Windows 10 automatisiert installieren mit der baramundi Management Suite

    baramundi OS InstallDie unbe­auf­sichtigte In­stal­lation mit Ant­wort­da­teien, ein seit XP gän­giges Ver­fahren für das OS-Deploy­ment, eig­net sich auch für die Migra­tion auf Win­dows 10. Wenn ein In-Place-Upgrade nicht in Frage kommt, dann las­sen sich bei hetero­gener Hard­ware damit die besten Ergeb­nisse erzielen.*

    Während Microsoft seit Vista das Cloning als bevorzugtes Wipe-and-Load-Verfahren propagiert, hat die von baramundi als OS-Install bezeichnete native Installation weiter ihre Berechtigung. baramundi unterstützt damit alle Betriebs­systeme ab Vista und Windows Server 2008 R2.

    Installations­medien aktualisieren

    Zu den Vorbereitungen gehört vor allem die Aktualisierung der Installations­medien: Werden vorab alle wichtigen Updates zum WIM-Archiv hinzugefügt, dann beschleunigt dies die Ausführung des Setup und führt zu sofort nutzbaren und auch sicheren Systemen. Der anschließende Jobschritt zur Patch-Installation installiert dann nur noch die neusten Patches.

    Microsoft sieht für dieses Offline Servicing das Kommando­zeilen-Tool DISM vor, mit dem sich WIM-Archive mounten und mit Updates bzw. Packages versehen lassen. Umgekehrt kann man damit auch Komponenten und Anwendungen entfernen, beispiels­weise nicht benötigte Store Apps, die Microsoft bei Windows 10 vorin­stalliert.

    Antwortdatei steuert Installation

    Sollen während der Installation bestimmte Aktionen automatisch ablaufen, dann können Administratoren die von baramundi mitgelieferte Antwortdatei mit dem ADK-Tool Windows SIM anpassen. Sie enthält bereits viele sinnvolle Vorein­stellungen, wie den Beitritt zu einer Domäne, und erspart dem System­verwalter, die unattend.xml von Grund auf neu zu konfigurieren.

    Mit der baramundi Management Suite können Administratoren unterschiedlichste Betriebssysteme ausrollen.

    Boot-Image und Windows ADK

    Die baramundi Management Suite setzt für das automatisierte Deployment ein Boot-Image voraus, und zwar passend zum vorgesehenen Betriebssystem. Dafür braucht man ebenfalls das Windows Assessment and Deployment Kit (Windows ADK).

    Ist dieses installiert, dann kann man mit dem baramundi Boot Media Wizard ein WinPE-Abbild erstellen. Er findet sich im baramundi-Programmverzeichnis unter Tools und benötigt mindestens die folgenden Angaben:

    1. Typ des Bootmediums, hier PE Netzwerk Boot Image.
    2. baramundi-Server
    3. Windows PE-Einstellungen: Pfad zum ADK und zur boot.wim, Speicherpfad, Architektur (x86, x64) sowie Boot-Typ (BIOS/UEFI). Da baramundi das installierte ADK erkennt, trägt es automatisch die richtigen Pfade ein.
    4. Im letzten Schritt lassen sich Treiber hinzufügen, die nicht in den Installations­medien enthalten sind. Damit kann man auch neueste Netzwerk­karten oder Festplatten­typen unter Windows-PE verwenden.
    5. Abschließend wird die Generierung des Boot Images gestartet.

    Da es keine Version von Windows PE gibt, die sowohl auf UEFI- als auch auf BIOS-Systemen bootet, empfiehlt baramundi, wenn möglich den BIOS-Kompatibilitäts­modus zu nutzen. Ist dies für einzelne Geräte nicht möglich, werden mit dem Boot Media Wizard einfach passende WinPE-Images für beide, BIOS und UEFI, erstellt.

    Der Boot Media Wizard vereinfacht das Erstellen eines passenden PE-Images.

