Bootfähige USB-Sticks klonen mit kostenlosen Tools


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    Win32 Image WriterUSB-Sticks ersetzen CDs/DVDs immer öfter als Installationsmedien, weil sie einfach zu handhaben und preiswert sind. Das Erstellen bootfähiger Memory Sticks ist in der Regel jedoch aufwändiger als das Brennen eines ISO-Images und bedarf eigener Tools. Daher ist es meist einfacher, einen solchen Flash-Speicher zu klonen als ihn erneut von Grund auf neu einzurichten. Dafür gibt es mehrere kostenlose Tools, wobei sie diese Aufgabe nicht immer problemlos bewältigen.

    Der Griff zu externen Cloning-Tools für USB-Speicher ist notwendig, weil Windows zu diesem Zweck über keine Bordmittel verfügt. Das aus DOS-Zeiten bekannte Programm diskcopy gehört immer noch zum Lieferumfang von Windows 8, verlangt aber bis heute unverändert nach Disketten und kann mit USB-Sticks nichts anfangen. Dagegen bietet Linux mit dd für diese Aufgabe zumindest ein Tool für die Kommandozeile, das es auch in einer Cygwin-Portierung für Windows gibt.

    Nur kopieren reicht nicht

    Während man für das Duplizieren von Flash-Drives, die nur Daten enthalten, kein separates Programm braucht, weil hier ein einfaches Kopieren ausreicht, muss bei bootfähigen Sticks auch der Master Boot Record (MBR) korrekt übertragen werden. Daher empfiehlt es sich bei allen Tools, sie als Administrator auszuführen, damit dieser Vorgang nicht an mangelnden Rechten scheitert.

    Typische Kandidaten für bootfähige USB-Sticks sind nicht nur Installationsdateien für Betriebssysteme, sondern auch Tools für das Troubleshooting, nachdem man das System etwa über Windows PE gestartet hat. Hinzu kommt auch die Möglichkeit, einen Hypervisor wie ESXi generell von einem solchen Wechsel­medium zu starten, vor allem dann, wenn der Server keine lokalen Platten hat und die VMs auf einem Shared Storage abgelegt sind.

    Probleme mit ESXi-Cloning

    In einer solchen Konstellation liegen die Einstellungen für den Hypervisor ebenfalls auf dem USB-Stick, so dass man für den Fall der Fälle davon ein Backup haben möchte. Installiert man ESXi jedoch unter einem UEFI-Rechner auf einen USB-Stick, dann wird dieser als GPT-Datenträger eingerichtet. Keiner der Clones, die mit den folgenden Tools erstellt wurde, war anschließend bootfähig und produzierte Fehlermeldungen wie "bank6 not a vmware boot bank. no hypervisor found".

    Aufgrund solcher drohenden Komplikationen ist es wahrscheinlich einfacher, regelmäßig die Konfiguration des Hypervisors zu sichern. Beim Defekt des USB-Sticks, von dem ESXi gestartet wird, muss man nur eine Standardinstallation auf einen neuen Datenträger schreiben und danach die Einstellungen wieder einspielen.

    Tools mit wenigen Funktionen

    Die hier vorgestellten Tools sind auf das Klonen von USB-Wechseldatenträgern spezialisiert und verglichen mit umfassenden Cloning-Tools wie Ghost oder Clonezilla daher relativ einfach. Sie bieten auf einer mehr oder weniger intuitiven Oberfläche die Möglichkeit, den Inhalt eines Sticks in ein Image auf Festplatte zu speichern und dieses auf einen oder mehrere Datenträger zurückzuschreiben.

    Keines der hier vorgestellten Programme muss installiert werden. Sie lassen sich alle nach dem Herunterladen und dem Entpacken der ZIP-Archive sofort starten.

    ImageUSB

    USBImage von PassMark-Software ist das vielseitigste unter den hier vorgestellten Tools. Es kann von einem USB-Stick mehrere Duplikate in einem Vorgang erstellen. Wie üblich muss es in einem Zwischenschritt erst den Inhalt der Quelle in eine Image-Datei schreiben, die es dann gleichzeitig auf mehrere Flash-Drives übertragen kann.

    ImageUSB kann gleichzeitig mehrere Duplikate eines USB-Sticks erstellen.

    Neben solcherart erstellten Abbilddateien von vorhandenen USB-Sticks kann USBImage alternativ auch ISO-Dateien Byte für Byte auf Flash-Datenträger schreiben. Allerdings dämpft der Autor übermäßige Erwartungen mit dem Hinweis, dass der Memory-Stick anschließend nicht unter allen Betriebssystemen funktionieren muss.

    Das Tool erlaubt das Schreiben eines Images auf einen Datenträger, der kleiner ist als die Quelle. Allerdings verzichtet es dann auf die Verifizierung des Ergebnisses und es muss damit gerechnet werden, dass der Clone nicht brauchbar ist. Daher sollte man in dieser Situation lieber das Volume des Quelldatenträgers vor dem Erfassen so verkleinern, dass er auf das Zielmedium passt.

    USB Image Tool

    Wenn man die parallele Vervielfältigung von USB-Sticks nicht benötigt, dann ist das USB Image Tool von Alexander Beug eine ebenbürtige Alternative zu ImageUSB. Wie dieses kann es den Inhalt von Flash-Drives in Images erfassen und diese auf weitere Datenträger schreiben.

    Das USB Image Tool liefert detaillierte Angaben zum Datenträger und kann die erfassten Images verwalten.

    Die Software kennt zwei Betriebsarten, den Volume Mode und den Device Mode. Während Ersterer nur einzelne Partitionen kopiert, berücksichtigt der Device Mode auch den MBR und ist daher zu wählen, wenn man einen bootfähigen USB-Stick duplizieren möchte.

    Zu den Besonderheiten der Software gehört, dass es detaillierte Informationen über den Datenträger liefert und über Optionen für die Kommandozeile verfügt. Außerdem kann man die erfassten Images über eine Favoritenseite innerhalb des Programms verwalten.

    Auch das USB Image Tool muss nicht installiert werden, es benötigt zu seiner Ausführung aber das .NET Framework 3.5. Dieses ist beispielsweise unter Windows 8 standardmäßig nicht vorhanden und muss erst nachgerüstet werden.

    Win32 Image Writer

    Dabei handelt es sich um ein Open-Source-Programm, das ursprünglich entwickelt wurde, um Ubuntus img-Dateien auf SD-Karten und USB-Sticks zu schreiben. Win32 Image Writer, auch als Image Writer for Windows bezeichnet, beschränkt sich auf die nötigsten Funktionen: Erfassen von Images von USB-Sticks und Zurückschreiben derselben.

    Einlesen der Daten von einem USB-Stick mit dem Win32 Disk Imager.

    Zur Kontrolle des Vorgangs erstellt es optional einen MD5-Hash. Das Tool befand sich lange in einem Alphastadium, liegt aber nun in der Version 1.0 vor und ist auch mit Windows 10 kompatibel. Der Name wurde abermals auf Win32 Disk Imager geändert.

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    Bild von Wolfgang Sommergut

    Wolfgang Sommergut hat lang­jährige Erfahrung als Fach­autor, Berater und Kon­ferenz­sprecher zu ver­schie­denen Themen der IT. Da­ne­ben war er als System­ad­mi­ni­stra­tor und Con­sultant tätig.
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