VMware Workstation: Physikalisches Laufwerk (Raw Disk) zu VM hinzufügen

    Normalerweise nutzen VMs unter VMware Workstation bzw. Player virtuelle Laufwerke im VMDK-Format als Datenspeicher. Aber genauso wie die meisten Bare-Metal-Hypervisor kann der gehostete Virtualisierer auch physikalische Disks bzw. Partitionen an die Gastbetriebssysteme durchreichen.

    Wie unter ESXi oder Hyper-V sollte die Verwendung einer Raw Disk in VMs auch bei der Workstation eher die Ausnahme als die Regel sein. Diese Konfiguration hat nämlich meistens mehr Nachteile als Vorteile und empfiehlt sich daher nur für einige wenige Szenarien. In puncto Performance bringt sie im Vergleich zu virtuellen Laufwerken fast nichts, so dass man aus diesem Grund keine physikalischen Disks wählen sollte.

    Maximale Größe von nur 2 TB

    In ESXi hatte das Raw Device Mapping vor allem den Vorteil, dass sich damit das 2TB-Limit von VMDKs umgehen ließ. In der Version 5.5 können virtuelle Laufwerke nun bis zu 62 TB groß sein, so dass dieser Grund weitgehend entfällt. Und die Workstation unterstützt bis heute nur Raw Disks bis 2 TB, während die Version 10 immerhin VMDKs bis zu 8 TB zulässt.

    Zu den wenigen Szenarien, in denen die Zuordnung einer physikalischen Disk zu einer VM sinnvoll ist, gehört die Einrichtung einer Multi-Boot-Konfiguration. In diesem Fall kann die VM verschiedene Betriebssysteme von einer Partition laden. Zu bedenken ist allerdings, dass vorhandene OS-Installationen auf einer physikalischen Disk aufgrund der Hardware-Unterschiede nicht unverändert in einer VM starten können, sondern in der Regel neu installiert werden müssen.

    Die Nutzung einer Raw Disk bietet sich auch dann an, wenn man in Lab-Umgebungen ESXi in einer VM ausführt. In diesem Fall kann der virtualisierte Hypervisor direkt auf vorhandene VMFS-Volumes zugreifen, die das Host-System nicht einmal mounten kann.

    Zugriffskonflikte mit dem Host-Betriebssystem vermeiden

    Bevor man einer VM ein physikalisches Laufwerk zuordnet, sollte man sicherstellen, dass es vom Host-Betriebssystem nicht mehr verwendet wird. Falls notwendig, muss man es zu diesem Zweck unmounten. Unter Windows tut man dies entweder über die Datenträgerverwaltung oder mittels diskpart.exe. Zudem müssen dynamische in Basis-Datenträger konvertiert werden.

    Die Auswahl eines physikalischen Laufwerks steht erst im 3. Dialog an.

    Das eigentliche Zuordnen einer Raw Disk erfolgt über die Einstellungen einer VM. Dort klickt man auf die Schaltfläche Add und wählt aus der folgenden Liste Hard Disk. Im nächsten Schritt belässt man es normalerweise beim vorausgewählten Typ SCSI, er erlaubt auch das Hinzufügen eines Laufwerks zu einer eingeschalteten VM.

    Ganze Platte oder nur Partition möglich

    Im folgenden Dialog steht dann die Auswahl Use a physical disk zur Verfügung. Abschließend muss man noch festlegen, ob man eine ganze Platte oder nur eine Partition verwenden möchte. Entscheidet man sich für Letztere, dann erhält man zum Schluss noch eine Liste der vorhandenen Partitionen, aus der man die gewünschte auswählt.

    Ein virtualisiertes ESXi kann auch VMFS-Partitionen mounten.

    Ist der Vorgang abgeschlossen, sollte man daran denken, dass die Partitionen der zugeordneten Raw Disk nicht vom Host-Betriebssystem aus geändert werden sollten, während sie noch mit einer VM verknüpft ist.

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