CryPing: kostenloses Ping für HTTP, SMTP, POP, FTP

    Ping ist ein bewährtes Diagnosewerkzeug, mit dem sich Verbindungsproblemen aufspüren lassen. Es prüft jedoch nur die generelle Erreichbarkeit eines Hosts und kann nicht herausfinden, ob bestimmte Applikationen auf dem Zielrechner ansprechbar sind. Das kostenlose CryPing erweitert Ping um diese Funktion.

    Ping sendet ICMP-Pakete vom Typ 8 (Echo Request) an Hosts, deren Erreichbarkeit überprüft werden soll. Diese müssen mit einem Echo Reply (ICMP-Paket Typ 0) antworten. Eine erfolgreiche Interaktion belegt eine funktionierende Verbindung auf TCP/IP-Ebene. Umgekehrt kann jedoch aus einer fehlenden Antwort nicht auf Netzwerkprobleme geschlossen werden, weil Ping möglicherweise auf dem Zielsystem nicht konfiguriert bzw. deaktiviert wurde, wie zum Beispiel in Windows 7/8.

    CryPing für herkömmliches Ping

    Das Kommandozeilen-Tool CryPing beherrscht auch das Versenden und Empfangen von ICMP-Packets, so dass es sich als Alternative zum Windows-eigenen Ping verwenden lässt. Allerdings ist der Gewinn dabei gering, er besteht im Wesentlichen darin, dass die Software bei erfolgreicher oder fehlgeschlagener Verbindung ein akustisches Signal ausgibt (mit den Schaltern -a (Alarm) und -b bei vorhandener Konnektivität). Dafür muss man auf IPv6-Unterstützung verzichten.

    CryPing kann beim Überprüfen eines Web-Servers den HTTP-Header anzeigen.

    Interessant ist CryPing daher vor allem wegen seiner Fähigkeit, die Reaktion von wichtigen Applikationen auf einem Zielsystem zu testen. Zu diesem gehören Web-, SMTP, POP3 oder FTP-Server sowie die Kommunikation mit beliebigen Ports. Letztere testet nur, ob am entfernten Host irgendein Programm auf den Port hört und gibt an, wie lange die Antwort gedauert hat.

    Test für HTTP, SMTP und POP3

    Aufschlussreicher sind die Informationen, die das Tool beim Test eines Web- oder Mail-Server liefert. Sowohl HTTP als auch SMTP und POP3 sind Klartextprotokolle, so dass CryPing relativ einfach Kommandos verschicken und die Antworten auswerten kann. Im Prinzip kann man dies auch selbst über eine Telnet-Verbindung bewerkstelligen, wenn man weiß, wie man mit den betreffenden Anwendungen interagieren muss. Allerdings misst CryPing auch hier die Antwortzeiten, wie man es vom gewöhnlichen Ping kennt.

    Wenn CryPing die Verbindung zu einem Mail-Server überprüft, dann gilt die Einschränkung, dass es nicht in der Lage ist, sich über SMTP oder POP3 zu authentifizieren. Daher kann man nur solche Server ansprechen, die keine Anmeldung erfordern. Es bleibt in diesem Fall aber die Möglichkeit, für SMTP einfach den Port 25 anzusprechen, auch wenn man dann mit dem Schalter -v keine erweiterten Informationen erhält.

    Beim Pingen eines Web-Servers erhält man neben den Antwortzeiten zusätzlich den HTTP-Statuscode. Verwendet man den Parameter -v, dann zeigt CryPing den kompletten HTTP-Header, den der Server nach Ausführung des HEAD-Befehls an den Client zurückschickt.

    Installation und Verfügbarkeit

    Das Tool besteht nur aus einer einzelnen .exe-Datei, die nach dem Entpacken aus dem ZIP-Archiv ohne Installation sofort gestartet werden kann. Beim Aufruf ohne Argumente enthält man eine Übersicht der zulässigen Schalter. CryPing kann kostenlos von der Website des Autors Brian Cryer heruntergeladen werden.

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