Backup von VMware ESXi mit dem kostenlosen Trilead VM Explorer


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    Das Angebot an Backup-Lösungen für VMware ist vielfältig, allerdings handelt es sich dabei zumeist um ausgewachsene Systeme zur Sicherung kompletter vSphere-Infrastrukturen - seien es spezialisierte Tools wie Veeam Backup & Replication und Quest vRanger, oder die Produkte aus der physikalischen Welt, die nun für VMware adaptiert wurden. Ein Mangel herrscht jedoch an Tools für kleinere Installationen, die auch in der Lage sind, VMs vom kostenlosen vSphere Hypervisor zu sichern. Der VM Explorer von der Schweizer Trilead AG füllt diese Lücke.

    Die aufgeräumte Bedienerführung der Software erleichtert den Einstieg und sorgt dafür, dass man schon wenige Minuten nach der Installation startklar ist für das erste Backup. Die Startseite eröffnet den Zugang zu den 3 Hauptfunktionen: Server festlegen, VMs sichern und diese wiederherstellen.

    Einzelne ESXi-Hosts oder vCenter als Quelle

    Beim Hinzufügen eines neuen Servers kann man zwischen ESX(i) der Version 3.x bis 5, vCenter, Linux oder FreeBSD entscheiden. Während man bei der Wahl von ESX(i) erwartungsgemäß nur VMs einzelner Hosts sichern kann, zeigt ein vCenter-Server die VMs auf allen von ihm verwalteten Hosts an. Linux- und FreeBSD-Server können ausschließlich als Backup-Ziel dienen. Für diesen Zweck sind außerdem der lokale Windows-PC, ein Netzlaufwerk oder ein anderer ESX(i)-Host zulässig.

    Bevor man die Sicherung der virtuellen Maschine startet, kann man noch einige Optionen für den Vorgang festlegen. Dazu zählt vor allem, dass man unter der Registerkarte Files & Disks auswählt, welche der zu einer VM gehörenden VMDKs man speichern möchte. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, einen Memory Dump anzulegen, so dass die VM exakt in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden kann.

    Sicherung mit Hilfe von Snapshots

    Als Ziel für das Backup kommen neben dem lokalen PC auch andere ESX(i)-Hosts sowie Linux- und FreeBSD-Rechner in Frage.Für das Backup des RAM-Abbilds wie für jenes der virtuellen Datenträger legt der Trilead VM Explorer eigene Snapshots an. Sind im Gastsystem die VMware Tools installiert, dann können die Dateisystem-Aktivitäten angehalten werden, während der ESX(i)-Server die Snapshots erstellt.

    Wenn als Ziel nicht der lokale Rechner, sondern ein Linux-, FreeBSD- oder ESX(i)-Server gewählt wurde, dann ist der VM Explorer in der Lage, die Daten direkt dorthin zu übertragen, ohne den Umweg über den Admin-PC zu nehmen. Für den Transfer und die Speicherung auf dem Zielsystem kann man zudem die Komprimierung der Daten veranlassen.

    Verwaltung und Wiederherstellung der Backups

    Für die Wiederherstellung von VMs finden sich alle Backups unter der Registerkarte Backup Explorer. Diese Ansicht bietet mehrere Optionen zur Filterung einer größeren Zahl an Sicherungen. Dazu zählt die Eingrenzung nach Datum, nach Typ (voll, inkrementell, etc.) sowie die Gruppierung nach VM, Host oder Task. Zusätzlich lassen sich Backups über eine Volltextsuche ermitteln.

    In der Pro Edition kann man von hier einen Restore von VMs veranlassen, wobei dafür mehrere Optionen zur Auswahl stehen. Das betrifft unter anderem den Ort der Wiederherstellung oder die Möglichkeit, die zurückgespielte VM gleich zu starten. Ein Restore einzelner Dateien aus virtuellen Laufwerken, etwa durch das Mounten von VMDKs ist nicht vorgesehen.

    Integrierter SSH-Client

    Mit Hilfe des integrierten SSH-Clients kann man auf die Kommandozeile des ESXi-Hosts zugreifen.Neben der Sicherung ganzer VMs bietet das Tool die Möglichkeit, über den File Explorer gezielt eine oder mehrere Dateien vom ESX(i)-Host herunter- oder dorthin hinaufzuladen. Über dieses Feature lassen sich auch neue Verzeichnisse anlegen oder Dateien löschen. Praktisch ist zudem der eingebaute SSH-Client, über den man die ESX(i)-Shell öffnen und dort Kommandos absetzen kann.

    Inkrementelles Backup nur in der Pro Edition

    Obwohl es sich beim Trilead VM Explorer um ein leichtgewichtiges Tool handelt, heißt das nicht, dass ihm wichtige Backup-Funktionen fehlen. Mehrere davon sind allerdings der kostenpflichtigen Pro Edition vorbehalten. Dazu zählt etwa die Fähigkeit zum inkrementellen Backup, das VMwares Changed Block Tracking nutzt und daher in der kostenlosen Version des Hypervisors nicht zur Verfügung steht. Der VM Explorer unterstützt in der Vollversion zudem zeitgesteuerte Datensicherung mit Hilfe eines eigenen Schedulers und kann dabei mehrere VMs in einem Auftrag zusammenfassen.

