Univention Corporate Server (UCS) 3.1: AD-Dienste mit Samba 4

    Die Bremer Univention GmbH veröffentlichte ihren auf Linux basierenden Corporate Server in der Version 3.1. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen die Integration von Samba 4, so dass er mit Active Directory kompatible Domänendienste bereitstellen kann, sowie App Center, ein Self-Service-Portal zu Installation von Anwendungen.

    Im Vergleich zu anderen Linux-Distributionen spielten Verzeichnisdienste bei Univention schon bisher eine besondere Rolle. Dazu zählten in der Vergangenheit auch Synchronisierungsmöglichkeiten mit Active Directory. Während die Domain-Services unter Samba 3 noch auf dem Stand der von Windows NT 4 waren, versteht sich Samba 4 als Alternative zu Active Directory.

    Migrations-Tool zur Übernahme von AD-Objekten

    Univention integrierte bereits vor einem Jahr eine frühe Version von Samba 4 in sein Betriebssystem. Das offizielle Release der Software erfolgte nun vor wenigen Tagen, so dass sich die Aktualisierung auf die neueste Ausführung durch das Einspielen einiger Patches bewerkstelligen ließ.

    Zum Lieferumfang von Univention Corporate Server (UCS) 3.1 gehört auch ein Migrations-Tool, mit dem sich die Objekte aus einem AD übernehmen lassen. Dazu zählen Computer- und User-Konten sowie GPOs. Nach dem Tausch der Domänen-Controller unter Windows Server durch UCS 3.1 ist laut Hersteller kein erneuter Domain Join für die Clients erforderlich.

    Portal für die Auswahl von Anwendungen

    Eine weitere wesentliche Neuerung im aktuellen Corporate Server ist das so genannte App Center. Es handelt sich dabei um ein Portal nach dem Muster von App Stores, aus dem man die Installation von Anwendungen veranlassen kann. Neben eigenen Applikationen bietet Univention dort auch Produkte von bekannten Anbietern aus der Linux-Welt, darunter die Groupware Zarafa, die deutsche Backup-Lösung SEP Sesam oder Sugar CRM.

    Im App Center bietet Univention sowohl eigenen Anwendungen als auch solche von anderen Herstellern.

    UCS 3.1 beruht auf dem Linux-Kernel 3.2.30 und liegt in 32- sowie 64-Bit-Ausführungen vor. Im Gegensatz zu Red Hat enthält es als Hypervisor neben KVM auch weiterhin Xen in der aktuellen Ausführung.

    Eine Lizenz für 50 User kostet 985 Euro, sie enthält einen Installations-Support: Mit erweitertem Support liegt der Preis bei 1885 Euro. Beide Optionen enthalten einen Wartungsvertrag für die Dauer eines Jahres. Eine kostenlose Testversion kann von der Website des Herstellers heruntergeladen werden.

    1 Kommentar

    Chandra sagt:
    3. Januar 2013 - 11:48

    Ich möchte noch ergänzen, dass sich im App-Store auch das Dokumentenverwaltungssystem „agorum core“ und die Cloud-Alternative „owncloud“ finden. Ferner stehen im Moment eine Reihe weiterer Hersteller und Partner m Begriff, ihre Software für UCS zu zertifizieren und im Univention App Center zur Verfügung zu stellen, was durch den App Store entscheidend vereinfacht wird. Insofern richtet sich der App Store natürlich auch an Entwickler und Software-Hersteller, die so zum Beispiel keine eigenen Repositories einrichten und pflegen müssen. Erwähnenswert ist auch ein neues Modul zur Netzwerkkonfiguration, mit dem sich unter anderem die Netzwerkeinstellungen für virtualisierte Gastbetriebssysteme einfacher vornehmen lassen. UCS 3.1 unterstützt außerdem auch den BIOS-Nachfolger UEFI. Fraglich ist aber Samba4 die mit Abstand wichtigste Funktion in UCS 31. Einfache lässt sich ein ADDS auf Linux-Basis derzeit sicher kaum in Betrieb nehmen. So dürfte der UCS auch in idealer Weise die durch die Einstellung von Microsofts Small Business Server entstandene Lücke füllen. Als Exchange-Ersatz fungiert dann Zarafa, dessen MAPI-Implementation der von Exchange nicht nachsteht.