PXE Boot Free: PC über das Netzwerk starten

    Ablauf eines PXE-StartvorgangsAomei Technology ver­öffent­lichte einen kosten­losen PXE-Server, der sich durch seine einfache Bedienung auszeichnet. Er eignet sich daher besonders für das Starten von Windows PE für das Trouble­shooting oder das Bare Metal Recovery von einem Backup. Die fehlenden Konfigu­rations­möglich­keiten verhindern den Ausschluss bestimmter Clients.

    Praktisch alle neueren Netzwerkadapter unterstützen heute das Laden des Betriebssystems über ein LAN. Die dafür verwendeten Mechanismen DHCP und ein erweitertes TFTP sind entweder in den meisten Netzwerken ohnehin schon vorhanden oder relativ einfach erhältlich.

    WDS in vielen Situationen zu aufwändig

    Microsoft bietet im Rahmen der Windows Deployment Services (WDS) einen eigenen PXE Server, der jedoch Teil einer relativ komplexen Infrastruktur für die Installation des Betriebssystems über das Netzwerk ist. Alternativ gibt es eine ganze Reihe von Implementierungen kostenloser TFTP-Server, die man entweder erst manuell mit Pxelinux kombinieren muss oder die im Paket mit mehreren anderen Protokollen kommen.

    PXE Boot Free ist dagegen ein reiner und vorkonfigurierter PXE-Server, der ebenfalls Pxelinux nutzt und der sich mit wenigen Schritten in Betrieb nehmen lässt. Im Gegensatz zu manch anderen Tools für diesen Zweck erfordert er eine reguläre Installation, die auch auf einem Client-Windows erfolgen kann.

    Integration mit PE Builder

    Nach dem Start des Programms erwartet es die Angabe des ISO-Images, von dem die Clients über das Netz booten sollen. Zur Auswahl stehen dabei Aomei Windows PE oder Linux sowie beliebige selbst erstellte bootfähige Images. Für die erste Option wird man sich dann entscheiden, wenn man den ebenfalls kostenlosen PE Builder des gleichen Herstellers genutzt hat, um ein WinPE-Abbild zu erstellen. Für Linux bietet er den Download einer ISO namens amlnx.iso an.

    Die mit dem PE Builder erstellten Images muss man in das Verzeichnis des PXE-Servers kopieren.

    Die Aomei-Images müssen in das Installationsverzeichnis des Tools kopiert werden und im Fall von WinPE den Dateinamen ampxe.iso tragen. Hat man eine ISO selbst erstellt, etwa mit dem Windows ADK, dann darf sie sich in einem beliebigen Ordner befinden, den man im entsprechenden Dialog öffnet. Erst nach der Auswahl eines Abbilds lässt sich der Service über die zuständige Schaltfläche starten.

    Fortgeschrittene Tools bieten die Möglichkeit, mehrere Images parallel zu hinterlegen, von denen man am Client das gewünschte über ein Menü auswählen kann. PXE Free sieht dies nicht vor, der Client startet dort automatisch mit einem der Abbilder.

    Clients mit dem PXE-Server verbinden

    Nun können sich Clients mit dem PXE-Server verbinden und das Systemabbild von dort laden. Zu diesem Zweck muss man zuerst ihre Boot-Reihenfolge entsprechend konfigurieren. Falls PCs über eine UEFI-Firmware verfügen, dann müssen sie in den BIOS-Kompatibilitätsmodus geschaltet werden. Weitere Voraussetzungen sind, dass sich Clients und Server im gleichen Netzwerksegment befinden und ein PXE-kompatibler DHCP-Server im Netz vorhanden ist (was mit dem Windows-eigenen DHCP-Server erfüllt ist).

    Sobald der Client den PXE-Server gefunden hat, beginnt er mit dem Laden des Betriebssystems über das Netz.

    Während der PXE-Server läuft, zeigt er auf der Konsole sämtliche Verbindungen an, die Clients mit ihm aufgebaut haben. Man hat allerdings keinen Einfluss darauf, welche Geräte den Dienst nutzen, weil es etwa nicht möglich ist, MAC-Adressen zu definieren, die ein- oder ausgeschlossen werden sollen.

    Die Konsole zeigt, welche Clients ihr OS vom PXE-Server geladen haben.

    Systemvoraussetzungen und Verfügbarkeit

    Die Software setzt mindestens XP voraus und läuft auch unter neueren Versionen wie Windows 8.1. Das Installationspaket ist nur ca. 5 MB groß. Es kann kostenlos von der Website des Herstellers heruntergeladen werden.

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