    Lizenzierung pro Installation

    Nach der Installation zeigt sich, dass der Download die Free Edition des VM Explorers enthält.Der Trilead VM Explorer ist insgesamt ein sehr handliches und intuitiv bedienbares Backup-Tool für kleinere VMware-Installationen. Die kostenlose Edition ist eine gute Ergänzung für die Gratis-Version des Hypervisors. Beim Download von der Website des Herstellers ist etwas verwirrend, dass dort nicht gleich ersichtlich ist, um welche Edition es sich handelt, aber man erhält die kostenlose Ausführung.

    Mit Hilfe eines auf 10 Tage begrenzten Test-Lizenzschlüssels kann man alle Funktionen der Software freischalten, nach dessen Ablauf fällt die Software wieder auf den Stand der Gratis-Variante zurück. Die Lizenzierung der Vollversion erfolgt pro Installation, wobei egal ist, wie viele Hosts und VMs damit gesichert werden.

    7 Kommentare

    Bild von Steffen Hornung
    Steffen Hornung sagt:
    15. Januar 2013 - 10:44

    Da wird in der Überschrift vom kostenlosen Tool gesprochen und beschrieben wird die Pro-Version für 520 EUR.
    Schon nett das Tool, nur dass man eben in der Free Edition nur auf die Management-Station sichern kann.
    Dann doch lieber per SSH gesichert wohin man will.
    Maximal 2 Sterne von 5.

    Bild von Wolfgang Sommergut
    15. Januar 2013 - 13:42

    Die exklusiv in der Pro-Version verfügbaren Funktionen habe ich als solche beschrieben. Allerdings kann es sein, dass die Fähigkeiten der kostenlosen Edition in zwischenzeitlichen Updates eingeschränkt wurde, ich habe das nicht mehr verfolgt.

    Mittlerweile gibt es aber mehrere kostenlose Basisversionen von Backup-Programmen, zum Beispiel von Veeam oder von Quantum.

    Bild von Lars
    Lars sagt:
    11. Februar 2013 - 15:37

    Hi,

    das Freeware Tool Boomerang ist nur für den ESX, nicht aber für den kostenlosen ESXi, bzw. vSphere Hypervisor geeignet. Zumindest sagt er beim hinzufügen eines ESXi 5.1, dass dieser nicht geeignet ist.

    Gruß,
    Lars

    Bild von Wolfgang Sommergut
    11. Februar 2013 - 17:32

    VMware hat es geschafft, mit ESX, ESXi und dem kostenlosem Hypervisor eine Begriffsverwirrung zu stiften. Boomerang unterstützt ESXi, bloß nicht die Gratis-Version, weil dort die nötigen APIs gesperrt sind. Siehe dazu meine Besprechung von Boomerang.

    Bild von Jörg
    Jörg sagt:
    21. Februar 2013 - 7:38

    Ich teste gerade VM Explorer als Backupsystem für unsere ESXi5-Installation.
    Ich habe auf dem (virtuellen) vCenter-Server den VM Explorer (Testversion) installiert und damit die Sicherung (Backup) durchgeführt. Die Backup's liegen auf einem physischen Server.
    Wenn ich nun die VMs wieder herstellen wollte (z.B. neue ESXi-Installation nach Totalausfall), müßte ich ja den VM Explorer auf dem Sicherungsziel (Server) installieren, da der vCenterServer nicht verfügbar ist.
    Mit der Testversion habe ich das jetzt einmal probiert. Damit finde ich aber im Backup-Explorer nicht die vorhandenen Backup's, obwohl sie auf dieser Maschine liegen.
    Gruß Jörg

    Bild von Hannes
    Hannes sagt:
    29. Mai 2013 - 8:28

    Ist ja auch ziemlich geistreich den Sicherungsserver auf einer VM zu installieren, somit ist der dann auch weg wenn der ESXi ausfällt. Nachdenken wäre mal was...

    Bild von S. Hornung
    S. Hornung sagt:
    2. Januar 2014 - 15:48

    Das Problem mit der kostenlosen ESXi-Version hat VMware anscheinend nicht begriffen.
    Wozu 1000€ für eine Lizenz/Support, wenn ich (zumindest für kleine Umgebungen) bei Hyper-V das Ganze wirklich kostenfrei kriege.
    Und die Veeam-Lösung kann dann auch den HV-Server sichern (bzw. die VMs darin), wogegen das mit dem ESXi ohne Bezahlung schlicht hoffnungslos ist. Da hilft dann auch ein kostenloses Backuptool wenig, denn das Geld ist man ja schon vorher los.
    Ich habe auf einem Server VMware ESXi durch Hyper-V-Server 2012 ersetzt und bin bislang gut damit gefahren. Der Supportvertrag für VMware war bei der Non-Profit-Organisation schlicht nicht drin, da das ja alles per Spende erst reinkommen muss.
    Da hilft dann auch technischer Vorsprung seitens VMware nix.