Linux Reader: ext3, ext4, HFS, ReiserFS unter Windows (aus VMs) auslesen

    Auf Dual-Boot-Systemen oder bei Linux-VMs unter Windows stellt sich immer wieder das Problem, dass Dateien von Laufwerken gelesen werden sollen, die mit ext3/ext4 oder einem anderen Linux-Dateisystem formatiert wurden. Für diesen Zweck bieten sich zwar mehrere Lösungen an, eine der elegantesten ist jedoch der kostenlose Linux Reader for Windows.

    Wenn man von Windows aus auf Linux-Partitionen zugreifen möchte, dann ist eine naheliegende Lösung die Installation eines Treibers für das betreffende Dateisystem, wie beispielsweise ext2FSD. Das ist vor allem dann von Vorteil, wenn man das Laufwerk permanent und für alle Anwendungen transparent nutzen möchte. Zu bedenken ist dabei, dass man damit relativ tief ins System eingreift und dewegen sicher sein sollte, dass die verwendete Software stabil und tatsächlich auch für die neuesten Windows-Versionen geeignet ist.

    Austauschverzeichnisse für Linux-VMs

    Betreibt man Linux hingegen in einer virtuellen Maschine auf einem Windows-Host, dann besteht die einfachste Möglichkeit für einen Datenaustausch in der Einrichtung eines Transfer-Verzeichnisses. Dies hat den Vorteil, dass man auf Wunsch von beiden Betriebssystemen aus lesend und schreibend auf die dort abgelegten Dateien zugreifen kann. Außerdem lassen sich Daten in beide Richtungen übertragen. Der Nachteil dieser Methode liegt darin, dass man alle benötigten Dateien erst in dieses Transfer-Verzeichnis kopieren muss, so dass sie sich nur für den gelegentlichen Austausch von einzelnen Dateien eignet.

    Linux Reader erfordert keinen Treiber

    Das Freeware-Tool DiskInternals Linux Reader dagegen erlaubt den Zugriff auf das gesamte Dateisystem eines Linux-Volumes und erfordert keine Installation eines Treibers. Allerdings gewährt es nur lesenden Zugriff auf ext2, ext3, ext4, HFS und ReiserFS, außerdem sieht natürlich nur diese eine Anwendung die Dateien auf der Linux-Partition, dem Explorer etwa bleiben sie verborgen.

    DiskInternals Linux Reader kann diverse Images von VMs mounten und Dateien von Linux-Partitionen lesen.

    Dieser Ansatz eignet sich jedoch gut für den wesentlichen Zweck des Tools, nämlich Daten von Linux-Laufwerken zu retten, etwa wenn das System nicht mehr startet. Für solche Einsätze sieht der Hersteller zusätzliche Plugins vor, die Daten aus anwendungsspezifischen Formaten, beispielsweise aus MySQL oder aus Mail-Archiven, bergen können.

    Images von virtuellen Maschinen mounten

    Eine besondere Fähigkeit des Linux Readers besteht darin, dass er Images von virtuellen Maschinen direkt mounten kann. Er unterstützt dabei die Formate vmdk, VHD, .vdi (VirtualBox) und .hds (Parallels). Wie auf physikalischen Laufwerken kann man dann auch dort Dateien sowie Verzeichnisse auswählen und dann mit dem save-Befehl unter Windows ablegen. Ein unmount der virtuellen Festplatten nach getaner Arbeit ist übrigens nicht vorgesehen.

    1 Kommentar

    Bild von Muvimaker
    Muvimaker sagt:
    23. November 2016 - 14:57

    ...auf physikalischen Laufwerken...

    Es sind hoffentlich die physischen Laufwerke gemeint.