Ausblick auf vSphere 5: Storage DRS, Host-based Replication


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    Private und Public Clouds mit vSphereAuf seiner Partner Exchange Conference gab VMware einen Ausblick auf die wichtigsten Neuerungen von vSphere 5. Dazu zählen vor allem Load Balancing für Speicher, die Erweiterung des Site Recovery Manager um Host-basierte Replikation und eine Erweiterung für Storage I/O Control auf NFS.

    Storage Distributed Ressource Scheduler (DRS)

    Eines der Features von vSphere, mit dem es sich von anderen Virtualisierungssystemen abhebt, ist DRS. Es dient zur dynamisches Verteilung von Rechenleistung auf Workloads innerhalb eines Clusters. Dabei dient vMotion als Basistechnik, weil virtuelle Maschinen mit seiner Hilfe auf Hosts mit geringer Auslastung verschoben werden.

    Storage vMotion kann das Disk-Image einer VM während der Laufzeit auf ein anderes Speichersystem verschieben.Storage DRS überträgt dieses Konzept nun auf Speicher, indem es VMs auf Storage-Systeme mit geringerer Auslastung verlagert. Zu diesem Zweck nutzt es Storage vMotion, das virtuelle Festplatten einer VM während ihrer Laufzeit zwischen Speichersystemen verschieben kann. Faktisch automatisiert Storage DRS den Einsatz von Storage vMotion so wie DRS dies mit vMotion tut.

    Für dieses Load Balancing definieren Admnistratoren Gruppen von Speichersystemen, so genannte Storage Pods, innerhalb derer vSphere die Arbeitslasten verteilt. Einzelne VMs werden dann nicht mehr einem bestimmten Storage-System zugeordnet, sondern einem Pod.

    Host-basierte Replikation im Site Recovery Manager

    Der Site Recovery Manager (SRM) dient dazu, die Wiederherstellung von VMware-Infrastrukturen nach einem Ausfall zu automatisieren. Die für vSphere 5 angekündigte Host-based Replication erlaubt es, VMs etwa in externe Rechenzentren zu übertragen, ohne dass dafür Replikationsmechanismen von Storage Arrays benötigt werden. Daher funktioniert diese Art der Replikation auch mit billigeren Speichermedien und außerdem zwischen Produkten verschiedener Hersteller. Darüber hinaus wird sie Protokoll-neutral funktionieren, so dass beispielsweise eine Replikation zwischen Fibre Channel und NFS möglich sein sollte.

    Dieses Feature wäre daher besonders für mittelständische Anwender interessant, die auf diese Weise ein preiswertes Disaster Recovery implementieren könnten - noch dazu eines mit einem Recovery Point Objective von 15 Minuten. Allerdings setzt der SRM, der als separates Produkt erworben werden muss, mindestens die Standard Edition von vSphere voraus. Die Ausführungen Essentials und Foundation, die sich an kleinere Firmen richten, kommen dafür nicht in Frage. VMware müsste daher die Lizenzbedingungen für den SRM ändern, um das neue Feature für den SMB-Markt zu öffnen.

    Host-based Replication ist indes nicht nur für kleinere Firmen interessant, sondern auch für große Unternehmen, wenn sie nicht an allen Standorten Speichersystem des gleichen Herstellers verwenden, so dass eine Replikation auf dieser Ebene nicht funktioniert. Außerdem kann SRM mit Host Based Replication auch VMs in Zweigstellen sichern, wenn dort vSphere eingesetzt wird.

    Nach aktuellen Berichten soll die erste Version von HBR noch einige Einschränkungen haben. Sie wird demnach nicht in der Lage sein, VMs zu sichern, die ausgeschaltet wurden, außerdem keine Linked Clones, die besonders VMware View Composer für virtuelle Desktops verwendet. Zusätzlich scheiden virtuelle Maschinen aus, für die Fault Tolerance aktiviert wurde.

    vSphere 5 und darüber hinaus

    Eine weitere Neuerung, die vSphere 5 bringen soll, ist Storage I/O Control für NFS. Mit Storage I/O Control, das zusammen mit Network I/O Control in vSphere 4.1 eingeführt wurde, lassen sich Regeln und Richtlinien konfigurieren, welche die Priorität einer VM festlegen. Überscheitet die Zahl der Ein- und Ausgabeoperationen einen bestimmten Grenzwert, weist Storage I/O Control allen VMs gemäß den Regeln die für sie verfügbaren I/O-Ressourcen zu. Auf diese Weise lässt sich ein QoS für geschäftskritische Workloads realisieren. Bisher war diese Feature auf Storage beschränkt, das über iSCSI oder Fibrechannel angebunden ist. vSphere 5 soll es auch auf NFS ausdehnen.

    Long Distance vMotion soll das Verschieben von VMs zwischen Standorten erlaubenDie logische Fortführung von Storage und Network I/O ist das schon länger geplante SLA-Framework. Es soll die Möglichkeit bieten, Service Levels für einzelne Anwendungen festzulegen. Ebenso erweitert das in Zusammenarbeit mit Cisco angekündigte Long Distance vMotion die Fähigkeiten von HBR. Beide Features kommen indes nicht mehr mit vSphere 5, das im Herbst 2011 erscheinen soll. Sie werden wahrscheinlich mit der nächsten Version ausgeliefert, die für 2012 vorgesehen ist.

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    Bild von Wolfgang Sommergut

    Wolfgang Sommergut hat lang­jährige Erfahrung als Fach­autor, Berater und Kon­ferenz­sprecher zu ver­schie­denen Themen der IT. Da­ne­ben war er als System­ad­mi­ni­stra­tor und Con­sultant tätig.
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