Core App Compatibility für Server 2019: MMC, PowerShell ISE und andere GUI-Tools unter Core nutzen

    Konfiguration von Server Core mit sconfigZusammen mit dem aktuellen Preview-Build 17682 stellte Microsoft die Server Core App Compa­tibility vor. Es handelt sich dabei um ein sepa­rat verfüg­bares Paket, das unter Server Core eine Reihe von gra­fischen Admin-Tools sowie die dafür nöti­gen Biblio­theken nach­rüstet. Der IE befindet sich aber nicht darunter.

    Windows Server 2012 (R2) bot neben dem voll­ständigen Desktop und Server Core noch eine dritte Installations­variante namens Minimal Server Interface. Es handelte sich dabei um eine abgespeckte Desktop-Installation, auf der praktisch alle grafischen Management-Tools wie die RSAT und MMC liefen. Diese Umgebung bot auch ein Startmenü und den IE als Web-Browser.

    Aufwertung von Core für Admins

    In Server 2016 fehlte diese Installations­option, so dass nach dem Aus von Nano als eigenständiger Server nur mehr die Wahl zwischen der Desktop Experience und Core blieb. Gleichzeitig favorisierte Microsoft die GUI-lose Variante als Basis für die meisten Rollen, der volle Desktop sollte nur mehr für die Remote Desktop Services dienen.

    In der Praxis dürfte aber ein Großteil der Server weiterhin einen kompletten Desktop haben, weil viele Admins nicht auf lokale GUI-Tools verzichten möchten. Daran ändert auch das Windows Admin Center vorerst nichts, weil es längst noch nicht alle Funktionen der MMC-Tools abdeckt.

    Microsoft reagiert nun mit der Server Core App Compatibility, welche die Ausführung vieler grafischer Admin-Werkzeuge erlaubt. Damit soll ein wesent­liches Motiv für die Installation der Desktop Experience entfallen.

    Weniger Features als das Minimal Server Interface

    Während sich das Minimal Server Interface unter Server 2012 (R2) als Feature über den Server Manager hinzufügen oder entfernen lässt, erhält man die Core App Compatibility aktuell als separaten Download im ISO-Format.

    Die GUI-Features lassen sich unter Server 2012 (R2) mit Hilfe des Server Managers hinzufügen oder entfernen.

    Bei ihr handelt es sich jedoch nicht um eine Wiederkehr des Minimal Server Interface unter einem neuen Namen. Vielmehr fällt es im Vergleich dazu wesentlich schlanker aus. So fehlen nach seiner Installation unter Core weiterhin Desktop-Elemente wie die Task-Leiste und das Startmenü. Nicht an Bord sind zudem der Internet Explorer oder der Server Manager.

    Die Core App Compatibility unterstützt auch die Ausführung von PowerShell ISE

    Zu den Tools, die zum Lieferumfang des Pakets gehören, zählen:

    • Performance Monitor (PerfMon.exe)
    • Resource Monitor (Resmon.exe)
    • Geräte-Manager (Devmgmt.msc)
    • Microsoft Management Console (mmc.exe)
    • Failover Cluster Manager (CluAdmin.msc)
    • Windows PowerShell ISE (Powershell_ISE.exe)
    • Process Monitor (Procmon.exe) und andere Sysinternals

    Die Ereignis­anzeige soll später noch folgen, und der Failover Cluster Manager muss explizit über das Package-Management mit Install-WindowsFeature hinzugefügt werden. Lauffähig in dieser Umgebung ist auch das SQL Server Management Studio (SSMS) in den Versionen 16 und 17. Das kommt etwa der Admini­stration der internen WSUS-Datenbank entgegen, die sich remote nicht verwalten lässt.

    Microsoft ermutigt zudem Anwender, auch Programme anderer Anbieter im Zusammen­spiel mit Server Core und Core App Compatibility zu testen.

    Installation der Server Core App Compatibility

    Wie oben erwähnt, lädt man das Feature on Demand als ISO-Datei herunter, und zwar von der gleichen Seite, auf der man die Preview von Server 2019 erhält. Von der Workstation überträgt man das Image am besten via Copy-VMFile auf Server 2019 Core, wenn dieser in einer VM läuft.

    Nach dem Wechsel zur Konsole von Server Core startet man dort PowerShell und hängt die ISO mit Mount-DiskImage als virtuelles Laufwerk ein:

    Mount-DiskImage C:\tmp\Windows_InsiderPreview_ServerCoreAppCompatibility_17692.iso

    Zu beachten ist hier, dass man einen absoluten Pfad für die ISO angibt. Mit Hilfe von

    Get-CimInstance Win32_CDROMDrive

    kann man sich anschließend anzeigen lassen, welchen Laufwerks­buchstaben das virtuelle DVD-Laufwerk erhalten hat. Mit dieser Information ausgestattet, fügt man dem OS nun das Package hinzu:

    Add-WindowsCapability -Name "ServerCore.AppCompatibility~~~~0.0.1.0" -Online -LimitAccess -Source E:\

    Hinzufügen der Server Core App Compatibility mittels PowerShell

    In diesem Beispiel hat der Parameter Source den Wert E:\, weil die ISO-Datei unter diesem Laufwerks­buchstaben gemountet wurde.

    Auch wenn die Ausgabe des Cmdlets das Gegenteil behauptet, so ist nun ein Reboot des Rechners notwendig. Dies lässt sich über Restart-Computer erledigen. Im Anschluss daran sollte man eines der oben genannten Tools ausführen können.

    Paket entfernen

    Benötigt man die Server Core App Compatibility nicht mehr, dann lässt sie sich so entfernen:

    Remove-WindowsCapability -Name "ServerCore.AppCompatibility~~~~0.0.1.0" -Online

    Deinstallation der Server Core App Compatibility über DISM

    Alternativ dazu kann man, wie im Screenshot zu sehen, DISM aufrufen. Auch nach der Deinstallation ist ein Neustart des Servers fällig.

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