Azure File Sync: Features und Anwendungen


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    Azure File SyncAzure File Sync erlaubt es Unternehmen, ihre lokalen File-Server über mehrere Standorte zu synchro­nisieren. Es erweitert Windows-Server um hoch­verfügbaren Cloud-Speicher sowie um zusätzliche Azure-Services wie Azure Backup. Über Cloud-Tiering lassen sich selten benötigte Dateien in die Cloud auslagern und lokale Kapazitäten reduzieren.

    Bevor man Azure File Sync einsetzt, sollte man sich darüber im Klaren sein, wofür sich dieser Service eignet. So ist er nicht als Ersatz für Dropbox oder OneDrive gedacht. Letzteres hat seine Daseins­berechtigung als Dateispeicher für Teams oder Kollaboration, also immer dann, wenn mehrere Nutzer beispielsweise gleichzeitig an der gleichen Excel-Datei arbeiten.

    Azure File Sync basiert auf Azure Files und auf einem Azure-Speicherkonto. Dieses bietet mehrere Redundanz-Optionen für hoch­verfügbaren Speicher mit mindestens drei Kopien Ihrer Daten. Die Azure-Dateisynchronisierung nutzt kein SMB für die Datenübertragung zwischen einem lokalen Windows-Server und Azure Files.

    Mit Azure File Sync lassen sich Dateien global zwischen Standorten synchronisieren.

    Es gibt generell zwei Möglichkeiten für den Zugriff auf Azure Files:

    • Sie greifen über SMB oder FileREST direkt auf sie zu. Das bietet sich an, wenn man möglichst keine lokalen Server in die Kommunikation einbeziehen möchte. Falls man das doch will, müsste man für SMB eine VPN- oder ExpressRoute-Verbindung bereitstellen. Bei FileREST handelt es sich um ein HTTPS-basiertes Protokoll, für das Windows Server keinen Client enthält.
    • Sind überwiegend oder nur lokale Server involviert, dann dienen diese dank der Azure-Datei­synchroni­sierung als Cache für die Azure-Dateifreigabe.
      Dabei greifen die Benutzer überwiegend auf den lokalen Server über ein Protokoll ihrer Wahl (SMB, NFS, FTPS usw.) zu.  Somit kombiniert Azure File Sync die Vorteile lokaler Performance mit Server-los anfügbaren Cloud-Diensten wie Azure Backup.

    Die Kombination aus Azure Files und Azure File Sync verwandelt einen lokalen Server mithin in ein beliebig austauschbares Cache-Gerät. Daher können Sie einfach einen neuen File-Server hinzufügen, falls einer ausfällt.

    Auf diesem installieren Sie den Agenten für Azure File Sync und fügen ihn dem Datei­synchronisierungs­dienst hinzu. Dies erspart die mühselige Wiederherstellung aus einer lokalen Sicherung.

    Dabei lädt die Datei­synchronisierung vor den eigentlichen Daten zuerst ihren Dateien-Namespace herunter, damit der Server schnell wieder betriebsbereit ist. Zusätzlich können Sie für eine noch schnellere Wiederherstellung einen Standby-Server vorhalten oder Azure File Sync zusammen mit Windows-Failover-Clustering verwenden.

    Einsatzgebiete für Azure File Sync

    Microsofts Sync-Dienst richtet sich an spezielle Szenarien, bei denen etwa die Migration von Netzlauf­werken oder Ausfallsicherheit im Vordergrund steht.

    So sollten sich etwa Unternehmen Azure File Sync ansehen, die noch mit einem File-Server arbeiten, weil der Internet-Zugang auf dem Land nicht ausreichend ist, um alle Mitarbeiter an SharePoint anzubinden. Das gilt insbesondere, wenn die wichtigsten Dokumente auch online verfügbar sein sollen.

    Im Grunde sind es vier Szenarien, die hierbei besonders hervorstechen und die Microsoft in der Dokumentation zu Azure File Sync auflistet:

    Synchronisierung zwischen mehreren Standorten

    Unternehmen mit mehreren Standorten können für jede ihrer Niederlassungen mit Hilfe der Azure-Dateisynchronisierung einen lokalen Windows-Server betreiben. Azure File Sync gleicht dann sämtliche Änderungen, die auf einem Server einer Niederlassung vorgenommen werden, automatisch mit allen anderen Standorten ab.

    Cloud-Tiering

    Mit aktiviertem Cloud Tiering speichert der Dienst nur Dateien, auf die besonders häufig zugegriffen wird, auf dem lokalen Server, und lagert selten benötigte Dateien in die Cloud aus. Dabei lässt sich steuern, wie viel lokaler Speicherplatz für das Caching maximal genutzt werden kann.

    Trotzdem können Nutzer solche mehrstufigen Dateien abrufen, als lägen sie lokal vor. Der Dienst arbeitet dann ähnlich wie Dropbox oder SharePoint mit einen Stub-Files-ähnlichen Konstrukt. Da Cloud-Tiering immer nur einen Teil der Daten lokal speichert, können Sie eine Obergrenze für die lokale Kapazität festlegen, die verfügbar sein muss.

    Cloud-seitige Sicherung

    SMB-Dateifreigaben auf Azure besitzen bekanntlich eine native Snapshot-Funktionalität. So kann etwa Azure Backup darauf zurückgreifen, um die Sicherung der Dateien zu automatisieren und die Aufbewahrung zentral zu verwalten.

    Zusammenfassung

    Azure File Sync gleicht Dateien zwischen File-Servern an verschiedenen Standorten nicht nur ab, sondern bindet die freigegebenen Verzeichnisse an Azure Files an. Dies erhöht die Verfügbarkeit von Daten und erlaubt den Zugriff auf sie auch dann, wenn ein lokaler File-Server für Benutzer nicht erreichbar ist.

    Weitere Vorteile ergeben sich aus dem möglichen Tiering, das lokale Server von wenig benutzten Dateien befreit und so auch das Backup vereinfacht. Eine Wiederherstellung der Datei-Server beschränkt sich auf die Installation des File-Sync-Agenten.

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    Bild von Thomas Drilling

    Thomas Drilling arbeitet seit mehr als 20 Jahren selb­ständig als Redakteur und Autor für viele ehe­malige und aktuelle IT-Magazine sowie Blogs. Thomas ist zudem Buch­autor und IT-Consultant.

    Seit 5 Jahren ist Thomas neben seiner journa­listischen Tätig­keit haupt­beruflicher, selb­ständiger IT-Trainer für VMware und Microsoft.

    Seine Themen­schwer­punkte sind Virtua­lisierung und Cloud Com­puting, speziell VMware, Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure. Thomas ist zerti­fi­zierter VMware Professional, Advanced Professional und wurde von VMware in den Jahren 2016, 2017, 2018, 2019 und 2020 mit dem Blogger-Status vExpert ausge­zeichnet.

    Thomas ist außerdem zertifi­zierter AWS Solu­tions Archi­tect, Sysops Engineer und Devops Engineer sowie Microsoft Certified Azure Admini­strator.

    Thomas führt aktuell jeden zwei­ten Mon­tag einen 4-tägigen Grund­lagenkurs in Cloud Computing mit AWS via Zoom-Meeting durch. Weitere Infor­mationen und Anmel­dung über sein AWS-Blog.

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