CU6 für Exchange 2016: Neuerungen beim Versenden und Wiederherstellen von Mails

    Ordner "Gelöschte Elemente" in OutlookMicrosoft gab das Cumulative Update 6 für Exchange 2016 frei. Neben Bug­fixes bringt es 2 neue Features. Das eine betrifft das Speichern versandter E-Mails, die ein Mit­arbeiter im Namen eines Kollegen schreibt. Das andere verbes­sert das Wieder­herstellen gelöschter Mails. CU6 erfor­dert eine Änderung des AD-Schemas.

    Die vierteljährlich erscheinenden kumulativen Updates sollen nicht nur die Stabilität von Exchange verbessern und Fehler bereinigen, sondern erweitern das System gelegentlich auch um neue Funktionen. Die beiden Neuerungen von CU6 kommen dem Benutzerkomfort zugute.

    Wiederherstellen gelöschter Mails

    Leert ein Benutzer den Ordner Gelöschte Elemente oder entfernt gleich Mails dauerhaft, dann besteht noch die Chance, diese Nachrichten über den Ordner Wiederherstellbare Elemente zu retten. Bis dato konnten sie aber von dort nicht in den ursprünglichen Ordner zurückgebracht werden.

    Um dieses Manko zu beseitigen, versieht Exchange 2016 gelöschte Elemente seit dem CU1 mit der ID des betreffenden Ordners. Bisher machte das System von dieser Information aber keinen Gebrauch, dies ist erst mit dem CU6 der Fall.

    Das Wiederherstellen von endgültig gelöschten Elementen kopiert diese wieder in den Ursprungsordner zurück, jedoch nur in OWA.

    Das bedeutet aber auch, dass Mails nach dem Einspielen des Update 6 auch dann in den Ursprungs­ordner wiederher­gestellt werden können, wenn sie der Benutzer schon vorher entfernt hat. Verfügen sie aber noch nicht über eine solche LAPEID, dann erscheinen sie wie gehabt in der Inbox.

    Zu den Einschrän­kungen dieser neuen Funktion gehört, dass sie gelöschte Ordner nicht an ihrem ursprüng­lichen Platz einfügen kann. Außerdem setzt sie Outlook on the Web voraus, die Clients für Windows und Mac beherrschen dieses Feature nicht.

    Gesendete Mails bei Delegierung

    Die zweite Neuerung betrifft die Situation, bei der ein Mitarbeiter Nachrichten im Namen eines Kollegen verschickt. Dieser Fall trifft ein, wenn dieser die nötigen Berechtigungen an seiner Mailbox an einen anderen Benutzer delegiert.

    Räume ich einem Kollegen das Recht ein, Mails unter meinem Namen zu schreiben, erhalte ich nun eine Kopie in meinem Postfach.

    Bisher landen Nachrichten, die ein User im Namen eines anderen verschickt, nur in seinem eigenen Ordner Gesendete Elemente. Sie finden sich aber nicht im Ausgangs­ordner jenes Benutzers, in dessen Namen er die Mail geschrieben hat. Wer somit das Recht zum Verfassen von Mails delegiert, kann daher nicht ohne weiteres nach­vollziehen, was unter seinem Namen verschickt wurde.

    Das ändert sich nun mit dem CU6, nach dessen Installation Exchange 2016 alle gesendeten Nachrichten auch in das Postfach des Users kopiert, in dessen Namen sie verschickt wurden. Dieses Feature stand seit März bereits in Exchange Online zur Verfügung und hält nun auch Einzug in die On-Premise-Version.

    Diese Verbesserung greift auch dann, wenn Benutzer eine Mail über ein freige­gebenes Postfach verschicken. Sie landet künftig nicht mehr bloß unter Gesendete Elemente im eigenen Postfach, sondern auch in der Shared Mailbox. In der Vergangen­heit gab es dafür eine Behelfs­lösung über einen Registry-Eintrag.

    .NET Framework 4.7

    Zuletzt warnte Microsoft die Anwender davor, das kürzlich erschienene .NET-Framework 4.7 auf einem Exchange Server zu installieren. Zwar seien keine Probleme beim Zusammenspiel der beiden Komponenten bekannt, aber die Kompatibilitäts­prüfung wäre noch nicht abgeschlossen.

    Dieser Zustand ändert sich nicht mit dem CU6. Wer dennoch versehentlich das .NET Framework installiert hat, dem empfiehlt dieser TechNet-Beitrag, es wieder zu entfernen.

    Unterstützung für TLS 1.2

    Microsoft hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass Exchange 2016 mit dem CU6 TLS 1.2 unterstützen werde. Dies ist zwar der Fall, aber der Hersteller rät zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch davon ab, durchgängig auf diese Version des Protokolls umzustellen.

    Offenbar entspricht die Konfiguration von TLS 1.2 in Exchange noch nicht den Vorstellungen von Microsoft. Anwender sollten daher noch warten, bis sie die weniger sicheren Versionen 1.0 und 1.1 ausmustern können.

    Verfügbarkeit

    Das Cumulative Update 6 für Exchange 2016 kann von Microsofts Download Center heruntergeladen werden. Dort steht auch das CU 17 für Exchange 2013 zur Verfügung, das sich auf die Korrektur bekannter Fehler beschränkt.

    Die Installation des CU6 für Exchange 2016 verlangt Anpassungen im Schema des Active Directory. Wie man dabei vorgeht und wie man das CU6 installiert, beschreibt unser Beitrag Kumulative Updates für Microsoft Exchange Server 2016 einspielen.

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