VMware vSphere 7 Update 3: Neue Features in vSAN 7.2


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    Stretched vSAN-ClusterViele Neuerungen von vSphere 7 Update 3 ent­fallen wie gewohnt auf vSAN. Zu diesen gehört ein Wizard zum Herunter­fahren eines vSAN-Clusters, zusätz­liche System­diagnosen, ein I/O Analyzer zum Auf­finden von Laten­zen im Daten­pfad sowie eine erhöhte Ausfall­sicherheit für Stretched Cluster.

    Erfreulich ist, dass Admins ab sofort einen vSAN-Cluster völlig problemlos herunterfahren und neu starten können, indem alle Daten und die Steuerungs- bzw. Verwaltungsebene im gewünschten Zustand angehalten werden.

    Der neue Assistent zum Herunterfahren von Clustern führt dazu intelligente Vorabprüfungen durch und erlaubt es, alle vor und während des Neustarts erforderlichen Schritte zu bestätigen und zu verfolgen.

    VMware bringt mit vSphere 7 U3 einen Wizard zum geordneten Herunterfahren eines vSAN-Clusters.

    Verbesserungen der Netzwerküberwachung

    Ferner führt VMware mit vSAN 7 Update 3 mehrere neue Metriken und System­diagnosen ein, um einen besseren Einblick in die Switch-Fabric zu bieten, welche die vSAN-Hosts verbindet. Dies gewährleistet eine höhere Konsistenz über den Cluster hinweg.

    So gehört zum Beispiel die Erkennung doppelter IPs zu den neuen System­diagnosen, ebenso wie die Erkennung von LACP-Synchroni­sierungs­problemen, die bei solchen Konfigu­rationen für den Last­ausgleichs­modus (LAG) auftreten können.

    Neue Systemdiagnosen sollen Admins beim Auffinden von Netzwerkproblemen helfen.

    Außerdem enthält vSAN 7.2 eine neue Korrelations-Engine für die Integritäts­prüfungen. Sie unterstützt Admins bei der Ausforschung der Ursache ("Root cause") von Problemen im Cluster.

    Dateibasierte persistente Volumes für Tanzu

    vSphere mit Tanzu führte bereits in einer früheren Version blockbasierte Read-Write-Once-Volumes ein. Die neue vSAN-Version bietet nun zusätzlich dateibasierte Read-Write-Many-Volumes.

    Das führt zu einer erhöhten Flexibilität und Effizienz für Micro-Services, weil sich RWM-Volumes mithilfe von vSAN-Dateidiensten problemlos für Tanzu Kubernetes Grid (TKG)-Gast-Cluster bereitstellen lassen.

    VM I/O Trip Analyzer

    In vSAN 7.0 U1 hat VMware bekanntlich eine Funktion namens IO Insight eingeführt. Das Feature liefert Admins nützliche Informationen über die Art der I/Os, die ein Workload erzeugt. In vSAN 7.0 U3 geht VMware mit dem I/O Trip Analyzer noch einen Schritt weiter.

    Er informiert Admins im Wesentlichen über die Latenz, die in den verschiedenen Segmenten des Pfads entsteht, den der I/O zurücklegen muss, um auf der Kapazitäts­schicht von vSAN zu landen. Die Funktion ist nützlich, um Leistungsprobleme zu beheben oder generell den I/O-Pfad besser zu verstehen.

    Aktiviert wird die Funktion im Tab Monitor der betreffenden virtuellen Maschine im Abschnitt vSAN bei I/O Trip Analyzer. Hier klickt man einfach auf Neuen Test ausführen und gibt dann an, wie lange man die VM analysieren möchte (zwischen fünf und 60 Minuten).

    Der I/O Analyzer zeigt die Latenzen in den verschiedenen Abschnitten des Pfades. Quelle: VMware/Yellow Bricks

    Wenn der angegebene Wert erreicht ist, klickt man auf Ergebnis anzeigen und erhält dann ein Diagramm der VM und ihrer Komponenten.

    Ausgabe des I/O Analyzer. Quelle: VMware/Yellow Bricks

    Admins können die I/O-Trip-Analyse verwenden, um I/O-Latenzprobleme einer spezifischen virtuellen Maschine zu diagnostizieren. Solche lassen sich zum Beispiel auf ausstehende I/O-Vorgänge, Probleme mit der Netzwerk-Hardware, Netzwerk­überlastungen oder festplatten­bedingte Ver­zögerungen zurückführen.

    Generell können Leistungs­engpässe beim Einsatz von Shared Storage nicht nur beim Speicher selbst, sondern auch in der Kommunikation begründet sein, also beim Speichernetzwerk, HBA oder bei der Datenträger­gruppe.

