VMware modifiziert Lizenzmodell für vSphere 5

    VMware kündigte mit vSphere 5 ein neues Lizenzmodell an, das sich weniger an der installierten Hardware, sondern mehr an den tatsächlich genutzten Ressourcen orientiert. Lizenzen müssen zwar immer noch abhängig von der Zahl der CPUs erworben werden, aber zusätzlich gesteht ihnen VMware nur ein Kontingent an maximal nutzbarem Arbeitsspeicher zu. Nach Protesten von Anwendern ist VMware nun bereit, dieses Limit deutlich zu erhöhen.

    Das mit vSphere 5 in Kraft tretende Abrechnungsverfahren kann besonders bei Konfigurationen mit viel RAM pro Prozessor zu Preiserhöhungen führen. Eine solche wird häufig für virtuelle Desktops eingesetzt. Um zu gewährleisten, dass vSphere für die Nutzung von VDI-Software anderer Anbieter konkurrenzfähig bleibt, stellte VMware dafür mit der Version 5 bereits eine eigene Lizenz namens vSphere Desktop vor.

    Lautstarke Proteste gegen Lizenzmodell von vSphere 5

    Auch wenn seriöse Berechnungen darauf hinwiesen, dass das vRAM-Limit bei den meisten Anwendern keine zusätzlichen Lizenzen erfordert, so sorgten einige lautstarke Proteste in verschiedenen Foren, die von der Konkurrenz und unsachlichen Medienberichten verstärkt wurden, doch für eine negative Resonanz auf die veränderten Lizenzbedingungen.

    Wie verlässliche Quellen nun melden, beugt sich VMware diesem Druck und wird das Limit für den maximalen Arbeitsspeicher pro CPU deutlich erhöhen. Demnach verdoppelt sich die zulässige Menge an genutztem RAM bei Enterprise und Enterprise Plus von 32GB bzw. 48GB auf 64GB bzw. 96GB. Die Beschränkung für Essentials und Essentials Plus werden angeblich von 24 GB auf 32GB angehoben. Wie bisher geht die Menge des insgesamt erworbenen vRAM in einen gemeinsamen Pool ein, so dass sich der nicht zugewiesene Speicher auf andere Server im Rechenzentrum übertragen lässt.

    VM schlägt mit maximal 96 GB zu Buche

    Eine wesentliche Botschaft von VMware bei der Ankündigung von vSphere 5 bestand darin, dass man nun in der Lage sei, auch die aufwändigsten unternehmenskritischen Anwendungen zu virtualisieren. Der Hersteller schuf dafür die technischen Voraussetzung durch eine weitere Anhebung der Kapazität von virtuellen Maschinen auf bis zu 32 vCPUs und 1 TB RAM. Aber genau hier ist das neue Abrechnungsmodell kontraproduktiv und droht diese Ambitionen von VMware zu bremsen.

    Solche 1TB-Monster-VMs werden nämlich durch die vRAM-Deckelung im neuen Lizenzmodell unerschwinglich, weil selbst bei Enterprise Plus mit einem Limit von 48 GB vRAM dafür mehr als 20 Lizenzen nötig sind, unabhängig davon, wie viele Prozessoren der Server enthält. Den Meldungen über die geplanten Änderungen zufolge möchte VMware nun pro VM eine Obergrenze von 96GB einziehen, so dass sie den gesamten vRAM-Pool höchstens mit diesem Wert belasten, unabhängig davon, wieviel RAM ihnen tatsächlich zugeteilt wurde.

    Update: VMware hat die Änderung der Lizenzbedingungen mittlerweile offiziell bestätigt.

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