Windows 8 enthält Virenscanner von Security Essentials

    Microsoft kündigte an, dass Windows 8 mit einer vorinstallierten Antiviren-Software ausgeliefert wird. Bisher enthielt das Betriebssystem nur den Windows Defender als Schutz gegen Spyware, die Security Essentials mussten separat von Microsofts Website heruntergeladen werden. Im Consumer-Markt dürfte es damit für Anbieter von Viren-Scannern schwierig werden.

    Grundsätzlich ist es keine Frage, dass ein modernes Betriebssystem eine integrierte Software zur Abwehr von Malware haben sollte, besonders dann, wenn es (alle Versionen zusammen) einen Marktanteil von über 90 Prozent hat. Wenn nur ein geringer Teil davon ohne Antiviren-Lösung betrieben wird, sind sie leichte Beute für Angriffe und beeinträchtigen etwa als Mitglied eines Botnets die Sicherheit aller Benutzer.

    Zurückhaltung wegen kartellrechtlicher Bedenken

    Der Virenscanner der Security Essentials ist unter Windows 8 Teil des Windows Defender.Microsoft hielt sich mit der Integration eines Viren-Scanners bisher aus Furcht vor möglichen kartellrechtlichen Konsequenzen zurück. Mit Windows 8 gibt Microsoft diese Zurückhaltung auf und schützt jeden neuen PC gegen gängige Bedrohungen, was vor allem für Privatanwender wichtig ist. Die Antiviren-Software firmiert in der eben veröffentlichten Windows 8 Developer Preview unter der Bezeichnung Windows Defender.

    Gefahr durch Monokultur bei Antiviren-Software

    Wie schon bei der Markteinführung der Security Essentials ist auch dieses mal mit Protesten diverser Anbieter von Security-Software zu rechnen. Dennoch sehen sie trotz der vorinstallierten Antiviren-Software weiterhin Bedarf für ihre Produkte. Sie argumentieren, dass es eine Monokultur bei Viren-Scannern den Autoren von Malware erleichtere, ihre Schadprogramme auf vielen PCs einzuschleusen, indem sie die Schwächen der Standardsoftware gezielt ausnutzen.

    Keine Relevanz für Unternehmen

    Für Unternehmen ist diese Grundausstattung aufgrund fehlender Management-Funktionen ohnehin nicht interessant, so dass hier Drittanbieter nach wie vor zum Zug kommen. Microsoft ist in diesem Segment mit Forefront Endpoint Proctection vertreten.

    Neben den fehlenden Möglichkeiten zu zentralen Verwaltung sprechen bisher auch lizenzrechtliche Beschränkungen gegen den professionellen Einsatz, weil die Security Essentials nur für den privaten Gebrauch oder für maximal 10 Arbeitsplätze in Firmen zugelassen sind. Daran dürfte sich auch unter Windows 8 nichts ändern.

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