Images für Windows 10 anpassen mit dem GUI-Tool WIM Witch

    WIM Witch 1.40Beim Deployment von Windows 10 ver­wenden viele Admins nicht das von Micro­soft bereit­gestellte Standard-Image, son­dern passen dieses an die eigenen Anfor­derungen an. Dazu ge­hört die Inte­gration von Updates, Sprach­dateien und Treibern. Das kosten­lose Wim Witch verein­facht diesen Pro­zess mit einer GUI.

    Um ein maßge­schneidertes OS-Abbild zu erstellen, gibt es grundsätzlich zwei Verfahren. Entweder man installiert das Betriebs­system  in einer VM, passt es an, generalisiert es mit sysprep und erfasst es schließlich mit DISM wieder als WIM. Die andere Variante besteht im Offline-Servicing, bei dem man install.wim mountet, Komponenten hinzufügt oder entfernt und schließlich die Änderungen sichert.

    GUI für Offline-Servicing

    Für die Offline-Methode sieht Microsoft als Standard-Tool DISM vor bzw. das darauf aufbauende PowerShell-Modul. Mit ihnen muss der Anwender alle Schritte manuell ausführen, vom Mounten des Images über das Einfügen von Treibern, Updates, optionalen Features und Sprachpaketen bis zum abschließenden Dismount und Commit. Speziell DISM mit seiner wenig intuitiven Syntax macht dies zu einem aufwändigen Vorhaben.

    Hier setzt Donna Ryan mit ihrem PowerShell-basiertem WIM Witch an. Es bietet eine GUI, die alle genannten Aspekt der Image-Anpassung abbildet. Die Software liegt als PowerShell-Script vor und lässt sich über PowerShellGet installieren.

    WIM witch lässt sich über PowerShellGet von der PowerShell-Gallery installieren.

    Dazu gibt man in einer Session mit erhöhten Rechten diesen Befehl ein:

    Install-Script -Name WIMWitch

    Wie üblich gilt die PowerShell Gallery als nicht vertrauens­würdiges Repository, so dass man die Installation des Scripts nochmals explizit bestätigen muss. Anschließend befindet sich dieses unter

    %ProgramFiles%\WindowsPowerShell\Scripts

    Einrichten des Arbeitsbereichs

    Allerdings ist nicht vorgesehen, das Script von dort zu nutzen. Vielmehr richtet man erst ein Verzeichnis als Arbeits­bereich ein, unter dem WIM Witch später alle Dateien für die Anpassung des Images ablegt.

    Zielverzeichnis für die Kopie von WIM Witch auswählen

    Ruft man nun WIMWitch.ps1 aus dem oben genannten Verzeichnis auf, dann will sich das Script per Voreinstellung in das aktuelle Verzeichnis kopieren. Alternativ kann man über einen Dateidialog einen anderen Ordner als Ziel angeben.

    Prüfung von Voraussetzungen

    Nun startet man die Kopie aus dem angegebenen Arbeits­verzeichnis. Das Tool erstellt bei der ersten Ausführung den Verzeichnisbaum, den es nachher bei den einzelnen Schritten mit den benötigten Dateien füllt. Anschließend prüft es, ob es in einer aktuellen Version läuft und bietet gegebenen­falls ein Update an.

    Beim Start prüft WIM Witch diverse Voraussetzungen, darunter die Aktualität des Scripts und von PS-Modulen.

    Zu den weiteren Vor­bereitungen gehört, dass WIM Witch nachsieht, ob die Module OSDUpdate und OSDSUS in einer aktuellen Version vorliegen. Diese braucht es für den Download von Updates, falls diese in das Image integriert werden sollen.

    Import des Standard-Images

    Danach erscheint die grafische Oberfläche, die insgesamt 10 Registerkarten aufweist. Im ersten Schritt importiert man install.wim für Windows 10 oder Server 2016 bzw. 2019, die angepasst werden soll.

    Dafür akzeptiert das Tool nur die ISO-Datei des Installations­mediums, die es selbst mountet und von dort das Windows Image nach imports\WIM kopiert. Bei Bedarf kann man aus dieser Quelle auch das Paket für das .NET-Framework übernehmen.

    Für den Import von install.wim benötigt WIM Witch den Pfad zur Installations-ISO.

    Anschließend wählt man unter dem Reiter Source WIM die importierte Datei aus. Daraufhin öffnet sich ein Dialog mit einer Liste aller Editionen des OS, die in der install.wim enthalten sind. Hier entscheidet man sich für diejenige, die man später installieren möchte.

    Auswahl der Edition von Windows 10, die angepasst werden soll

    Feature on Demand, Language Packs

    Von nun an geht es darum, das Image um Pakete zu ergänzen oder welche daraus zu entfernen. So kann man über die Registerkarte Import LP+FOD Sprachpakete und Features on Demand laden.

