Windows 8 für ARM nicht kompatibel mit alter Software


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    Anfang des Jahres kündigte Steve Ballmer auf der CES an, dass Windows 8 nicht nur auf Intel-CPUs laufen werde, sondern auch in einer Version für ARM-Prozessoren entwickelt wird. Diese stromsparenden System-on-a-Chip-Architekturen (SoC) eignen sich besonders für mobile Geräte wie Tablets. Eine Intel-Managerin behauptete nun, dass Microsoft keinen Kompatibilitätsmodus für Windows-x86-Anwendungen auf ARM vorsehe.

    Per se ist es natürlich keine Überraschung, dass Software für eine Prozessorarchitektur nicht auf der anderen abläuft. Allerdings hat etwa Apple seine beiden CPU-Wechsel (von Motorola 68K auf PowerPC, von PowerPC auf Intel) durch die Emulation der jeweils alten Plattform abgefedert.

    Bestehende Anwendungen nur für Windows 8 x86/x64

    Bei Microsoft steht zwar kein CPU-Wechsel bevor, so dass kein Zwang besteht, Legacy-Anwendungen aus der x86-Welt auf ARM zu übernehmen. Schließlich können sie Kunden ja weiterhin auf Intel-Maschinen weiternutzen. Aber der enorme Bestand von Windows-Applikationen ist ein wesentlicher Trumpf, wenn Microsoft im Tablet-Markt gegen Apple und Android Boden gut machen will.

    Einfache Portierung auf ARM fraglich

    Die anlässlich der CES-Ankündigung versprochene einfache Portabilität von x86-Anwendungen, die durch bloßes Rekompilieren zu erreichen sei, wird sich in der Praxis so nicht realisieren lassen. Das durch viele Altlasten geprägte Windows wird es Entwicklern nicht so einfach machen, außerdem entfällt der größte Aufwand bei der Portierung von Software auf die Qualitätstests. Es ist daher eher anzunehmen, dass Anbieter neue Programme für beide Architekturen entwickeln und weniger alten Code neu übersetzen.

    Desktop-Apps nicht ideal für Tablets

    Auf der anderen Seite muss sich allerdings erst zeigen, wo die ARM-Prozessoren zum Einsatz kommen. Wenn sie sich tatsächlich auf Tablets und ähnliche Geräte beschränken, dann fehlt diesen ohnehin die Leistung, um in einem Emulator alte Desktop-Anwendungen auszuführen. Vor allem aber sind viele von ihnen in einer auf Touch-Bedienung ausgelegten Oberfläche ohnehin deplatziert.

    Da sogar darüber spekuliert wird, dass ARM-Systeme wegen ihres geringen Stromverbrauchs in Windows-Servern genutzt werden könnten, ist es nicht ausgeschlossen, dass diese CPUs ihren Weg auf den Desktop finden. Dort ist Abwärtskompatibilität aber Pflicht, die Portierung von Office alleine reicht da nicht.

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    Bild von Wolfgang Sommergut
    Wolfgang Sommergut hat lang­jährige Erfahrung als Fach­autor, Berater und Kon­ferenz­sprecher zu ver­schie­denen Themen der IT. Da­ne­ben war er als System­ad­mi­ni­stra­tor und Con­sultant tätig.
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