VMware ThinApp 5 unterstützt 64-Bit-Software, IE10 und Office 2013

    VMware kündigte die Version 5.0 von ThinApp zusammen mit mehreren Updates aus dem Bereich End User Computing an. Die wichtigsten Neuerungen bestehen in der Unterstützung von 64-Programmmen, des Internet Explorer 10 sowie von Office 2013. Darüber hinaus soll die Software entgegen der ursprünglichen Planungen als eigenständiges Produkt erhalten bleiben.

    VMware ThinApp ist eines der meistgenutzten Tools zur Applikations-Virtualisierung. Wie andere derartige Produkte führt es Anwendungen in einer Sandbox aus, die Teile des File-Systems und der Registry emuliert, so dass virtualisierte Programme nicht das System, sondern nur den Container verändern. Nach dem Beenden eines Programms hinterlässt es damit keine Spuren.

    Keine Installation von Applikationen

    Die Bereitstellung von Anwendungen erfolgt über den Download der Packages von Netzfreigaben oder über Streaming. Eine herkömmliche Installation ist dagegen nicht vorgesehen. Dafür benutzt ThinApp wie vergleichbare Produkte ein eigenes Package-Format, wodurch zusätzlicher Aufwand entsteht (siehe dazu meinen Vergleich: Anwendungsvirtualisierung versus herkömmliche Installation).

    App-V als Vorreiter für 64-Bit-Support

    Ein Defizit vieler Virtualisierer besteht darin, dass sie auch auf 64-Bit-Windows nur 32-Bit-Anwendungen ausführen können. Eine rühmliche Ausnahme ist hier App-V, das Microsoft schon vor 3 Jahren in der Version 4.6 mit 64-Bit-Support ausstattete. VMware zieht in dieser Hinsicht nun endlich nach. Das rechtfertigt die Einstufung als Major Release, weil damit erhebliche Änderungen in der Architektur der Software einhergingen.

    Wie beim Update von solchen System-Tools üblich, unterstützt auch die neue Version von ThinApp die aktuellsten Ausführungen populärer Anwendungen. Dazu zählt auch Office 2013, für dessen Virtualisierung auch eine eigene Dokumentation vorliegt.

    Parallele Ausführung mehrerer IE-Versionen

    Zu den weiteren neuen Programmen, die ThinApp ausführen kann, zählt der Internet Explorer 10. Durch die Abschottung gegenüber dem Betriebssystem erlaubt ThinApp sogar die parallele Nutzung mehrerer Versionen des Microsoft-Browsers. Wenn etwa selbst­entwickelte Web-Anwendungen eine alte IE-Version benötigen, dann kann man diese weiterhin verwenden, ohne auf eine neuere Variante verzichten zu müssen.

    Um flexibel ohne Intervention des Benutzers zwischen IE-Versionen wechseln zu können, führte VMware in ThinApp 4.6 eine Technik namens ThinDirect ein. Sie erlaubt die automatische Umleitung von bestimmten URLs auf festgelegte Versionen des virtualisierten Browsers. ThinApp 5.0 erweitert dieses Verfahren nun um .adm- und .admx-Templates, mit denen Administratoren zentral über Gruppenrichtlinien festlegen können, welche Web-Anwendungen in welchem IE laufen sollen.

    Rückzieher bei der Lizenzierung

    Schließlich gab VMware bekannt, dass ThinApp auch weiterhin als eigenständiges Produkt erworben werden kann. Der Hersteller hatte es in dieser Form bereits abgekündigt und wollte es ausschließlich als Bestandteil der Horizon-Suite vertreiben.

    Bei vielen Kunden stieß diese Entscheidung offenbar auf wenig Verständnis, so dass VMware nun zurückruderte und die Software auch getrennt von der Suite verkauft. Für ThinApp 5.0 legte sich die Firma auf einen Support-Zeitraum von fünf Jahren fest.

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