    Hinzufügen von Features on Demand zum Image, zum Beispiel der RSAT

    Auch hier kopiert WIM Witch die betreffenden Dateien in den Arbeitsbereich und öffnet anschließend unter Customizations ein Fenster auf Basis von Out-GridView, aus dem man ein oder mehrere FoD auswählen kann.

    Updates in das Image integrieren

    Ein gängiges Anliegen besteht darin, ein Image vor dem Deployment mit den aktuellsten Updates zu versehen, damit die frisch installierten Rechner von Anfang an geschützt sind. WIM Witch nutzt für den Download die erwähnten PowerShell-Module OSDUpdate und OSDSUS, die man direkt aus der GUI unter dem Tab Update Store installieren kann.

    Die für den Download der Updates benötigten PowerShell-Module lassen sich aus WIM Witch installieren.

    Anschließend ruft man die Updates für die verwendete Version des Betriebs­systems ab. Dabei scheitert der Aufruf von Start-BitsTransfer mit der Fehlermeldung, wonach der Benutzer nicht angemeldet sei, wenn man WIM Witch als Standard­benutzer in einer Sitzung mit administrativen Rechten aufruft. Führt man das Tool ohne erhöhte Rechte aus, dann treten dafür andere Probleme auf.

    Läuft WIM Witch in einer administrativen PowerShell-Sitzung, dann scheitert der Download der Updates, wenn man als Standardbenutzer an Windows angemeldet ist.

    Um dieses Problem zu vermeiden, sollte man sich mit einem privilegierten Konto an Windows anmelden. 

    Alternativ könnte man die bisherige Konfiguration unter dem Tab Save/Load speichern, das Tool unter einem Standard­benutzer neu starten, die eben gesicherte Konfiguration übernehmen und dann die Updates herunterladen. Anschließend wechselt man wieder zurück in die Sitzung mit erhöhten Rechten und lädt die Konfiguration erneut.

    WIM Witch lädt die Updates mit Hilfe von OSDUpdate herunter und sortiert sie anhand der UpdateGroup in Verzeichnisse ein.

    Möchte man Treiber in das Image einfügen, dann gibt man auf der zuständigen Registerkarte die  Pfade zu den jeweiligen Dateien an.

    Apps entfernen

    Eine ebenfalls häufige Anforderung dürfte sein, die von Microsoft im Image mitgelieferten Store Apps zu entfernen. Auch diese Aufgabe kann WIM Witch übernehmen und zeigt zu diesem Zweck unter dem entsprechenden Tab eine Auswahl­liste aller in der install.wim bereitgestellten Apps an. Hier markiert man jene, die man loswerden möchte.

    Unerwünschte Apps lassen sich aus dem Image entfernen.

    Konfiguration sichern, Build starten

    Hat man alle Anpassungen soweit konfiguriert, dann kann man das neue Image generieren. Sollte man aber in Zukunft weitere Abbilder nach dem gleichen Muster benötigen, dann speichert man vorher die Konfiguration unter Save/Load.

    Den Build-Vorgang löst man schließlich unter Make it So aus, wo man einen Namen für das Ziel-Image angibt, bevor man loslegt. WIM Witch schreibt dieses standardmäßig in den Ordner CompletedWIMs.

    Zum Schluss erzeugt man das angepasste WIM über die Schaltfläche 'Make it so'.

    Nach dem erfolgreichen Generieren des angepassten Abbilds empfiehlt es sich, im Verzeichnis­baum unter WIMWitch aufzuräumen. Dort findet sich nämlich nicht nur die importierte install.wim, vielmehr legt das Tool davon noch eine Kopie unter Staging an, mit der es arbeitet. Jede Ausfertigung ist größer als 4GB, hinzu kommt noch das Custom Image mit einer ähnlichen Größe.

    4 Kommentare

    Bild von Bernhard Köck
    8. Februar 2020 - 8:54

    Hallo,
    mit der Version v1.4.1 funktioniert bei mir die Update Integration fehlerfrei. Bits-Transfer startet ohne Fehler.

    Bild von Wolfgang Sommergut
    8. Februar 2020 - 18:04

    Das Problem tritt nur dann auf, wenn man als Standardbenutzer an Windows angemeldet ist und WIM Witch in einer PS-Session mit erhöhten Rechten startet.

    Bild von Stefan
    Stefan sagt:
    11. Februar 2020 - 8:34

    Ich bekomme beim importieren des Images (Win 1909) die Fehlermeldung Couldn't copy from the source. Danach ist das Image auch nicht mehr zu gebrauchen und ich bekomme eine Fehlermeldung, sobald ich es öffnen will.
    Vor dem importieren funktioniert es ohne Probleme.

    Bild von Stefan
    Stefan sagt:
    11. Februar 2020 - 9:38

    Der Fehler lag an der ISO vom MediaCreationTool. Hab jetzt eine Andere genommen und schon ging es.