VHD und VHDX in VirtualBox importieren


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    VirtualBox bietet mit VDI ein eigenes Format für virtuelle Festplatten, aber kaum eine vorkonfigurierte VM nutzt dieses. Die meisten Virtual Appliances enthalten stattdessen VMDKs oder VHDs. VirtualBox kann diese Fremdformate verwenden, nur bei VMDX ist die Unterstützung noch rudimentär.

    Die Integration eines VHD- oder VHDX-Laufwerks hängt davon ab, in welcher Form es geliefert wird. Am einfachsten klappt es bei Appliances nach dem OVF-Standard. Dieses kann VirtualBox direkt importieren, ohne dass man sich Gedanken über die Integration der virtuellen Festplatten machen muss.

    Bestehende VHDs an neue VMs zuordnen

    Häufig bekommt man jedoch VMs für Hyper-V oder den Virtual PC, so dass man unter VirtualBox neue VMs anlegen muss, denen man die VHDs dann zuordnet. Der Wizard für neue virtuelle Maschinen bietet in einem eigenen Dialog die Auswahl zwischen dem Erzeugen einer Festplatte und der Zuordnung einer bestehenden.

    Der Wizard zum Erstellen einer neuen VM bietet die Möglichkeit, vorhandene VHDs zu übernehmen.

    Entscheidet man sich für das Anlegen eines neuen virtuellen Laufwerks, dann unterstützt VirtualBox 5 verschiedene Formate, darunter auch VHD. Beim Hinzufügen einer bestehenden virtuellen Festplatte nimmt es klaglos auch solche im Microsoft-Format an. Wenn man die VHD von Virtual PC nach VirtualBox migriert, dann sollte man dort zuerst die Integrationskomponenten deinstallieren.

    Wackelige Nur-Lese-Unterstützung für VHDX

    Schwieriger gestaltet sich die Verwendung von VHDX. Dieses leistungsfähigere Format führte Microsoft mit Hyper-V in Windows 8 und Server 2012 ein. Es lässt eine maximale Kapazität von 16TB zu und ist robuster als sein Vorgänger VHDX ist jedoch inkompatibel mit VHD, so dass es nicht unter Server 2008 R2 oder Virtual PC genutzt werden kann.

    VirtualBox führte mit der Version 4.2 einen reinen Lesezugriff für VHDX ein, wobei der Import dieses Formats noch relativ instabil wirkt und mit dem Fehler 0x80004005 aussteigt. Wenn eine VHDX an eine VM unter VirtualBox angeschlossen wurde, dann lässt sich diese im Gastsystem auch nicht partitionieren oder formatieren.

    Der Nur-Lese-Zugriff auf VHDX lässt auch kein Management des Laufwerks im Gastsystem zu.

    VHDX vor dem Import nach VHD konvertieren

    Aufgrund dieser eingeschränkten Unterstützung wird man daher in der Regel VHDX nach VHD konvertieren (siehe dazu meine Anleitung). Wenn man nicht sicher ist, ob man es tatsächlich mit einer VHDX zu tun hat oder ob sie nur eine falsche Dateiendung trägt, dann kann man dies unter Windows 8 mit Hilfe von PowerShell feststellen:

    Test-VHD -Path MyVirtHDD.vhdx

    Das Cmdlet dient der Integritätsprüfung von virtuellen Laufwerken und gibt entweder True zurück, wenn sie ok sind, oder ansonsten False. Die Art der Prüfung richtet sich nach der Dateiendung, so dass es bei einer VHD mit der Extension .vhdx im Aufbau der virtuellen Disk Fehler findet.

    2 Kommentare

    Bild von Matthias Schüller
    Matthias Schüller sagt:
    2. Mai 2016 - 8:12

    VirtualBox 6?

    In Ihrem Blog-Beitrag "VHD und VHDX in VirtualBox importieren" erwähnen Sie VirtualBox 6. leider kann ich auf der Oracle Seite nur die Version 5.0.20 finden. Haben Sie eine andere Quelle?

    Bild von Wolfgang Sommergut
    2. Mai 2016 - 10:36

    Hallo Herr Schüller, danke für Ihren Hinweis! Die "6" war ein Tippfehler, es sollte natürlich "5" heißen.