. Laut einem Bericht auf Heise.de plant Microsoft offenbar, mit LTSB eine spezielle Ausgabe von Windows 10 herauszubringen. Bei ihr soll der Nutzer selbst entscheiden können, ob beziehungsweise wie lange er auf Funktions-Updates des Betriebssystems verzichten möchte.

    Bei den anderen Ausgaben ist das nicht oder nur eingeschränkt möglich. Gerade für Anwender, die Windows 10 in Verbindung mit speziellen (Fach-)Anwendungen einsetzen, ist der Verzicht auf Zwangs-Updates wichtig, die Fehler und Funktionsstörungen verursachen könnten.

    Für VDI-Umgebungen

    Die Thin Clients von Dell sind in erster Linie für virtualisierte Desktop-Infrastrukturen (VDI, Virtual Desktop Infrastructure) in Verbindung mit Microsoft Azure ausgelegt. Die Anbindung an Microsofts Cloud-Umgebung erfolgt über die Software Wyse vWorkspace 8.6.

    Die Zielgruppe sind dementsprechend Branchen, in denen besonders strikte Sicherheitsvorgaben herrschen, etwa das Gesundheits- und Finanzwesen. Aber auch im Bildungssektor und dem Handel sieht Dell Einsatzmöglichkeiten. Natürlich lassen sich virtualisierte Desktops auch in anderen Wirtschaftszweigen einsetzen.

    Technische Daten

    Kurz zu den technischen Details der Thin Clients. Allerdings beschränken sich diese auf wenige Kerninformationen, weil noch keine Datenblätter der Systeme verfügbar sind.

    Als Prozessor kommen Quad-Core-Versionen der G-Serie von AMD zum Zuge. In puncto Sicherheit sind ein Trusted Platform Module (TPM), die Laufwerksverschlüsselung BitLocker Drive Encryption, Secure Boot und die Standardsicherheits-Software Windows Defender mit an Bord.

    Microsoft - Versionen von Windows 10 IoTBeim Management haben Administratoren die Wahl zwischen Wyse Device Manager (WDM) und Microsoft System Center Configuration Manager (SCCM). Diese Lösungen eignen sich VDI-Umgebungen jeder Größe, von einem Dutzend Systemen bis hin zu Umgebungen mit Tausenden von Thin Clients.

    Desktop-Virtualisierung mit Wyse vWorkspace 8.6

    Für die Bereitstellung und Verwaltung der VDI-Umgebung ist Wyse vWorkspace 8.6 unter Microsoft Azure zuständig. Die Software ist im Übrigen auch das Herzstücke der VDI-Lösung Dell Appliance for Wyse – vWorkspace. Mit diesem schlüsselfertigen System können Unternehmen eigenständig eine VDI-Umgebung einrichten, ohne auf externe Fachleute zurückgreifen zu müssen.

    vWorkspace 8.6 unterstützt Hyper-V und Virtual Machines auf Basis von Windows 10. Laut Dell lassen sich mithilfe der Wyse-Software die Kosten von Windows-Anwendungen um bis zu 67 Prozent reduzieren, die in der Azure-Cloud gehostet werden. Ein Faktor, der die Kosten drückt: Nicht genutzte VDI-Sessions lassen sich zeitweilig deaktivieren und erst bei Bedarf neu starten.

    Version 8.6 von vWorkspace kann zudem mit kleineren Verbesserungen aufwarten. Dazu gehören optimierte Konnektoren für Windows-, Linux- und Chrome-OS-Systeme sowie die Möglichkeit, Dateien per Drag and Drop von einem physischen PC auf einen virtuellen Desktop zu verschieben.

    Preise

    Die beiden Thin-Client-Systeme werden zeitgleich mit Windows 10 an den Start gehen, also am 29. Juli 2015. Den 7490-Z90Q10 bietet Dell in der Einstiegskonfiguration für 602 Euro an, das System 5490-D90Q10 für 574 Euro (jeweils zuzüglich Mehrtsteuer).

    Zwei Tage später (31.07.) kommt vWorkspace 8.6 auf den Markt. Kostenpunkt: 88,63 Euro plus Mehrwertsteuer.

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