NirCmd: zusätzliche Befehle für cmd.exe und Batch-Dateien

    Der Befehlssatz des Windows-eigenen Kommandoprozessors ist bekanntlich nicht beeindruckend. Daran dürfte sich vermutlich nicht viel ändern, denn Microsoft setzt für fortgeschrittenes Scripting auf Powershell. Für viele Aufgaben reicht es jedoch, wenn man herkömmliche Batch-Dateien um einzelne Befehle ergänzen kann, die ihnen etwa erlauben, Prozesse, Energiesparmodi oder eine Reihe von Systemkomponenten zu verwalten. Diese Aufgabe übernimmt das kostenlose Tool NirCmd.

    Entgegen seiner Bezeichnung ist NirCmd kein eigenständiger Kommandoprozessor oder eine Shell, sondern ist zur Verwendung innerhalb der Eingabeaufforderung oder einer Batchdatei gedacht. Dazu übergibt man nircmd.exe als Argument einen der zahlreichen Befehle, bei Bedarf inklusive einer der vordefinierten Variablen.

    Breites Spektrum an Befehlen

    Der Befehlssatz von NirCmd setzt sich aus höchst unterschiedlichen Kommandos zusammen. Das Spektrum reicht von der Prozess- und Energieverwaltung über die Manipulation der Registrierdatenbank bis hin zu eher belanglosen Aktionen wie das Öffnen des CD-Laufwerks oder der Ausgabe eines Beep. Beispielsweise liest

    nircmd.exe clipboard readfile ~$folder.mydocuments$\untitled.xml

    den Inhalt der Datei untitled.xml aus dem Ordner Eigene Dokumente in die Zwischenablage ein.

    Ersatz für eine ganze Tools-Sammlung

    Für viele der mit NirCmd möglichen Aktionen gibt es separate Tools oder Funktionen im Windows-Lieferumfang. Das gilt beispielweise für die Batch-Konvertierung von Grafiken oder die Möglichkeit, den PC in die verschiedenen Energiepsarmodi zu versetzen, für das Windows das Dienstprogramm powercfg vorsieht. Das Öffnen der Registry bei einem bestimmten Schlüssel ist die einzige Funktion des Sysinternal-Tools regjump.

    Der Nutzen von NirCmd besteht aber gerade darin, dass es mit seinen Dutzenden Befehlen einen ganzen Zoo von spezialisierten Tools ersetzen kann und aufgrund der einheitlichen Syntax für alle Kommandos dem Nutzer die Umstellung zwischen den Eigenheiten der verschiedenen Programme erspart. Damit man den Einsatz von NirCmd zur Erledigung einer bestimmten Aufgabe in Erwägung zieht, setzt jedoch voraus, dass man den erheblichen Befehlsumfang einigermaßen präsent hat.

    1 Kommentar

    Bild von Tom Stein
    Tom Stein sagt:
    19. April 2017 - 11:23

    Die einheitliche Syntax ist wohl am ehesten gewahrt, wenn man die Windows-eigenen Tools benutzt, z. B. "clip". Einfach mal "clip /?" eingeben. Leider taucht "clip" bei der Eingabe von "help" nicht auf, aber z. B. https://www.axel-hahn.de/batch/helferlein-und-tabellen/alle-windows-komm... hilft weiter.