Lizenzen für Azure Active Directory im Vergleich: Free, O365 Apps, P1, P2


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    Azure Active Directory (Azure AD, AAD)Microsoft bietet mehrere Aus­führungen von Azure Active Direc­tory an, wovon zwei kosten­los sind. Mit welcher der beiden Sie starten, hängt vom Onboarding-Verfahren ab. Anschließend kann man jederzeit auf eine kosten­­pflich­tige Version wechseln. Mit einem Tenant sind in der Regel Azure-Abonnements ver­bunden.

    Die kostenlosen Editionen von Azure-AD bieten nur Basisfunktionen und unterscheiden sich nur relativ geringfügig, wogegen den kostenpflichtigen Ausführungen alle fortgeschrittenen Features wie Conditional Access vorbehalten bleiben.

    Welche Azure-AD-Lizenz-Pläne zur Verfügung stehen zeigt folgende Abbildung von Microsoft.

    Übersicht über die Versionen von Azure Active Directory und ihre Funktionen

    Wenn man sich für einen O365- oder M365-Plan entscheidet, dann erhält man die Edition Office 365 Apps. Ein Update ist später jederzeit möglich. Das gilt auch, wenn man eine 30-Tage-Testversion für einen der Office-Pläne startet. Diese Edition ist ebenso kostenlos wie die Free Version. Sie kostet also nichts zusätzlich zum O365/M365-Plan.

    Im Unterschied zur Free Version ist die Anzahl der Verzeichnis­objekte nicht beschränkt und das Identitäts- und Access-Management für Office 365 ist inkludiert. Single-Sign-on steht in beiden Editionen für bis zu 10 Apps zur Verfügung.

    Azure AD Free Edition

    In den Genuss der Free Version kommt man, wenn man mit der kostenlosen Azure-Testversion oder der nutzungs­basierten Zahlung startet. In beiden Fällen wird man genauso durch das Anlegen eines Azure-AD-Tenants geführt wie beim Starten einer Testversion von Office 365 oder Microsoft 365.

    Eine Azure-Testversion oder eine nutzungsbasierte Zahlung erzeugt einen Tenant in Azure AD Free.

    Einen kostenlosen Azure-AD-Tenant (Azure AD Free) kann man aber auch ohne einen O365/M365-Plan oder ein Azure-Abonnement bekommen. Dessen Möglichkeiten sind zwar ziemlich einge­schränkt, aber man kann sich zumindest mit der Benutzer- und Gruppenverwaltung, dem Azure-AD-Rollen-Modell und anderen Aspekten vertraut machen.

    Dazu muss man einfach nur auf dieser Seite eine neue Organisation erzeugen, was zum Anlegen eines neuen Mandanten nebst zugehöriger, eigenständiger Instanz im Azure AD führt. Der Eintrag bei Land oder Region entscheidet über den physischen Standort des Azure AD.

    Upgrade auf kostenpflichtige Versionen

    Auch wenn man bei der kostenlosen Azure-Version oder der nutzungs­basierten Zahlung stets mit einer Lizenz von Azure AD-Free startet, so kann man aber jederzeit auf eine höhere Edition wechseln.

    Im Azure-AD-Portal oder im Azure-Portal im Blade Azure Active Directory muss man dazu unter Lizenzen => Alle Produkte auf Ausprobieren / Kaufen klicken.

    Lizenzen kann man im Office365-Admin-Center oder im Azure-AD-Portal kaufen.

    Auf diese Weise erhält man zusätzlich die Möglichkeit, EMS E5 oder Azure AD Premium P2 zu testen.

    Für eine Testversion von Azure-AD P2 registrieren

    Solange man bei der kostenlosen Ausführung bleibt (egal ob im Kontext eines Azure- oder Office-Accounts), bekommt man keine Monatsab­rechnung für die Nutzung des Azure AD. Eine solche erhält man nur, wenn man auf Premium P1 (5,70 Euro pro User und Monat) oder Premium P2 (8,56 Euro pro User und Monat) aufrüstet.

