VMwares Desktop-Virtualisierungsdienst für Googles Chromebooks

    Auf den Chromebooks von Google wird VMware virtualisierte Desktop-Umgebungen bereitstellen. Am Rand von VMwares Partnerveranstaltung VMware Partner Exchange 2014 gaben beide Firmen eine entsprechende Vereinbarung bekannt. Die virtualisierten Desktops werden über VMwares DaaS-Service (Desktop as a Service) auf die Chromebooks übertragen. Diese Rechner laufen unter dem Betriebssystem Chrome OS.

    Chromebook von SamsungDer DaaS-Service von VMware soll eine Schwachstelle der Chromebooks kompensieren: Sie stoßen bei Anwendern derzeit auf keine sonderlich große Resonanz. Die Marktforschungsfirma IDC taxiert den Marktanteil dieser Rechner auf dem PC-Markt 2013 auf gerade einmal 1 Prozent. Auch künftig sieht es eher mau für dieses Rechner aus: IDC geht 2017 von 6 Millionen verkauften Systemen aus. Das entspricht einem Marktanteil von 2 Prozent.

    Zu anderen Ergebnissen kommt die US-Marktforschungsfirma NPD. Laut ihren Daten machten Chromebooks im vergangenen Jahr 21 Prozent es Umsatzes mit Notebooks in den USA aus - eine Zahl, die sehr hoch gegriffen scheint.

    Über Windows zum Erfolg

    Mit Desktop-Virtualisierung an Bord können auf Chromebooks auch Windows und damit Windows-Anwendungen laufen. Das ist bereits jetzt möglich, wenn User VMware Horizon View 5.3 einsetzen. Im Gegensatz zu dieser Lösung ist der DaaS-Dienst von VMware insbesondere für Unternehmen interessant, die nicht, wie bei Horizon View erforderlich, eine eigene Cloud-Umgebung aufbauen möchten. Über diese werden bei Horizon View die Desktops bereitgestellt. Bei VMware Desktop as a Service übernimmt der Service Provider die Aufgabe, das Backend vorzuhalten und zu managen.

    VMware will nach eigenen Angaben sein Desktop-as-a-Service-Angebot in den "kommenden Monaten" an den Start bringen. Wann genau, ist unklar, ebenso gibt es noch keine Informationen darüber, ob beziehungsweise wann der Dienst auch in Deutschland verfügbar sein wird.

    Anbieter von Chromebooks

    Google jedenfalls rührt kräftig die Werbetrommel für die Kombination Chromebook – VMware. Angeblich können Unternehmen bis zu 5.000 Dollar sparen, wenn sie solche Systeme einsetzen. Ein Grund dafür sind die niedrigen Anschaffungskosten für Chromebooks. HPs Pavilion Chromebook ist beispielsweise ab 249 Euro erhältlich.

    Auch Samsung hat mit dem Chromebook Serie 3 303C12 ein entsprechendes System im Portfolio. Es ist für einen Straßenpreis von etwa 250 Euro zu haben. Dell kündigte Ende 2013 den Einstieg ins Chromebook-Geschäft an. Das Dell Chromebook 11 sollte bereits im Januar verfügbar sein, mit einem Intel-Celeron-Prozessor und einem Solid State Drive von – gerüchteweise – 16 GByte Kapazität. Bislang ist das System aber nicht im Dell-Online-Shop aufgetaucht.

    Ein weiterer Anbieter von Chromebooks ist Acer, mit den Systemen C710 und C720. Das kleinere Modell ist im Online-Handel zwar seit März 2013 gelistet, aber nur bei wenigen Anbietern zu haben. Es kostet circa 250 bis 270 Euro. Das C720 kam im Herbst 2013 auf den Markt. Es ist mit einem Intel-Celeron-2955U-Prozessor, 2 GByte RAM und einer 16-GByte-SSD ausgestattet. Sein Preis: ebenfalls um die 250 bis 270 Euro.

    Noch nicht absehbar ist, ob Chromebook mithilfe des Vehikels Windows eine höhere Verbreitung bei Firmenanwendern und Privat-Usern finden wird. Dies umso mehr, als Windows-Notebooks, etwa von Lenovo, mit Windows 7 64 Bit ab 440 bis 460 Euro verfügbar sind. Allerdings führt Google für das Chromebook deutlich niedrigere Managementkosten ins Feld. Wie hoch die Kosten für ein Chromebook ausfallen, wenn zusätzlich die Aufwendungen für VMwares DaaS-Dienst hinzukommen, muss sich erst noch zeigen.

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