    Insgesamt erlaubt der I/O Trip Analyzer, den Datenpfad ausgewählter MVs sowie die Latenz für Lese- und Schreib­vorgänge in der Benutzer­oberfläche von vCenter Server zu visualisieren und damit die I/O-Profile für ausgewählte virtuelle Maschinen (VMs) detailliert nachzuverfolgen. Die Funktion ist nur mit vSAN 7 U3 kompatibel.

    Erhöhte Ausfallsicherheit für Stretched Cluster

    Das Stretched-Cluster-Feature von vSAN bietet eine leistungsstarke Topologie für vollständige Ausfallsicherheit, selbst wenn ein geografischer Standort aus irgendeinem Grund nicht verfügbar ist.

    vSAN 7 Update 3 verbessert die Verfügbarkeit von Daten, wenn eine der Daten-Sites gleichzeitig mit einer Zeugen-Host-Appliance ausfällt. Diese Funktion ahmt ein Verhalten nach, das in synchronen Replikations­konfigurationen von Storage-Arrays oft anzutreffen ist. Die neue Logik ist nicht nur auf echte Stretched Cluster anwendbar, sondern funktioniert auch mit 2-Knoten-Clustern.

    Apropos 2-Knoten-vSAN-Topologie: Diese bietet bereits eine hohe Ausfallsicherheit, wenn ein Host defekt ist. In vSAN 7 Update 3 erweitert VMware die Funktion um sekundäre Ausfall­sicher­heits­stufen.

    Ähnlich wie bei gestreckten vSAN-Clustern können 2-Knoten-Topologien jetzt eine zweite Ebene der Ausfall­sicherheit bieten, sofern diese über drei oder mehr Festplatten­gruppen in einem Host verfügen.

    Dies bedeutet, dass eine solche Topologie einen kompletten Host-Ausfall, einen nachfolgenden Ausfall eines Zeugen und den einer Festplatten­gruppe auf dem verbleibenden Host übersteht.

    Stretched Cluster für Kubernetes

    Eine entwicklungsfähige Infrastruktur muss die vielen unterschiedlichen Anforderungen einer Organisation und der Entwickler erfüllen. Daher führt vSAN 7 Update 3 weitere Verbesserungen ein, die helfen, die Ausfallsicherheit auf Site-Ebene zu berücksichtigen.

    So empfiehlt sich die Nutzung von Stretched Clustern beispielsweise auch für Umgebungen, die persistente Volumes für Vanilla Kubernetes verwenden. Für Upstream-Vanilla-Kubernetes stehen damit dieselben Resilienz-Funktionen zur Verfügung wie für traditionelle Workloads, einschließlich sekundärer Resilienz und Site-Affinität.

    vLCM unterstützt zusätzliche vSAN-Workflows

    Der vSphere Lifecycle Manager (vLCM) ergänzt vSphere seit Version 7 um eine neue Ebene zur Verwaltung des Lebenszyklus von Hosts, die Teil eines vSphere- und/oder vSAN-Clusters sind.

    vSAN 7 U3 unterstützt nun Topologien, welche die dedizierte Witness-Host-Appliances verwenden. Damit lassen sich ab sofort sowohl Stretched Cluster als auch 2-Knoten-Umgebungen mit dedizierter Witness-Host-Appliance via vLCM aktualisieren. Darüber hinaus kann vLCM jetzt die HCL-Validierung von NVMe-Speichergeräten übernehmen.

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    Bild von Thomas Drilling
    Thomas Drilling arbeitet seit mehr als 20 Jahren selb­ständig als Redakteur und Autor für viele ehe­malige und aktuelle IT-Magazine sowie Blogs. Thomas ist zudem Buch­autor und IT-Consultant. Seit 5 Jahren ist Thomas neben seiner journa­listischen Tätig­keit haupt­beruflicher, selb­ständiger IT-Trainer für VMware und Microsoft.

    Seine Themen­schwer­punkte sind Virtua­lisierung und Cloud Com­puting, speziell VMware, Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure. Thomas ist zerti­fi­zierter VMware Professional, Advanced Professional und wurde von VMware in den Jahren 2016, 2017, 2018, 2019 und 2020 mit dem Blogger-Status vExpert ausge­zeichnet.

    Thomas ist außerdem zertifi­zierter AWS Solu­tions Archi­tect, Sysops Engineer und Devops Engineer sowie Microsoft Certified Azure Admini­strator.

    Thomas führt aktuell jeden zwei­ten Mon­tag einen 4-tägigen Grund­lagenkurs in Cloud Computing mit AWS via Zoom-Meeting durch. Weitere Infor­mationen und Anmel­dung über sein AWS-Blog.

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