rsync unter Windows: Daten inkrementell sichern mit DeltaCopy

    rsync ist ein von Unix/Linux stammendes Protokoll bzw. Tool zur Synchronisierung von Verzeichnissen. Es implementiert eine Client-Server-Architektur ähnlich wie FTP. Der Abgleich erfolgt jedoch nur in eine Richtung, und zwar vom Client zum Server. Das Besondere an rsync besteht darin, dass es in der Lage ist, nur die Änderungen einer Datei zu übertragen. Daher eignet es sich besonders für das inkrementelle Backup großer Files, etwa von Images von virtuellen Maschinen, Outlook-PST-Dateien oder diversen Archivformaten.

    DeltaCopy: Open-Source-rsync für Windows

    Unter Windows gibt es mit DeltaCopy ebenfalls eine Open-Source-Implementierung von rsync, die mit den Versionen unter Linux kompatibel ist. Daher eignet es sich beispielsweise dafür, Dateien von Windows-PCs auf einem NAS zusichern, das unter Linux läuft.

    Der Download von DeltaCopy, den es als installierbare setup.exe oder als ZIP-Archiv gibt, enthält sowohl den Client als auch den Server. Der Funktionsweise von rsync entsprechend benötigt man die Server-Komponente auf dem Zielrechner, den Client auf der Quellmaschine.

    Server läuft als Dienst

    Virtuelle Verzeichnisse verbergen den tatsächlichen Pfad gegenüber dem ClientDer Service wird beim ersten Start des Programms als Windows-Dienst eingerichtet, indem man auf den Button neben der entsprechenden Meldung klickt. Der Service lässt sich unter dem lokalen Systemkonto ausführen, alternativ kann man die Anmeldedaten eines anderen Kontos eingeben.

    Wie bei einem FTP-Server besteht einer der wichtigsten ersten Schritte darin, so genannte virtuelle Verzeichnisse anzulegen. Dabei geht es einfach nur darum, Namen für Verzeichnisse festzulegen, so dass der Client nicht den tatsächlichen Pfad auf dem Server sehen kann.

    Auf dem Server muss die Firewall geöffnet werden

    Firewall auf Port 873 für DeltaCopy öffnenNutzt man Windows mit DeltaCopy als rsync-Server, dann muss man die Firewall für den standardmäßig genutzten Port 873 öffnen. Bei Bedarf kann man in der Datei deltacd.conf den Port mit dem Eintrag port=[Nummer] ändern und diese Adresse in der Firewall freischalten. Zu diesem Zweck wechselt man zu Systemsteuerung => System und Sicherheit => Windows-Firewall => Erweiterte Einstellungen. Dort geht man auf Eingehende Regeln => Neue Regel. Im anschließenden Wizard wählt den Regeltyp Port.

    Einfache Client-Konfiguration

    Auf der Client-Seite sind keine Änderungen der Firewall-Einstellungen notwendig. Um die auf dem Server angelegten virtuellen Verzeichnisse ansprechen zu können, muss man ein neues Profil anlegen. Dort gibt man den Hostnamen an und kann anschließend die Verzeichnisliste vom Server abrufen.

    Um ein Backup-Verzeichnis auf dem Server mit einem oder mehreren lokalen Ordner zu verbinden, trägt man sie in der entsprechenden Liste des Profils ein. Die Synchronisierung kann man entweder manuell auslösen oder zeitgesteuert, wobei DeltaCopy zu diesem Zweck eine Task in der Aufgabenplanung anlegt.

    Löschungen synchronisieren

    Der Kopiervorgang lässt sich über einige Optionen steuernFür den Kopiervorgang stehen einige Optionen zur Verfügung. So lässt sich das standardmäßig eingestellte rekursive Kopieren von Verzeichnissen bei Bedarf abwählen, das Gleiche gilt für die Komprimierung der übertragenen Daten.

    Mit der Einstellung "Remove deleted files form server" kann man Quell- und Zielverzeichnisse auch bei Löschungen synchron halten. Diese Option funktioniert ähnlich wie der Schalter /mir bei robocopy und ist auch genauso gefährlich. Wenn schließlich der Client mit einem Server unter Linux kommuniziert, dann kann dies auch über SSH erfolgen.

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