ESXi remote via HTTP installieren


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    Start von VMware ESXiMit vSphere 7.0 Update 2 hat VMware eine neue Methode zum Starten des ESXi-Setups einge­führt, die natives UEFI-HTTP ver­wendet. Dieses bietet die Möglich­keit, ESXi über das Netz­werk zu instal­lieren, ohne dafür die gesamte PXE-Infra­struktur (PXE-Server, TFTP und DHCP) von Auto Deploy ein­richten zu müssen.

    Wer PXE bzw. Auto Deploy bereits einsetzt, sollte dies auch weiterhin tun. Ein HTTP-Boot von ESXi versteht sich lediglich als weitere Option zum Starten von ESXi über das Netzwerk. Alles was Sie dazu benötigen, ist ein Web-Server und die Konfiguration einiger erweiterter VM-Parameter.

    Voraussetzungen

    Wer dieses Setup ausprobieren möchte, braucht einen ESXi-Host, der UEFI-Firmware mit HTTP-Support unterstützt. Ich verwende in der Lab-Umgebung dafür einen virtualisierten ESXi-Host.

    Ferner benötigen wir ein aktuelles Installations-ISO mit ESXi 7.0 U2 oder höher und (optional) eine Kickstart-Datei für die unbeaufsichtigte Installation.

    Web-Server vorbereiten

    Zuerst extrahieren Sie das Installer-ISO für ESXi und kopieren die gesamte Verzeichnis­struktur inklusive aller Dateien in einen Ordner auf Ihrem Web-Server. Ich verwende hierzu einfach einen frisch aufgesetzten IIS. Das Ziel­verzeichnis ist in diesem Fall C:\inetpub\wwwroot\esxi

    Entpackte Installationsmedien für ESXi 7 U2 auf dem Web-Server

    Dann kopieren Sie von der gerade extrahierten ISO die Datei /efi/boot/bootx64.efi in ein Verzeichnis auf Ihrem HTTP-Server und benennen Sie die Datei in mboot.efi um.

    Boot-Datei auf dem Web-Server umbenennen

    Wir verwenden für die Datei einfach dasselbe ESXi-Verzeichnis. Dann öffnen Sie die Datei /efi/boot/boot.cfg und ändern Sie einige Einträge.

    Erst müssen Sie die folgende Zeile mit der URL des neu erstellten Verzeichnisses hinzufügen:

    prefix=http://<IP Webserver>/esxi

    Die Dateinamen in den Zeilen kernel= und modules= beginnen mit einem Schrägstrich (/). Löschen Sie dieses Zeichen dort und bei allen anderen Dateinamen.

    boot.cfg für den Start vom Web-Server anpassen

    Wenn die Zeile

    kernelopt=

    die Zeichenkette "cdromBoot" enthält, dann entfernen Sie nur diesen String.

    Für eine Script-gesteuerte Installation fügen Sie in der Datei boot.cfg nach dem Kernel-Befehl die Option kernelopt ein und geben Sie den Speicherort des Installations-Scripts an. Die Anweisung könnte so aussehen:

    kernelopt=ks=http://www.example.com/esxi_ksFiles/ks.cfg

    Tipp: UEFI-HTTP unterstützt das Starten mehrerer Versionen des ESXi-Setups. Sie verwenden dann anfänglich denselben Bootloader mboot.efi für alle Ziel­maschinen, danach jedoch unterschiedliche boot.cfg-Dateien, und zwar abhängig von der MAC-Adresse der Server.

    Stellen Sie sicher, dass auf Ihren Web-Server zugegriffen werden kann und er nicht durch eine Firewall blockiert wird. Auf unserem Windows-IIS erlauben wir dazu Port 80.

    Virtualisierter ESXi-Host

    Jetzt benötigen Sie für den Test im Lab einen virtualisierten ESXi-Host. Den können Sie wahlweise auf einem physischen ESXi-Server via Host-Client erstellen oder erstellen eine VM für einen verschachtelten ESXi. Achtung: Für Nested Virtualization gibt es keinen Support von VMware.

    Virtuelle Maschine für den verschachtelten ESXi erstellen

    Wichtig ist hierbei, dass Sie im Reiter VM Optionen unter Erweitert => Konfigurations­parameter => Konfiguration bearbeiten zwei Parameter manuell hinzufügen:

    networkBootProtocol - httpv4

    networkBootUri - http://172.20.10.81/esxi/efi/boot/bootx64.efi

    Konfigurationsparameter für den Start des Setup vom Netzwerk

    Ist das erledigt, können Sie die VM starten (ohne ein Installations-ISO eingelegt zu haben) und der ESXi-Host sollte problemlos in den Installer booten.

    Hinweis von VMware: Neuere Versionen von mboot.efi können im Allgemeinen ältere Versionen von ESXi booten, aber ältere Versionen von mboot.efi möglicher­weise keine neueren ESXi. Wenn Sie mehrere Hosts konfigurieren möchten, um verschiedene Versionen des ESXi-Installations­programms zu starten, verwenden Sie daher mboot.efi aus der neuesten Version.

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    Bild von Thomas Drilling
    Thomas Drilling arbeitet seit mehr als 20 Jahren selb­ständig als Redakteur und Autor für viele ehe­malige und aktuelle IT-Magazine sowie Blogs. Thomas ist zudem Buch­autor und IT-Consultant. Seit 5 Jahren ist Thomas neben seiner journa­listischen Tätig­keit haupt­beruflicher, selb­ständiger IT-Trainer für VMware und Microsoft.

    Seine Themen­schwer­punkte sind Virtua­lisierung und Cloud Com­puting, speziell VMware, Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure. Thomas ist zerti­fi­zierter VMware Professional, Advanced Professional und wurde von VMware in den Jahren 2016, 2017, 2018, 2019 und 2020 mit dem Blogger-Status vExpert ausge­zeichnet.

    Thomas ist außerdem zertifi­zierter AWS Solu­tions Archi­tect, Sysops Engineer und Devops Engineer sowie Microsoft Certified Azure Admini­strator.

    Thomas führt aktuell jeden zwei­ten Mon­tag einen 4-tägigen Grund­lagenkurs in Cloud Computing mit AWS via Zoom-Meeting durch. Weitere Infor­mationen und Anmel­dung über sein AWS-Blog.

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