Hyper-V Integrationsdienste und VMware Tools deinstallieren

    VM-LogoMicrosoft und VMware stellen Komponenten zur Verfügung, die in die Gast­betriebs­systeme installiert werden, um die Kommunikation mit dem Hypervisor zu verbessern sowie die Performance des Gastes zu erhöhen. Migriert man die VM auf eine andere Plattform, dann werden diese Services nicht mehr benötigt.

    Es gehört zu den Funktionen fortgeschrittener Migrations-Tools wie dem VMware Converter oder Microsofts Virtual Machine Converter, dass sie automatisch die Integrationskomponenten der Quell-Plattform entfernen. Konvertiert man dagegen mit einfacheren Werkzeugen nur die virtuellen Laufwerke und übernimmt diese manuell in eine neue VM, dann muss man diesen Job selbst erledigen.

    Ausführung nur bei aktivem Hypervisor

    Normalerweise wird man die Integrationsdienste noch entfernen, wenn die VM auf dem Quell-Hypervisor läuft. Grundsätzlich sind aber Befürchtungen unbegründet, wonach das Gastsystem auf dem Ziel-Host nicht mehr starten würde, wenn man die Integrationskomponenten nicht zuvor deinstalliert. Die Software beider Hersteller bemerkt, dass der von ihnen benötigte Hypervisor nicht läuft und wird dann nicht geladen.

    Microsoft liefert die Integrationsdienste für Hyper-V als Bestandteil seines Betriebssystems aus, so dass es automatisch erkennt, ob es in einer VM läuft und sich darauf einstellt. Ältere Versionen der Gastkomponenten ließen sich noch entfernen, indem man im Hyper-V Manager den Befehl Aktion => Datenträger für Integrationsdienste einlegen ausführte und dann innerhalb des Gastsystems die passende setup.exe (x86 oder amd64) mit dem Schalter /uninstall ausführte.

    Das Setup der Integrationsdienste unter Windows 8.x und Server 2012 R2 kennt die Option '/uninstall' nicht mehr.

    Die Integrationsdienste, die seit Windows 8 und Server 2012 mit Hyper-V ausgeliefert werden, sehen diese Option nicht mehr vor. Microsoft geht davon aus, dass keine Notwendigkeit besteht, diese Dateien aus dem System zu entfernen, wenn es unter einem anderen Hypervisor oder auf einem physikalischen Rechner läuft.

    VMware Tools im Gast entfernen

    Dagegen hat VMware nicht die Möglichkeit, seine Integrationsdienste in den Lieferumfang von Windows zu packen. Daher werden die VMware Tools wie gewöhnliche Anwendungen installiert. Dies kann entweder individuell und interaktiv für jede VM erfolgen oder zentral und automatisiert über den vSphere (Web) Client.

    Die VMware Tools lassen sich im Gast wie gewöhnliche Anwendungen entfernen.

    Die Management-Werkzeuge sehen aber nicht vor, die VMware Tools auch wieder zu entfernen. Dies muss mit den Mitteln des Gastes geschehen, entweder interaktiv über Systemsteuerung => Programme oder zentral über Software für das Client-Management. Aber auch hier sind keine Nachteile zu erwarten, wenn die VMware Tools nach einer V2V-Migration noch an Bord sind. Sie lassen sich auch dann noch deinstallieren.

    1 Kommentar

    Bild von Ralf Kloth
    Ralf Kloth sagt:
    16. Juli 2015 - 1:39

    Der letzte Satz stimmt so leider nicht. Wenn die konvertierte VM erst mal unter Hyper-V läuft, lassen sich die VmWare-Tools leider nicht mehr deinstallieren. Der Installer erkennt die virtuelle Umgebung nicht in der er läuft und bricht den Uninstall Wizard ab. :-( Also VM-Tools bei V2V vor der Konvertierung entfernen. Bei P2V soll es der MS-Converter von selbst hinbekommen. Das er sämtlich Maschinen unter Win6.0 erst gar nicht als P2V verarbeiten kann stört dabei enorm! :-/