RDP-Verbindungen mit Remote Desktop Connection Manager verwalten

    Das Remote Desktop Protocol (RDP) ist längst nicht mehr auf die Nutzung des Terminal-Servers beschränkt. Es gehört zur Grundausstattung von Windows am Client und am Server, so dass man damit auch PCs fernwarten kann. Ein weiterer Vorteil von RDP ist, dass es wenig Bandbreite braucht und auch über WANs und Wählverbindungen gut funktioniert. Aus diesem Grund ist Remotedesktop für viele Admins die bevorzugte Weise, auf entfernte Rechner zuzugreifen. Der Nachteil dieser Technik liegt jedoch darin, dass man die Einstellungen für jede Verbindung in einer eigenen Datei speichern muss. Der kostenlose Remote Desktop Connection Manager von Microsoft behebt dieses Manko.

    Alle Einstellungen in einer Konfigurationsdatei

    Im ersten Schritt nach der Installation muss eine neue Gruppendatei angelegt werdenDas Tool ist jedoch keine Shell für die verstreuten .rdp-Dateien, sondern speichert die Einstellung für alle Verbindungen selbst und ersetzt somit die Konfigurationsdateien von Remotedesktop. Wenn man schon zahlreiche .rdp-Dateien angelegt hat, kann man diese nicht in Remote Desktop Connection Manager importieren - und man sollte es auch nicht versuchen, weil er jede Eigenschaft der existierenden Verbindung als Server in die Liste der Server aufnimmt und dort ein Chaos anrichtet.

    Der RDCM repräsentiert die RDP-Verbindungen nicht als ein Nebeneinander von Icons, sondern organisiert sie in einer hierarchischen Struktur. Daher muss man beim ersten Aufruf nach der Installation zuerst eine Gruppendatei (.rdg) anlegen, in danach Gruppen erstellt und darin einzelne Hosts versammelt werden.

    Vererbung der Gruppen-Optionen an alle Verbindungen

    Jede Einstellung kann von der Gruppe geerbt oder individuell gesetzt werden.Dieses Konzept hat mehrere Vorteile: Zum einen erlaubt es, dass Verbindungen zu allen Rechnern in einer Gruppe mit einem Befehl aufgebaut oder getrennt werden. Zum anderen erben alle neuen Verbindungen standardmäßig alle Eigenschaften der Gruppe. Wenn etwa für alle Server einer Gruppe die gleichen Anmeldeinformationen gelten, dann muss man sie nur einmal eingeben.

    Das Gleiche gilt für die anderen Einstellungen, die identisch sind mit jenen in einer .rdp-Konfigurationsdatei. Möchte man jedoch nicht, dass eine bestimmte Verbindung die für die Gruppe gültigen Werte erbt, dann kann man diese Option abwählen und die spezifischen Einstellungen für diesen Server eintippen.

    Eine Konsole für alle Verbindungen

    Die Thumbnails auf der Konsole stellen den aktuellen Inhalt des Desktops dar.Wenn man eine oder mehrere Verbindungen startet, dann stellt sie der Connection Manager als Icons auf einer Übersichtsseite dar. Diese sind keine statischen Thumbnails, sondern zeigen an, was aktuell auf der Oberfläche des Zielrechners passiert. Die Icons lassen sich individuell stufenweise vergrößern, so dass durchaus möglich ist, auf diese Weise aus einer Konsole mehrere Verbindungen parallel zu bedienen.

    Die Einzelansicht hingegen füllt das gesamte rechte Teilfenster. Sie lässt sich mit Hilfe des Befehls "undock" aus dem Tool lösen und in einem eigenen Fenster nutzen. Die Großansicht ist in Bezug auf die Desktop-Größe des Remote-PC statisch, das heißt, Änderungen in der Einstellung der RDP-Konfiguration wirken sich nicht während der aktuellen Sitzung aus, sondern erst bei der nächsten.

    Fazit

    Insgesamt ist der Remote Desktop Connection Manager ein nützliches Tool, das hilft, den Wildwuchs an .rdp-Konfigurationsdateien aufzuräumen und in einer logisch sinnvollen Weise zu gruppieren. Ein wesentlicher Vorteil der hierarchischen Struktur besteht darin, dass man nicht bei jeder Verbindung alle Einstellungen neu eingeben muss, sondern die Werte aus der übergeordneten Gruppe automatisch übernehmen kann.

    Systemvoraussetzungen

    Der Remote Desktop Connection Manager läuft unter Windows Vista, Windows 7, Windows Server 2008, Windows Server 2008 R2. Wenn man ihn unter XP SP3 oder Windows Server 2003 einsetzen will, muss der Remote Desktop Connection Client mindestens in der Version 6 installiert sein (Download RDC Client 7). Der Connection Manager erfordert zudem das .NET-Framework.

    2 Kommentare

    Bild von Franz-Georg Clodt
    Franz-Georg Clodt sagt:
    1. September 2011 - 7:48

    Sie sprechen vom Remote Desktop Connection Mananger - nicht vom RD Connection Broker. Der Broker ist eine Rolle beim Server - und kein Tool um mehrere RD-Verbindungen am Client zu verwalten.

    Bild von Wolfgang Sommergut
    1. September 2011 - 14:22

    Richtig, danke für den Hinweis. Auf der Download-Seite von Microsoft wäre der korrekte Name eigentlich groß genug gestanden ...