GDism: kostenlose grafische Oberfläche für DISM

    DISM ("Deployment Image Servicing and Management") ist ein mächtiges Tool, das nicht nur WIM-Archive mounten und aktualisieren kann. Es dient auch dem Package Management von aktiven Systemen, beispielsweise um Windows-Features oder Server-Rollen hinzufügen oder zu entfernen. Daher gehört es auch zum Lieferumfang von Windows 7 und Server 2008 R2. Allerdings ist DISM ein Kommandozeilen-Tool, dem man je nach Befehl einen Rattenschwanz an Parametern mitgeben muss. Die meisten Windows-Administratoren bevorzugen jedoch GUI-Tools, so dass sich bei populären Programmen schnell jemand findet, der dafür eine grafische Shell entwickelt. GDism ist eine solche für DISM.

    Java als Systemvoraussetzung

    Das Programm ist in zweierlei Hinsicht ungewöhnlich: Zum einen ist es in Java geschrieben und erfordert die Installation des JRE, zum anderen startet es mit einer spanisch-sprachigen Benutzeroberfläche. Letztere lässt sich auch ohne Dolmetscher mit einem Mausklick dauerhaft auf Englisch umstellen. GDism startet man über die Batchdatei instalar.cmd, die entgegen ihres Namens nichts installiert, sondern nur java.exe inklusive Parameter aufruft.

    Befehle als Registerkarten organisiert

    GDism organisiert die DISM-Befehle über Registerkarten, beim Output des deutschen DISM gibt es leider Darstellungsprobleme.Die Software organisiert die zahlreichen DISM-Befehle in Tabs und bietet solche für das Abrufen von WIM-Infos, das Mounten von WIMs sowie separate Reiter für Treiber, Packages und die Änderung der Windows-Edition. Weniger interessant ist die zusätzliche Integration von oscdimg.exe, einer spartanischen Brenn-Software aus dem WAIK sowie die Konvertierung von .msu-Dateien in .cab-Files (die für die Verarbeitung mit DISM nicht benötigt wird, weil es das .msu-Format selbst versteht).

    Auswahl der Kommandozeilenargumente über Dialoge

    Der wesentliche Nutzen von GDism besteht darin, dass man WIM-Dateien, Mount-Verzeichnisse oder Package-Files über Dialoge auswählen und dem Programm übergeben kann. Es kümmert sich dann um den richtigen Aufruf von DISM. Die Bildschirmausgabe des Windows-Programms zeigt es dann in einem eigenen Textfeld an. Leider produziert GDism dabei für alle deutschen Sonderzeichen Darstellungsfehler. Könnte man dem Tool zusätzliche Kommandozeilen-Argumente für DISM mitgeben, ließe sich mit /English dieses Problem beheben. Diese Möglichkeit ist aber nicht vorgesehen.

    Fallen in der Bedienerführung

    Bei den Befehlen, mit denen man Images oder aktive System ändert, ist GDism mit Vorsicht zu genießen. In den Karteikarten für Packages und Editionen schaltet man über Radioknöpfe zwischen WIM-Archiven ("Image") und dem aktuell ausgeführten Windows ("Online") um. Voreingestellt ist "Online", so dass sich alle Änderungen auf das laufende Windows auswirken, selbst wenn eine WIM-Datei gemountet wurde. Ein weiteres Manko des Programms besteht darin, dass es Dateinamen nicht in Anführungszeichen setzt, so dass DISM mit einem Fehler abbricht, wenn diese ein Leerzeichen enthalten.

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