Automatischen Neustart verhindern in Windows 8.x und Server 2012 (R2)

    Windows aktualisieren und neu startenEinige Windows-Updates erfordern einen Reboot, um wirksam zu werden. Höchste Sicherheit ge­währ­leistet dabei ein automatischer Neustart, der unter XP oder Windows 7 jedoch zu Daten­ver­lus­ten führen konnte. Windows 8.x und Server 2012 (R2) verhalten sich defensiver und bieten neue Gruppen­richt­linien für den Reboot nach Updates.

    Wenn kritische Updates einen Neustart verlangen, dann sollte dieser unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit möglichst bald erfolgen. Andererseits kann er für Benutzer ungelegen kommen, wenn sie gerade an Dokumenten arbeiten oder eine Präsentation vorführen. Daher wird man einen Mittelweg zwischen den beiden Anforderungen finden müssen.

    Längere Gnadenfrist bei Windows 8.x

    Bei Windows 8.x und Server 2012 R2 sind die Standardeinstellungen für den automatischen Reboot benutzerfreundlicher als bei den Vorgängern. Anstatt unmittelbar nach der Installation von Updates mit dem Countdown für den Neustart zu beginnen, zeigt das System auf dem Login-Bildschirm 3 Tage lang einen Hinweis an, wonach ein Neustart fällig ist.

    Darüber hinaus ändern sich die Einträge für das Ausschalten des Rechners auf Aktualisieren und neu starten und ab dem zweiten Tag zusätzlich auf Aktualisieren und Herunterfahren.

    Windows 8.x und Server 2012 (R2) lassen den Benutzern mehr Zeit bis zum Neustart.

    Wurde der Rechner nach Ablauf dieser Frist vom Benutzer nicht neu gestartet, dann übernimmt Windows Update diese Aufgabe. Im Gegensatz zu früheren Windows-Versionen vermeidet es aber einen brachialen Reboot, der zu Datenverlusten führen könnte.

    Wurde etwa der Bildschirm gesperrt und laufen in der Session noch Anwendungen, dann wird dieser Vorgang so lange verschoben, bis der Benutzer wieder angemeldet ist. Er erhält dann einen Hinweis, dass ein Reboot in 15 Minuten erfolgen wird.

    Kein automatischer Neustart bei manuellen Updates

    Wenn man den Benutzern trotz des entschärften Verhaltens von Windows 8.x keinen automatischen Neustart zumuten möchte, dann kann man die vorgegebene Einstellung Updates automatisch installieren durch eine manuelle ersetzen. (Updates herunterladen, aber Installation manuell durchführen bzw. Nach Updates suchen, aber Zeitpunkt für das Herunterladen und Installieren manuell festlegen).

    Auf nicht verwalteten PCs kann man den Modus von Windows Update über die Systemsteuerung festlegen.

    Während private Anwender den Modus von Windows Update in der Regel nur über das Applet der Systemsteuerung anpassen, stehen für das zentrale Management eine Reihe von Gruppenrichtlinien zur Verfügung. Über sie kann man zum einen den Update-Modus festlegen und zum anderen den automatischen Reboot modifizieren.

    Alle dafür zuständigen Einstellungen finden sich unter Computerkonfiguration => Richtlinien => Administrative Vorlagen => Windows-Komponenten => Windows Update.

    Die manuellen Updates verzichten auf einen automatischen Reboot, mit der Option 4 verhält sich Windows 8.x wie Windows 7.

    Konfiguration des Neustarts über GPOs

    Bei IT-Systemen von Unternehmen wird man sich meistens nicht darauf verlassen, dass Anwender wichtige Updates manuell einspielen. Daher besteht die Alternative darin, die automatische Installation an die eigenen Gegebenheiten anzupassen.

    Allerdings sind viele Einstellungen unter Windows 8.x und Server 2012 (R2) nicht mehr wirksam, wie etwa Neustart für geplante Installationen verzögern oder Erneut zu einem Neustart für geplante Installationen auffordern.

    Diese Einstellung verhindert einen automatischen Neustart, ohne dass man dafür einen manuellen Modus wählen muss.

    Nach wie vor gültig ist aber die Einstellung Keinen automatischen Neustart für geplante Installationen automatischer Updates durchführen, wenn Benutzer angemeldet sind.

    Damit beschreitet man einen Mittelweg zwischen der automatischen und der manuellen Installation von Updates, indem diese zwar vom System selbständig heruntergeladen und eingerichtet werden, aber der Benutzer den Rechner neu starten muss.

    In Umgebungen, in denen die PCs über Nacht durchlaufen, können jedoch bis zum nächsten Neustart mehrere Wochen vergehen, so dass daraus gewisse Risiken resultieren.

    3-Tage-Frist beseitigen

    Einen gegenteiligen Effekt erzielt man mit der neuen Einstellung Neustart immer automatisch zur geplanten Zeit durchführen. Damit behält man nicht nur den automatischen Reboot bei, sondern entzieht zudem den Benutzern obendrein die Schonfrist von 3 Tagen. Bei Aktivierung dieser Option beginnt das System sofort nach der Installation von Updates mit dem Countdown für den Neustart.

    1 Kommentar

    Bild von PB
    PB sagt:
    4. November 2014 - 8:39

    Die Update Regelung mit Windows 7 war optimal: Updates installieren beim Shutdown und beim Neustart. Bei gesteuertem Updateverhalten über GPOs mit Windows 8 werden Updates nur noch beim Neustarten installiert (siehe Bild: http://mywindows8.org/disable-install-windows-update-and-shutdown-in-win...), der Shutdown (trotz deaktiviertem Schnellstart) bleibt ohne Update Installation. Das führte dann dazu dass wir die Update Installation auf einen Zeitpunkt festlegen mussten. Hat dazu jemand Erfahrungen gemacht?