    Verbundene Azure-Abonnements

    Einem neuen Tenant im Azure AD wird nur dann automatisch ein Azure-Abonnement hinzugefügt, wenn man den Tenant für die kostenlose Azure-Test­version oder die nutzungsbasierte Zahlung erzeugt. Im ersten Fall handelt es sich um ein Azure-Abonnement mit einem harten Ausgabenlimit von 200 USD für 30 Tage, das man nicht überschreiten kann. Bei der nutzungs­basierten Zahlung entfällt das harte Ausgaben­limit.

    In beiden Fällen benötigen Sie eine Kreditkarte. Diese dient bei der kostenlosen Testversion zur Besicherung und wird im Zeitraum von 30 Tagen nicht belastet. Danach kann man das harte Ausgabenlimit entfernen (Upgrade), indem man zur nutzungs­basierten Zahlung wechselt.

    Bei dieser dient die Kreditkarte zur Abrechnung der verbrauchs­orientierten Azure-Nutzung (IaaS, PaaS), über die man dann monatlich eine Rechnung erhält. Sie sehen Ihre Abonnements, wenn Sie im Azure-Portal nach "Abonnement" oder "Subscription" suchen.

    Ein Azure-Abonnement vom Typ "Nutzungsbasierte Zahlung"

    Folgen Sie dem Link zum Abonnement, dann sehen Sie auch Ihre Abrechnungsdaten einschließlich der monatlichen Rechnungen. Das gilt aber nur bei der nutzungsbasierten Zahlung.

    Zusammenfassung

    Das Azure Active Directory gibt es in vier Ausführungen, von denen zwei kostenlos sind. Welche man erhält, hängt davon ab, auf welchem Weg man einen Tenant anlegt. Beide bieten die wesentlichen Basisfunktionen, dazu gehört beispielsweise auch die Unterstützung für MFA.

    Mit der Anmeldung für Azure legt Azure AD einen Mandanten an, dem beim vollständigen Durchlaufen der Registrierung ein Azure-Abonnement zugeordnet wird. Dabei kann man sich zwischen einem kostenlosen Abo mit hartem Ausgabenlimit oder einer nutzungs­basierten Zahlung ohne Limit entscheiden.

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    Bild von Thomas Drilling

    Thomas Drilling arbeitet seit mehr als 20 Jahren selb­ständig als Redakteur und Autor für viele ehe­malige und aktuelle IT-Magazine sowie Blogs. Thomas ist zudem Buch­autor und IT-Consultant.

    Seit 5 Jahren ist Thomas neben seiner journa­listischen Tätig­keit haupt­beruflicher, selb­ständiger IT-Trainer für VMware und Microsoft.

    Seine Themen­schwer­punkte sind Virtua­lisierung und Cloud Com­puting, speziell VMware, Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure. Thomas ist zerti­fi­zierter VMware Professional, Advanced Professional und wurde von VMware in den Jahren 2016, 2017, 2018, 2019 und 2020 mit dem Blogger-Status vExpert ausge­zeichnet.

    Thomas ist außerdem zertifi­zierter AWS Solu­tions Archi­tect, Sysops Engineer und Devops Engineer sowie Microsoft Certified Azure Admini­strator.

    Thomas führt aktuell jeden zwei­ten Mon­tag einen 4-tägigen Grund­lagenkurs in Cloud Computing mit AWS via Zoom-Meeting durch. Weitere Infor­mationen und Anmel­dung über sein AWS-Blog.

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    1 Kommentar

    jetzt müsste es MS nach x Jahren nur noch schaffen, dass man sich den *eigentlich* kostenlosen Tenant auch ohne Kreditkartenverifikation holen darf. Dann könnte man die ganzen Späße mit bis zu 200 € Spielraum pro Monat auch nutzen - und für 200 € geht sehr viel.