Dateiversionsverlauf (File History): Tipps zur Fehlersuche (etwa bei Event 201)


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    Backup mit File HistoryDer mit Windows 8 eingeführte Datei­versions­verlauf sichert konti­nuierlich neue oder geänderte Benutzer­dateien. Das Feature ver­weigert aber gelegent­lich ohne ersicht­lichen Grund seinen Dienst. Da es dann zumeist keine klare Fehler­meldung gibt, muss man mögliche Ursachen der Reihe nach aus­schließen.

    Grundsätzlich ist die File History eine gute Ergänzung zu einem täglichen Backup, weil es Dateien in kurzen Intervallen sichert und dabei mehrere Versionen aufbewahrt. Es eignet sich nicht nur für private Anwender, sondern auch für kleinere Unter­nehmen, wenn Benutzer ihre Daten lokal speichern. Für größere Umgebungen fehlt ein zentrales Management, über Gruppen­richtlinien kann man das Feature nur deaktivieren.

    Sicherung regelmäßig prüfen

    Die Einrichtung des Dateiversionsverlaufs ist relativ einfach und hat sich seit seinen Anfängen nicht mehr geändert. Wie bei jedem Backup sollte man sich auch hier regelmäßig überzeugen, dass es funktioniert, weil man sonst bei der Wieder­herstellung eine böse Überraschung erlebt.

    Je früher man entdeckt, dass die File History nicht mehr funktioniert, umso besser. Man kann sich nicht darauf verlassen, dass sie sich mit einer Fehlermeldung bemerkbar macht.

    Am einfachsten prüft man, ob die Sicherung funktioniert, indem man in der System­steuerung unter System und Sicherheit => Dateiversions­verlauf den Menübefehl Persönliche Daten wieder­herstellen ausführt.

    Dialog zur Wiederherstellung von Dateien öffnen

    Die dann folgende Ansicht öffnet immer mit dem letzten Tag, an dem das Backup erfolgreich ausgeführt wurde. Liegt dieser schon etwas zurück, dann deutet das auf Probleme hin.

    Die Wiederherstellung zeigt, wann die letzte Sicherung gelaufen ist.

    Ergänzend kann man im Fehlerprotokoll nachsehen, ob die File History dort einen Eintrag hinter­lassen hat. Das lässt sich mit PowerShell in einer Sitzung mit administrativen Rechten so erledigen:

    Get-WinEvent -LogName "Microsoft-Windows-FileHistory-Engine/BackupLog" -MaxEvents 5 |
    Format-List

    Falls der Datei­versions­verlauf seine Tätigkeit eingestellt hat, dann wird man dort wahrscheinlich ein Ereignis 201 mit folgendem Meldungstext finden:

    Die Benutzer­bibliotheken konnten nicht auf Änderungen überprüft werden, und geänderte Dateien für die Konfiguration "C:\Users\<user>\AppData\Local\Microsoft\Windows\FileHistory\Configuration\Config" konnten nicht gesichert werden.

    Leider gibt dieser Eintrag keinerlei Auskunft über die Ursache für den Ausfall des Dienstes. Daher muss man das Problem nach und nach eingrenzen.

    Eintrag mit der Ereignis-ID 201 im Protokoll für den Dateiversionsverlauf

    Konfiguration zurücksetzen

    Ein erster Versuch zur Behebung kann darin bestehen, dass man die Konfiguration von File History zurücksetzt. Dazu hält man den Dienst in PowerShell mit

    Stop-Service -Name fhsvc

    an und wechselt im Explorer dann zu

    %userprofile%\AppData\Local\Microsoft\Windows\FileHistory

    Dort löscht man alle Dateien und Ordner. Anschließend kann man den Dienst wieder starten:

    Start-Service -Name fhsvc

    Konfiguration der File History durch Löschen der betreffenden Ordner zurücksetzen

    In der Regel wird diese Maßnahme aber keine Abhilfe schaffen. Dann liegt die Ursache in einem Datei- oder Verzeichnisnamen, mit dem der Datei­versions­verlauf nicht zurechtkommt. Nun gilt es, diesen über ein Ausschluss­verfahren zu finden.

    Ordner schrittweise in die Sicherung übernehmen

    Dazu führt man in der System­steuerung unter Dateiversions­verlauf den Befehl Ordner ausschließen aus. Dieser zeigt anschließend in einem Dialog alle Bibliotheken an.

    File History mit wenigen Ordnern starten, um Problemkandidaten zu orten

    Anfangs fügt man alle mit Ausnahme einer einzigen dieser Liste hinzu und löst dann die Sicherung aus ("Jetzt ausführen"). Klappt diese nun, kann man nach und nach weitere Bibliotheken hinzufügen, bis die schuldige gefunden ist.

    Sicherung durch den Dateiversionsverlauf manuell starten

    Damit ist man aber noch nicht am Ziel, weil Bibliotheken wie zum Beispiel Dokumente meist zahlreiche Dateien enthalten und man auf deren Sicherung nicht verzichten möchte. Daher muss man das Problemobjekt weiter eingrenzen.

    Nachdem man ja bereits weiter oben festgestellt hat, wann die letzte erfolgreiche Sicherung gelaufen ist, kann man sich die Dateien anzeigen lassen, die um diese Zeit entstanden sind. Dabei ist wieder PowerShell hilfreich, dieses Mal in einer Sitzung ohne erhöhte Rechte.

    Angenommen, File History scheitert am Verzeichnisbaum unterhalb von Dokumente, dann könnte man so vorgehen:

    cd $env:USERPROFILE\documents

    Get-ChildItem -Recurse -ErrorAction SilentlyContinue |
    where { $_.CreationTime -gt [datetime]"2021/01/06" `
    -and $_.CreationTime -lt [datetime]"2021/01/08"}

    Dieser Befehl würde alle Dateien finden, die zwischen dem 6. und 8. Januar 2021 angelegt wurden (Datumsangabe im amerikanischen Format).

    Die betreffenden Dateien kann man dann vorübergehend in einen Ordner verschieben, der von der Sicherung ausgeschlossen wurde. Durch sukzessives Zurückkopieren der ausgeschlossenen Dateien sollte sich der Übertäter finden lassen.

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    Bild von Wolfgang Sommergut
    Wolfgang Sommergut hat lang­jährige Erfahrung als Fachautor, Berater und Konferenzsprecher zu ver­schiedenen Themen der IT. Daneben war er als System­admini­stra­tor und Consultant tätig.
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    1 Kommentar

    Der Dateiversionsverlauf ist zwar eine gute Idee. In der Praxis funktioniert es aber bei kaum einem meiner Kunden. Das Programm verliert regelmässig den Connect zu den externen USB-disks. Auch dass sie die Sicherung kaum mehr zum Laufen bewegen lässt - wie oben beschrieben - habe ich schon erlebt.
    Ich setze wieder auf FreeFileSync. Das läuft zuverlässig.