    Betriebssystem im bMS bereitstellen

    Der Administrator benötigt die Quellen des gewünschten Betriebs­systems, also etwa von Windows 10. Dieses muss er in der bMS hinterlegen, damit es für Installationen genutzt werden kann. Im Menüpunkt Betriebssysteme legt er dafür ein neues Profil mit folgenden Angaben an:

    1. Integrationsmethode Nativ
    2. Pfad zum Betriebssystem
    3. Eine Antwortdatei für eine vollständig automatisierte Windows-Installation (eine von baramundi mitgelieferte Datei, oder eine individuell angepasste Datei)
    4. Lizenzschlüssel, hier kann auch die integrierte Lizenzverwaltung angegeben werden

    Auswahl der Integrationsmethode Nativ.

    Der Administrator kann jederzeit im Menüpunkt Betriebssysteme sämtliche angelegten Betriebssysteme bearbeiten und beispielsweise nachträglich mit Lizenzen ausstatten.

    Job erstellen für die Betriebssystem-Verteilung

    Die baramundi Management Suite erledigt alle Client-Aufgaben über so genannte Jobs. Dement­sprechend muss für die Betriebs­system-Verteilung ein solcher vom Typ Job für Windows-Gerät erstellt werden. Nur wenige Angaben sind im Wizard dafür erforderlich: Als Job-Schritt ist Betriebs­system instal­lieren zu wählen und das zuvor erstellte OS anzugeben.

    Verschiedene weitere Optionen stehen zur Verfügung, so lässt sich auch die Partitionierung der Client-Festplatte steuern. Dazu wählt man Hardware-Profile aus, die man zuvor beim Anlegen des Betriebssystems erstellt.

    Das Ausrollen von Betriebssystemen wird in baramundi über Jobs gesteuert.

    Installation auslösen

    Bevor der erste Client per Netzwerkboot eine Installation anfordert, muss der Administrator das baramundi-System einmalig für diesen Vorgang unter Konfiguration => Server => PXE Unterstützung aktivieren. Hier schaltet er dafür PXE und TFTP ein und startet anschließend den baramundi-Server-Dienst neu.

    Der Administrator muss im baramundi-System PXE- und TFTP-Support aktivieren.

    Um die OS-Installation auszulösen, ordnet der Administrator dem eben erstellten Job einem oder mehreren Clients zu. Dies erledigt er durch einen Klick auf den gleichnamigen Button in der Job-Ansicht

    Neue Clients, die noch nicht als Zielsysteme im bMS erfasst sind, werden beim PXE-Boot automatisch einer logischen Gruppe zugeordnet, die der Administrator in den PXE-Booteinstellungen vorgeben kann.

    Nach einer Sicherheitsabfrage wird der Job dann automatisch für die gewählten Clients ausgeführt.

    Die Installation beginnt durch das Zuordnen von Clients zum Installations-Job.

    Je nach gewählten Job-Optionen wird der Installationsjob für den aktuellen Client nach erfolgter Einrichtung deaktiviert und der Netzwerkboot im BIOS abgeschaltet.

    Fazit

    Auch wenn Windows 10 ein deutlich besseres In-Place-Upgrade bietet als seine Vorgänger, so lässt sich dieses in vielen Fällen nicht anwenden. Unter diesen Bedingungen empfiehlt sich die unbeaufsichtigte Installation nach wie vor, um maßge­schneiderte und stabile Windows-Systeme einzurichten.

    Dafür muss man allerdings zusätzlichen Aufwand in Kauf nehmen, insbesondere die Migration der Benutzer­profile und die Neuin­stallation der Anwendungen. Die baramundi Management Suite ist jedoch in der Lage, den Prozess der Neuins­tallation stark zu vereinfachen.

    Dazu zählen das Erstellen der Antwortdatei, das Generieren eines WinPE-Abbilds, der automatische Start des Setups sowie die anschließende zentrale Verteilung von Anwendungen und Patches.

    *Dieser Text ist ein von der baramundi software AG bezahlter Beitrag.