Umfassende Referenz zu Kommandozeilen-Tools in Windows (Server)

    Referenz für Kommandos unter WindowsMicrosoft veröffent­lichte ein 948 Seiten langes PDF, das eine Vielzahl von Dienst­pro­grammen und Befehlen für die Kom­mando­zeile beschreibt. Neben Infor­mationen über den Ver­wendungs­zweck ent­hält es eine Erläu­terung der Syn­tax für jedes Kom­mando. Einige davon dürf­ten selbst erfahrenen Admins nicht bekannt sein.

    Auch wenn PowerShell den her­kömmlichen Dienst­programmen und dem alten Kommando­interpreter immer mehr den Rang abläuft, so haben diese doch weiterhin ihre Existenz­berechtigung. Zum einen deckt PowerShell trotz großer Fortschritte immer noch nicht alle Funktionen des OS ab, und zum anderen sind viele Admins noch nicht auf PowerShell umge­stiegen.

    Inkonsistenz bei Gebrauch und Verfügbarkeit

    Wenn man durch die Kommando­referenz blättert, dann stößt man allerdings recht schnell auch auf einen Nachteil dieser Werkzeuge. Da sie über Jahre gewachsen sind und offenbar von verschiedenen Teams ohne Vorgabe von Standards entwickelt wurden, ist ihre Syntax uneinheitlich. Dagegen folgen Cmdlets in PowerShell einem einheitlichen Namens­schema und verfügen über einen Satz gemein­samer Parameter.

    Aufgrund der langen Historie einiger Dienst­programme wurden sie in neueren Versionen von Windows durch PowerShell-Cmdlets abgelöst und werden daher dort nicht mehr unterstützt (etwa manage-bde -tpm zum Management von TPMs). Andere fehlen dort gleich ganz, wie etwa append.

    Bündelung von Befehlen für bestimmte Dienste

    Das Dokument ordnet alle Befehle alphabetisch an, und anhand der Links am Anfang der Referenz kann man direkt zum gewünschten Tool verzweigen. Als weitere Navigations­hilfe fasst das Dokument die Befehle für einige Server-Dienste zu einer Tabelle zusammen, von der aus man die Beschreibung direkt ansteuern kann.

    Befehlsübersicht für die Remote Desktop Services

    Das betrifft die Kommandos zu den Remote Desktop Services, zum Steuern von Druckern und Druck­aufträgen, für das Network File System und für das in Windows Server integrierte Backup.

    Ein wesentlicher Nutzen der Referenz besteht darin, dass man beim Stöbern durch die Liste auf Kommandos stößt, die durchaus nützlich sind und von denen man wahrscheinlich noch nichts gehört hat. Denn wer kennt schon dcgpofix zur Reparatur der Standard-GPOs oder driverquery zum Abfragen der installierten Treiber?

    Trotz großen Umfangs nicht vollständig

    Die Schwäche der Übersicht besteht darin, dass sie nicht durch­gängig ausweist, unter welcher Version von Windows die jeweiligen Tools verfügbar sind. Außerdem fehlt ein Hinweis darauf, ob es sich im ein eigen­ständiges Dienst­programm oder einen internen Befehl des Kommando­interpreters handelt. Letztere sind in einer PowerShell-Konsole nicht verfügbar, zum Beispiel assoc oder ftype.

    Schließlich fehlen mit DISM und netsh.exe zwei populäre Tools, die über zahlreiche Parameter verfügen. Für Letzteres hält das PDF zumindest einen Link auf die Online-Referenz bereit.

    Das Dokument mit der Befehls­übersicht kann von Microsofts Website heruntergeladen werden.

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