Windows Terminal: teilbare Fenster, Integration mit WSL, Release im April 2020

    Windows TerminalWindows Terminal ist die zukünf­tige Kon­sole für alle Shells und Kommando­zeilen in Windows. Seit der ersten Preview im Früh­sommer legte Microsoft mehrere Updates nach. Diese ergänzten das Pro­gramm um zahl­reiche neue Optionen wie etwa geteilte Fenster und ver­besserten auch die Konfi­guration.

    Die schon sehr früh veröffentlichte erste Preview von Windows Terminal ließ mit ihrer mageren Ausstattung kaum erahnen, dass es sich dabei um die nächste Generation der Windows-Konsole handeln soll.

    Fokus auf Usability

    Seitdem hat sich jedoch im Lauf mehrerer Previews einiges getan. Ein wesentlicher Teil der Arbeit ging in eine bessere Bedien­barkeit, schließlich handelt es sich dabei um ein Hauptanliegen hinter dem ganzen Projekt. Das Ergebnis soll ja eine Konsole sein, die sich nicht mehr wie ein Fremdkörper in einer grafischen Fenster­umgebung anfühlt.

    Auf den ersten Blick fällt auf, dass sich die Titelleiste geändert hat und damit auch die lästige Einschränkung beim Verschieben des Fensters mit der Maus beseitigt wurde. Viele Neuerungen sind jedoch nicht auf Anhieb zu erkennen, weil sie hinter den Kulissen stattfanden oder nicht so offen­sichtlich sind. Das gilt etwa für die Einführung einer neuen Standardschrift namens Cascadia Code.

    Teilbare Fenster

    Einen wesentlichen Fortschritt brachte zuletzt die Preview 0.7 mit der Möglichkeit, Konsolenfenster horizontal oder vertikal zu teilen. Dadurch kann man sehr schnell zwischen mehreren Kommando­zeilen wechseln, ohne jedes Mal über die Register­karten gehen oder weitere Instanzen des Terminals starten zu müssen.

    Windows Terminal erlaubt es seit der Preview 0.7, Fenster horizontal oder vertikal zu teilen.

    Im Moment startet im neuen Abschnitt aber immer nur die Standard-Shell, in den meisten Fällen wird man aber eher die gleiche Shell haben wollen wie im ursprünglichen Fenster. Dies lässt sich angeblich durch eine aufwändige Einstellung für die Tastaturbelegung ändern, klappte bei mir aber nicht.

    Zu den weiteren Usability-Verbesserungen zählen:

    • Tabs lassen sich mit der Maus umsortieren (aktuell stürzt das Programm jedoch dabei ab, wenn man es als Admin ausführt)
    • Wörter lassen sich durch Doppel- und Zeilen durch Dreifachklick markieren, die Markierung kann man durch Ziehen mit der Maus erweitern.
    • Die Hintergrundfarbe für die Markierung kann über die Einstellungen festgelegt werden.
    • Eine feste Position des Fensters auf dem Bildschirm lässt sich konfigurieren
    • Die Konsole kann man im Vollbildmodus ausführen, dafür sind die Tasten Alt + Enter und F11 vorbelegt. Der Start im Vollbild kann über eine eigene Einstellung konfiguriert werden.
    • Windows Terminal warnt beim Schließen, wenn mehrere Tabs geöffnet sind.

    Windows Terminal warnt nun vor dem Schließen von Fenstern mit mehreren Tabs.

    Integration von Azure und WSL

    Ein weiteres Anliegen neben der Umstellung der Konsole auf ein modernes Windows-Programm besteht in der Integration diverser Shells. Vorbei sind nämlich die Zeiten, wo Admins mit cmd.exe und Windows PowerShell ihr Auslangen fanden.

    Zum einen wird es auf absehbare Zeit ein Nebeneinander von Windows PowerShell und den auf .NET Core basierenden Multi­plattform­versionen PowerShell Core 6 sowie PowerShell 7 geben.

    Zum anderen bringt die neue Generation des Windows Subsystem for Linux (WSL) eine engere Verflechtung zwischen den Kommando­zeilen­programmen von Windows und Linux. Dies spiegelt sich auch in Windows Terminal wider, das ein installiertes WSL selbständig erkennt und ein Profil für bash erstellt.

    Schließlich überrascht es wenig, dass Microsoft das Windows Terminal auch für hybride Cloud-Umgebungen positioniert. Aus diesem Grund gehört bereits zu seiner Grund­ausstattung ein Profil für Azure Cloud Shell.

    Konfiguration über JSON

    Eine der größten Hürden bei der Nutzung von Windows Terminal dürfte für viele Admins die Konfiguration der Konsole sein. Sie erfolgt durch das direkte Editieren der JSON-Profildatei, was angesichts der zahlreichen Optionen und manch komplexer Einstellung einigen Aufwand erfordert.

    Bei einer ungültigen Konfiguration durch den Benutzer fällt Windows Terminal auf die Standardeinstellungen zurück.

    Die Roadmap für die Version 1.0 sieht nicht vor, diesen Zustand zu ändern, eine GUI für die Konfiguration der Einstellungen soll erst später folgen.

    Vorerst vereinfachen zwei Neuerungen das Bearbeiten der Konfiguration. Zum einen enthält default.json nun ein Schema, so dass Editoren wie etwa VSCode den Anwender mit Type-ahead unterstützen.

    Zu anderen haben Entwickler auf eine kaskadierende Konfiguration umgestellt, der umfangreiche Default-Einstellungen zugrunde liegen (Anzeige durch Alt + Klick auf den Menüpunkt Einstellungen). Sie sollte man nicht anpassen, weil die Änderungen dort von der Software verworfen werden. Vielmehr kann man die Vorgaben durch eine eigene Profildatei überschreiben.

    Windows Terminal enthält ein umfangreiches Standardprofil, das man nicht editieren sollte.

    Verfügbarkeit

    Wie schon die früheren Previews ist auch das aktuelle Windows Terminal 0.7 über den Microsoft-Store verfügbar. Alternativ kann man es von Github herunterladen. Voraussetzung ist jedoch ein aktuelles Windows 10.

    Im Dezember soll noch eine weitere Preview erscheinen, die dann alle Features für das erste offizielle Release enthält. Die verbleibende Zeit bis zum geplanten Freigabedatum im April wollen die Entwickler für die Beseitigung der noch zahlreichen Fehler nutzen.

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