VMware gibt vRAM-Lizenzierung in vSphere 5.1 auf

    Nach Berichten von crn.com wird VMware nächste Woche auf der VMworld bekanntgeben, dass es das mit vSphere 5 eingeführte Lizenzmodell aufgeben wird. Dieses begrenzt den Arbeitsspeicher, den man virtuellen Maschinen zuteilen darf, pro CPU auf einen Wert, der von der gewählten Edition abhängt. Den Meldungen zufolge kehrt VMware zu einer rein Prozessor-basierten Lizenzierung zurück.

    Erste Interpretationen sehen diese Änderung als Reaktion auf ein negatives Feedback durch die Kunden. Außerdem habe es dem Hauptkonkurrenten Microsoft zu viel Angriffsfläche für Marketing-Attacken geboten (Stichwort vTax). Was die Anwender betrifft, hatte VMware bereits kurz nach der Bekanntgabe des neuen Lizenzmodells auf Proteste reagiert und die vRAM-Limits erheblich nach oben geschraubt und diese bei 96 GB gedeckelt. Nach diversen Modellrechnungen des Herstellers hat die Begrenzung des virtuellen Arbeitsspeichers pro CPU nur selten zu Kostensteigerungen geführt.

    Kaum Einnahmen durch vRAM-Limit?

    Wenn also für die Berechnung der Lizenzkosten in den meisten Fällen ohnehin nur die Zahl der CPU-Sockel maßgeblich war, weil das großzügige vRAM-Limit nicht überschritten wurde, dann gibt es keinen Grund, die Kunden mit einem unnötig komplizierten Lizenzmodell zu quälen und gleichzeitig der Konkurrenz propagandistisch Schützenhilfe zu leisten.

    Windows 2012 geht mit einfacherer Lizenz voran

    Microsoft reduzierte bei Windows Server 2012 die Zahl der Editionen und vereinfachte deren Lizenzierung, indem grundsätzlich eine Lizenz für 2 Sockel fällig wird. Gegenüber VMware hat Microsoft jedoch den Vorteil, dass es nicht nur die Virtualisierung-Software liefert, sondern auch das Betriebssystem, das in der meisten VMs läuft. Die dafür erforderlichen Lizenzen sind fest an die Hardware gekoppelt, so dass Microsoft für jeden Server kassiert, auf dem eine Windows-VM ausgeführt wird - auch auf einem ESXi-Host.

    Lizenz-Harmonisierung mit anderen Produkten

    Nach den bisherigen Berichten dürften aber auch andere Pläne für die Lizenzänderung eine Rolle spielen. So ist offenbar vorgesehen, mehrere Management-und Cloud-Produkte mit vSphere im Bundle zu vertreiben, die Rede ist unter anderem von vCenter Operations, Site Recovery Manager (SRM) und vCloud Director. In diesem Fall wäre es vorteilhaft, die Lizenzbedingungen zu vereinheitlichen. Allerdings würde dies auch Änderungen bei den Management-Tools erfordern, weil diese derzeit noch pro verwalteter VM abgerechnet werden.

    Kostenlose VM-Replikation

    Eine Reaktion auf Windows Server 2012 ist zweifellos die kolportierte Absicht von VMware, die Replikation von VMs aus dem SRM zu lösen und in vSphere zu integrieren. Damit würde VMware den Vorteil von Hyper-V Replica egalisieren und ebenfalls eine Basisfunktion für DR ohne Aufpreis anbieten.

    3 Kommentare

    Bild von Tobbi
    Tobbi sagt:
    26. August 2012 - 13:34

    Sehr gut, die Lizenzierung per RAM war wirklich auch ein Graus, kein Wunder, dass dieses zu starker Ablehnung seitens der Kunden geführt hat.

    Bild von Christian Wimmer
    Christian Wimmer sagt:
    27. August 2012 - 16:10

    Was ein bisserl Konkurrenz ausmacht... zack ist die VTax weg.

    Bild von Holger Bui
    Holger Bui sagt:
    28. August 2012 - 4:01

    Da neben der Microsoft Lizensierung auch bei der Lizenzsierung von Citrix XenServer nicht auf RAM bzw. vRAM gesetzt wird sicherlich eine gute Entscheidung.

    Ferner wird es die Lizenzbedingungen für vSphere voraussichtlich vereinfachen und somit die Fehleranfälligkeit in Bezug auf die Kalkulation der nötigen Budgets verringern.