Visual Traceroute: kostenloses GUI-Tool zur Netzwerkanalyse

    Traceroute TeaserTraceroute dient seit seiner Urversion in den späten 80er-Jahren dazu, den Weg von Daten­paketen über alle Stationen bis zu einem Zielrechner zu verfolgen und Auskunft über die Ant­wortzeiten der einzelnen Knoten zu liefern. Während es sich dabei meistens um ein Dienstprogramm für die Kommando­zeile handelt, bietet das kostenlose Visual Traceroute eine grafische Oberfläche inklusive einer Topologiedarstellung.

    Zum Lieferumfang von Windows gehören gleich zwei Implementierungen von Traceroute, nämlich tracert.exe und das weniger bekannte pathping.exe. Letzteres sendet während eines bestimmten Zeitraums Pakete an alle Router auf dem Weg zum Ziel-Host und berechnet dann die Ergebnisse auf Basis der Antworten, die es für jede Teilstrecke zurückbekommt. Da es den Anteil verlorener Pakete für jeden Router anzeigt, lassen sich damit Fehlerquellen gut eingrenzen.

    Visual Traceroute mit Diagramm und Darstellung der Topologie

    Die beiden genannten Programme sind für die Kommandozeile und liefern zwar alle wesentlichen Informationen, können aber die von den Paketen genommenen Routen nicht visualisieren. Dies bleibt GUI-Tools wie Visual Traceroute von Ipswitch vorbehalten.

    Die Darstellung der Topologie zeigt die verschiedenen Pfade zum Zielrechner, verzichtet aber auf die Angaben zur Latenz.

    Dieses bietet zwei grafische Darstellungen, wobei die erste das Trace-Ergebnis als Diagramm präsentiert, in dem die Hops auf der X-Achse und ihre Latenzzeiten auf der Y-Achse aufscheinen. Ein Knoten in der Route zum Ziel kann mehrere alternative Zwischenschritte repräsentieren. Dies geht aus der grafischen Ansicht nicht hervor, vielmehr muss man diese Information aus der unterhalb eingeblendeten Tabelle entnehmen.

    Der Verlauf der Kurve macht mit Hilfe des Schwellenwerts für Latenzzeiten sofort die problematischen Knoten sichtbar.

    Dagegen soll die grafische Darstellung der Topologie Auskunft über die verschiedenen alternativen Routen zum Ziel geben. Um Unterschied zum einfachen Diagramm informiert sie jedoch nicht über die Latenzzeiten für jeden einzelnen Hop.

    Detaillierte Infos in Textform

    Visual Traceroute beschränkt sich indes nicht auf die grafische Aufbereitung der Daten, die es von den einzelnen Netzwerkknoten auf dem Weg zum Zielrechner erhält. Vielmehr kann man die Logs für alle versendeten Pakete einsehen und dort Details zur erfolgten Kommunikation entnehmen, etwa über die verwendeten lokalen und entfernten Ports. Als Textinformation liegen zudem die Whois-Auskünfte über den Zielrechner vor, die das Tool auf einer eigenen Registerkarte unterbringt.

    Unterstützung für ICMP, UDP und TCP

    Wie andere moderne Implementierungen von Traceroute kann auch jene von Ipswitch die Routen wahlweise über ICMP, UDP oder TCP verfolgen. Das ist deshalb von Bedeutung, weil Firewalls häufig UDP blockieren, und ICMP-Pakete gerne von Ziel-Hosts abgewiesen werden. Hinzu kommt, dass ICMP andere Routen nehmen kann als etwa TCP, und die Ergebnisse von Traceroute dann nicht aussagekräftig sind, wenn man etwa die Verbindung zu einem Web-Server analysieren möchte.

    Neben der Wahl des Protokolls bietet Visual Traceroute noch weitere Optionen. Dazu zählt die Definition von Schwellenwerten für Latenzen und den Prozentsatz verlorener Pakete. Darüber hinaus kann man die lokalen und entfernten Ports festlegen, die Größe der Pakete oder den Timeout bestimmen. Besonders nützlich ist darüber hinaus die Möglichkeit, Traces nicht nur einmalig zu erstellen, sondern diese für einen bestimmten Zeitraum oder permanent zu wiederholen.

    Verfügbarkeit

    Visual Traceroute kann nach einer Registrierung kostenlos von der Ipswitch-Website heruntergeladen werden. Der einzige Schönheitsfehler der Software besteht darin, dass ein erheblicher Teil des Fensters von einer großflächigen Werbeanzeige belegt wird.

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